Reeperbahn und Rotlichtmilieu, Fischmarkt und Fußball, Musikclubs und -festivals: Dafür ist der Hamburger Stadtteil St. Pauli weit über die Grenzen der Hansestadt bekannt. Im 17. Jahrhundert unter dem Namen Hamburger Berg gegründet, etabliert sich in dem Viertel vor den Stadtmauern schon früh eine Amüsiermeile mit Lokalen und Tanzsälen. Später wird das Gebiet nach der gleichnamigen Kirche in St. Pauli umbenannt und 1894 eingemeindet. Kult-Schauspieler Hans Albers trägt mit dem Film "Große Freiheit Nr. 7" (1944) und dem Schlager "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" den Mythos St. Pauli in die Welt. Prägen in den 1970er-Jahren noch Eroscenter und Stripbars das Bild von St. Pauli, hält Ende der 80er-Jahre die Kultur Einzug auf dem Kiez. Heute gibt es dort sieben Bühnen.
Seit einigen Jahren verändert sich der Stadtteil. Investoren haben St. Pauli mit seiner zentralen Lage für sich entdeckt. Alte Häuser werden abgerissen, neue Luxuswohnungen und Bürogebäude wie die Tanzenden Türme entstehen, die Mieten steigen. Alteingesessene Anwohner fürchten, aus ihrem Umfeld vertrieben zu werden und dass der Charakter des Viertels verloren geht.