Welt der Religionen: Ein Ort des Miteinanders

Direkt am Westeingang zum Gartenschaugelände, beschaulich gelegen unter alten Bäumen, liegt die Welt der Religionen. Dort haben Vertreter der fünf Weltreligionen auf einem früheren Friedhofsgelände jeweils einen Garten gestaltet.

Religionsvertreter bauten Teile der Gärten selbst

Es ist das erste Mal, dass sich die großen Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus gemeinsam auf einer Gartenschau präsentieren. Die Parkanlage soll den friedlichen Dialog der verschiedenen Religionen und Kulturen symbolisieren. "Offizielle Religionsvertreter und Laien haben das Konzept auf Workshops gemeinsam entwickelt. Später haben sie auch tatkräftig mitgeholfen und die Gärten teilweise selbst gebaut", erzählt Gudrun Lang. Die Landschaftsarchitektin hat die Beteiligten bei dem Entstehungsprozess betreut und mit ihnen die Entwürfe für die Gärten entwickelt.

Gärten greifen Kernelemente des Glaubens auf

Brunnen und Kapelle in der Welt der Religionen © igs 2013 Fotograf: Andreas Bock Detailansicht des Bildes Der Brunnen im Zentrum der Gärten steht für das Wasser als verbindendes Element aller fünf Weltreligionen. Als verbindendes Element der fünf Gärten einigten sich die Religionsgemeinschaften auf das Wasser - als Ursymbol des Lebens, das in allen Religionen eine wichtige Bedeutung hat. Eine flache, stählerne Brunnenschale bildet daher den Mittelpunkt, um den sich die Gärten gruppieren. Über fünf Wasserkaskaden fließt das Wasser herab, über fünf Fontänen gelangt es wieder zur Mitte des Brunnens.

Das leichte Plätschern des Wassers lädt die Besucher zum Durchatmen und Innehalten ein. Meditativ geht es auch im buddhistischen "Garten der Stille" zu: Ein geschwungener Pfad führt von einem Lotusteich zu einer steineren Buddhafigur. Zwischen den Bäumen hängen Segensfähnchen, die gute Wünsche ausdrücken. Im Hindu-Garten wartet auf die Besucher ein buntes Tor: Drei Wege in unterschiedlichen Farben führen hindurch. Sie stehen für die verschiedenen Lebenswege, die der Mensch beschreiten kann, um zu Wahrheit und Befreiung zu gelangen. Die Wege enden in einer Art heiligen Raum, den ein Künstler mit Mantra-Zeichen verziert hat.

Schöpfung, Lebenspfad und Paradies

Fische-Skulptur im jüdischen Garten auf dem Gartenschaugelände in Hamburg © NDR Fotograf: Irene Altenmüller Detailansicht des Bildes Die Erschaffung der Wasser- und der Landtiere sind zwei Stationen im jüdischen Garten. Der jüdische Garten beschäftigt sich mit der Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Thora zu lesen ist. Den Weg zum christlichen Garten weist ein Kreuz. Dort beginnt der christliche Lebenspfad, der über sechs Stationen von der Geburt über den Tod bis zum ewigen Leben führt. Thema des islamischen Gartens ist das Paradies. Er ist der einzige Garten, der bisher nicht komplett fertig gestellt wurde. Der Gemeinde fehlte dafür wohl das Geld. Die meisten Gärten sind zumindest zeitweise "begleitet", das heißt ehrenamtliche Vertreter der Religionen stehen zum Dialog über ihren Glauben in den Gärten bereit.

Religionen im friedlichen Dialog

Für Gudrun Lang war es wichtig, dass die fünf Gärten sowohl Gemeinsamkeiten als auch Trennendes zwischen den Religionen sichtbar machen. Die besondere Bedeutung dieses Parkteils liege aber in dem gemeinsamen Dialog: "Das große Verdienst der 'Welt der Religionen' ist, dass die einzelnen Religionsvertreter ihren Glauben den anderen erklären mussten. Dadurch hat sich ein Verständnis füreinander entwickelt".

Friedhofsgärtner präsentieren ihre Arbeit

Besucher betachten Schaugräber auf dem Gelände der Internationalen Gartenschau in Hamburg © NDR Fotograf: Petra Volquardsen Detailansicht des Bildes In der Welt der Religionen präsentieren Friedhofsgärtner und Steinmetze Beispiele für Grabgestaltung. Angrenzend an den christlichen Garten befindet sich eine kleine Backsteinkapelle aus dem 19. Jahrhundert. Das bereits seit den 60er-Jahren entwidmete Gotteshaus wurde eigens zur Gartenschau saniert. Seither finden dort verschiedene Veranstaltungen wie Ausstellungen oder private Feiern statt. Um die Kapelle herum präsentieren sich während der Gartenschau die Friedhofsgärtner und Steinmetze mit ausgewählten Beispielen der Grabgestaltung. Durch die Welt der Religionen führt ein breiter Boulevard. Er ist gesäumt von lang gestreckten Hochbeeten, die in ihrer Form an Schiffskörper erinnern. Von dort führt der Weg weiter in die Wasserwelten und in andere Parkteile.

Überblick
Spiegel der Eitelkeiten in der "Welt der Kulturen" auf dem Gartenschau-Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg © NDR Fotograf: Petra Volquardsen
 

So vielseitig ist die Gartenschau

80 Gärten, sieben Themenwelten und eine Stelzenbahn bietet die Schau in Hamburg-Wilhelmsburg. mehr

Videos
Der Hindu-Garten auf dem Gartenschaugelände in Hamburg © NDR Fotograf: Irene Altenmüller
 
Video

Entstehung der Religionsgärten

NDR Fernsehen: Rund um den Michel

Vertreter der fünf Weltreligionen haben auf der igs einen Garten gestaltet.

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Service

26. April bis 13. Oktober 2013

Öffnungszeiten:
tgl. von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit

Eintritt:
Tageskarten:
Erwachsene: 21 Euro, ermäßigt: 17 Euro
Jugendliche (7 bis 17 Jahre): 6 Euro
Feierabendkarte (gültig ab 18 Uhr): 9 Euro

Dauerkarten:
Erwachsene: 110 Euro, ermäßigt: 90 Euro
Jugendliche: 28,50 Euro
Kinder bis 6 Jahre frei

Alle Veranstaltungen auf dem Gelände sind im Eintrittspreis enthalten.
Die Fahrt mit der Monorailbahn kostet extra (7,50 Euro, Kinder ab 7 Jahren 2,50 Euro).

Bewohner von Wilhelmsburg können eine Nachbarschaftskarte beantragen, mit der sie die igs an drei frei wählbaren Tagen kostenlos besuchen können.

Anreise:
Mit der Bahn: Von Norden über Hamburg-Hauptbahnhof mit den S-Bahnlinien S 3 oder S 31 in 8 Minuten bis Station Wilhelmsburg. Von Süden kommend über Fernbahnhof Hamburg-Harburg weiter mit den S-Bahnlinien S 3 oder S 31 in 4 Minuten bis Station Wilhelmsburg.
Mit dem Auto: Über die B 75 bis zur Ausfahrt Wilhelmsburg. Parkplätze sind ausgeschildert.
Mit dem Schiff: Barkasse der Maritimen Circle Line von Landungsbrücken bis Reiherstiegknie. Von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß zum Haupteingang.

Alle igs-Hauptwege sind barrierefrei, so auch der Zugang zur Monorailbahn.

Links

Informationen über das Gelände, Service für Besucher, Veranstaltungen.

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