Mit den Beatles über den Kiez
Am 17. August 1960 geben die Beatles ihr erstes Hamburger Konzert - im Kiez-Club Indra. Viele Orte erinnern an die Anfänge der Band. Ein Spaziergang rund um die Reeperbahn. mehr
Auf 1.300 Quadratmetern können Besucher dem Werdegang der berühmten Pilzköpfe aus Liverpool nachspüren.
Mitten auf dem Kiez, in unmittelbarer Nähe des Beatles-Platzes auf der Hamburger Reeperbahn, können sich Besucher auf eine Zeit- und Fantasiereise durch die Welt der legendären Beatles begeben. Die "Fab Four" stehen im Mittelpunkt der Dauerausstellung "Beatlemania", die auf fünf Etagen die wilde Zeit der 60er-Jahre in Hamburg wiederauferstehen lässt und die Geschichte der vier Pilzköpfe aus Liverpool erzählt. Auf St. Pauli hatten die Beatles damals den Grundstein für ihre weltweite Karriere gelegt. Hier begann einst die "Beatlemania", die weltweite Euphorie um die vier Musiker aus Liverpool.
Beatlemania in Hamburg: Die Beatles-Ausstellung auf der Reeperbahn schickt Uwe Bahn auf eine Zeitreise in die Welt der 60er-Jahre.
Eintauchen in die Welt der 60er: Ein Nachbau der Großen Freiheit mit dem legendären Indra-Club, in dem die Beatles damals auftraten.
Das Museum zeigt elf Themenbereiche: von der Zeit auf der Reeperbahn über die Plattenaufnahmen in den bekannten Londoner Abbey Road Studios bis zur Auflösung der Band. Besucher erleben einzelne Meilensteine der musikalischen Entwicklung der berühmten Band hautnah mit und tauchen in die Kulissen der damaligen Clubs ein. Sie können sich mit John, Paul, George und Ringo auf dem legendären Sgt.-Pepper-Plattencover verewigen lassen, mit Captain Fred im Yellow Submarine auf Tauchstation gehen oder sich in einem Multimedia-Raum unter das Publikum des allerletzten Beatles-Konzerts mischen.
Horst Fascher buchte die Anfang der 1960er-Jahre noch recht unbekannten Beatles zur Eröffnung des Star-Clubs am 13. April 1962.
Die Ausstellung befindet sich gleich neben der Großen Freiheit und lockt mit einzigartigen und zum Teil noch nie gezeigten Originalexponaten aus privaten Sammlungen. Die Reise beginnt in der Hamburger Zeit der Beatles und führt bis zur Auflösung der wohl einflussreichsten britischen Band der Musikgeschichte. Vom Eingang im Erdgeschoss geht es direkt mit dem Fahrstuhl in die fünfte Etage und damit zur Ankunft der Beatles in Hamburg im Jahr 1960. Auf dem Flur der "Einreise" bekommt der Besucher erste biografische Daten sowie Fotos von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best zu lesen und sehen. Die Ausstellung führt direkt in das Rotlichtviertel St. Pauli. Nachgebildete Hausfronten verschiedener Clubs im Stil der 60er-Jahre lassen die Anfangszeit der Beatles in der Großen Freiheit lebendig werden. In Interviews berichten Zeitzeugen wie Fotografin Astrid Kirchherr und Star-Club-Gründer Horst Fascher über ihre erste Begegnung mit den Beatles.
Eine Etage tiefer gelangt der Besucher in den "Backstage-Bereich" der Beatles. Hier stehen verschiedene Instrumente, darunter eine Originalgitarre von Ringo, auf der auch John Lennon gespielt hat. Eine Ansichtskarte, die Ringo Starr aus Hamburg an seine Großmutter in Liverpool schickte, offenbart die Schwächen des Pilzkopfs: fünf Rechtschreibfehler, in nur wenigen Zeilen. Im Nebenzimmer, dem Managerbüro, befindet sich der allererste Plattenvertrag. Wer glaubt, Rock 'n' Roll nicht nur im Herzen, sondern auch in der Stimme zu haben, kann auf dieser Etage zu einem ausgewählten Song der Beatles Karaoke singen und sein Werk am Ende der Ausstellung als akustisches Souvenir mitnehmen.
Das ehemalige Bambikino: 1960 wohnten hier die Beatles.
In einem kleinen Kino erleben Besucher, was Beatlemania eigentlich bedeutet. Umgeben von mehreren Leinwänden befindet sich der Zuschauer im Zentrum Tausender vor Ekstase kreischender Fans. Gleich neben an stehen Vitrinen gefüllt mit Fanartikeln und Kuriositäten aus den 60er-Jahren. Ein Beweis dafür, dass die Werbe-Maschinerie schon damals ausgezeichnet lief. Besonders bunt ist der Bereich "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band". Das überdimensionale Doppelalbum-Cover enthält wie das Original nur eine Langspielplatte. Noch eine Besonderheit: Erstmals wurden auf der Rückseite der Plattenhülle die Songtexte abgedruckt.
Eine Zeitreise zu den Beatles: eintauchen in das Lebensgefühl der 60er-Jahre.
Eine Hausfassade, beklebt mit Zeitungs- und Magazinausschnitten über die Hamburger Zeit der Beatles, führt zum "Yellow Submarine": Hier kann man in einem U-Boot mit Captain Fred auf Tauchstation gehen. Neben Ausstellungsstücken zum Thema sind auch Ausschnitte aus dem gleichnamigen Film zu sehen. In der zweiten Etage erinnern Videos und Filmfotos daran, dass die Beatles auch als Schauspieler aktiv waren. Der zweite Themenbereich widmet sich ganz dem Album "Let it be" und markiert das Ende der Schaffensphase der Beatles als Band. In der ersten Etage und im Erdgeschoss befinden sich ein Café und ein Souvenirshop.
Das Museum veranstaltet außerdem regelmäßig Konzerte und Lesungen. Von April bis Oktober gibt es eine Beatles-Barkassentour, die einen Rundgang auf den Spuren der Beatles und eine Bootstour mit einschließt.
Stefanie Hempel bietet eine ganz besondere Art der Stadtführung an. Zu Fuß oder im "Beatles-Bus" zeigt sie den Besuchern die Spuren der Pilzköpfe auf der Hamburger Reeperbahn.
Angefangen hat alles mit einer Beatles-Kassette, seitdem ist Stefanie Hempel aus Mecklenburg-Vorpommern infiziert. Mit ihrer Ukulele führt die Sängerin von März bis November Touristen durch das Hamburger Rotlichtviertel. Ziel sind alle Orte, an denen Beatles-Geschichte geschrieben wurde. Dazu gehören das Indra, der Kaiserkeller und der Starclub, die Geburtsstätte der Beatmusik. Als waschechter Beatlesfan kennt Stefanie Hempel spannende und skurrile Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen. Die Führung mit Live-Musik auf der Straße und einem privaten Konzert in der Stammkneipe der Beatles dauert etwa zwei Stunden. Tickets sind im Internet oder per Telefon erhältlich. Eine rechtzeitige Anmeldung ist empfehlenswert, da die Teilnehmeranzahl beschränkt ist.