Mehr als ein schwimmendes Büro: Das IBA-Dock
von Kathrin Weber, NDR.de
Ob Ballinstadt oder Wohnblocks - auf der Veddel bestimmt Backstein das architektonische Bild. Nur ein Gebäude am Zollhafen fällt aus dem Rahmen. Ein moderner, rechteckiger Bau aus grauen, blauen und lindgrünen Containern mitten auf dem Wasser - das IBA-Dock. Seit Januar 2010 hat die IBA Hamburg GmbH in dem ersten fertig gestellten Projekt der Bauausstellung ihren Sitz. Über eine Brücke ist das Dock zu erreichen, das auf einem Ponton im Wasser schwimmt und sich mit der Tide hebt und senkt.
Ein Rundgang durchs IBA-Dock
Stand: 28.02.2013 18:41 Uhr
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Der Eingang zum IBA-Dock. Die Brücke hebt oder senkt sich mit der Tide. So führt der Weg je nach Wasserstand der Elbe gerade, nach oben oder nach unten in das schwimmende Gebäude.
Am Empfang gibt es neben einer freundlichen Begrüßung viele Informationen - in Form von Beratung, Broschüren und Karten.
Viel Wissenswertes erfahren Besucher in der Ausstellung "IBA at Work". Sie zeigt anhand von Leuchttafeln, Filmen und Modellen die Projekte und Pläne der Bauausstellung.
Herzstück ist ein 27 Quadratmeter großes Modell der Elbinseln, auf dem alle Projekte zu sehen sind und bei Knopfdruck leuchten.
Im untersten Stockwerk, dem Deck 1, ist Platz für Veranstaltungen. Außerdem lädt dort ein Café zu Erfrischungen und Snacks ein.
Dieser Einblick hingegen ist exklusiv! So sehen die Büros der IBA-Mitarbeiter aus - modern und mit tollem Elbblick.
Sowohl IBA-Mitarbeiter wie Constanze Klotz als auch Besucher können bei schönem Wetter die Terrasse des Docks nutzen.
Auffällig und innovativ: Aufgrund seiner Konstruktion kann esk problemlos in Gebieten mit Hochwasserlage gebaut werden und bietet so Platz in einer attraktiven Umgebung mitten auf dem Wasser.
Auffällig und innovativ: Aufgrund seiner Konstruktion kann esk problemlos in Gebieten mit Hochwasserlage gebaut werden und bietet so Platz in einer attraktiven Umgebung mitten auf dem Wasser.
Ein ganz besonderer Arbeitsplatz
Constanze Klotz fühlt sich wohl an ihrem Arbeitsplatz: "Ich kann das Dock nur wärmstens empfehlen."
Mit der Ausstellung "IBA at WORK" und einem großen Modell der Elbinseln ist das Dock der zentrale Anlaufpunkt für IBA-Besucher und zugleich die Arbeitsstätte der rund 30 IBA-Mitarbeiter. "Es ist ein besonderer Arbeitsplatz - maritim und trotzdem urban. Morgens kommt man über die Brücke und wenn man abends wieder hinausgeht, sieht alles ganz anders aus", sagt Constanze Klotz, die bei der IBA für den Bereich Kunst und Kultur zuständig ist. Freunde und Bekannte seien oft erstaunt, wenn sie das Dock zum ersten Mal sähen. "Hier arbeitest du?" fragten sie dann ungläubig.
Auf dem Wasser arbeiten, ohne es zu merken- das gefällt Karen Pein.
Den Mitarbeitern gefällt besonders das grandiose Lichtspiel auf dem Wasser - etwa bei Sonnenuntergang oder bei Eis im Winter. Die gute Lage und der maritime Charakter seien weitere Pluspunkte: "Erst hatte ich Bedenken, dass vielleicht jemand seekrank wird, aber das ist nicht der Fall. Man merkt überhaupt nichts. Es ist schon schön hier," findet Projektkoordinatorin Karen Pein.
Klimafreundlich und innovativ
Auch das Raumklima ist angenehm, eine konventionelle Heizungsanlage gibt es nicht. Sonne und das Wasser der Elbe werden zur Energiegewinnung genutzt, über eine Wärmepumpe wird das Gebäude nach Bedarf erwärmt oder gekühlt und ist damit auch klimatechnisch - weil CO2-neutral - ein Vorbild. Der Entwurf des Hannoveraner Architekturbüros Han Slawik erfüllt damit einen wichtigen Anspruch der Bauausstellung - zu zeigen, wie sich eine Stadt baulich auf den Klimawandel einstellen kann. Außerdem ist das Gebäude aufgrund seiner Konstruktion ideal für das Bauen in Gebieten mit Hochwasserlage.
René Reckschwardt ist bei der IBA für das Reiherstiegviertel verantwortlich und mag seinen Arbeitsplatz sehr.
René Reckschwardt hat das Glück, im IBA-Dock in einem Büro mit Blick zur Wasserseite zu arbeiten: "Das ist mein bisher schönster Arbeitsplatz und mir graut es schon vor dem nächsten." Der Projektkoordinator schätzt es auch, nicht isoliert in einem herkömmlichen Bürogebäude zu arbeiten, sondern direkten Kontakt zu Menschen und Besuchern zu haben: "Wenn ich rausgehe, ist dort fast immer jemand und man kommt ins Gespräch. Besucher kommen gern ins Dock und es ist ein guter Ort für Termine."
Ein Seehund vorm Bürofenster
An ein Erlebnis erinnern sich die IBA-Mitarbeiter besonders gern. Eines Tages tauchte in der Elbe vor ihren Bürofenstern ein Seehund auf. Beweisfotos hängen heute an der Bürowand. "Wir haben natürlich gleich eine Tierschutzorganisation angerufen", erinnert sich Pressesprecherin Anna Vietinghoff, "aber die haben uns beruhigt. Die Tiere verirren sich wohl öfter in einen Seitenarm der Elbe." Und in der Tat - eine Zeit lang tauchte der Seehund immer wieder vor dem Dock auf, dann war er weg.
Ob die IBA-Mitarbeiter in Zukunft vom Büro aus weitere Seehunde zu Gesicht bekommen, ist fraglich. Nach der Präsentationsphase wird die IBA GmbH aufgelöst. Was dann mit dem Dock passiert, ist noch unklar.