Schleswig: Stadt der Kunstschätze
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Gefürchtet und bewundert: Die Wikinger und ihre Kultur faszinieren viele Menschen. Häufig sind die Vorstellungen über ihre Lebensweise aber von stereotypen Szenen aus Actionfilmen geprägt. Wer wissen möchte, wie die Nordmänner wirklich gelebt haben, kann sich im Wikinger-Museum in Haithabu bei Schleswig auf eine Zeitreise begeben.
In den Langhäusern wurde gekocht, gegessen, gespielt und geschlafen. Für die Handwerker gab es spezielle Arbeitshäuser.
Haithabu war die bedeutendste Siedlung der Wikinger und im 10. Jahrhundert der wichtigste Handelszentrum im Ostseeraum. Im 11. Jahrhundert wurde die Siedlung überfallen und zerstört. Bis heute zeugt ein Halbkreiswall von der einstigen Anlage. In der Nähe des Walls befindet sich das Wikinger-Museum. Es zeigt rund 3.000 interessante Exponate, darunter Schmuck, Kleidung, Waffen und Runensteine. Sie geben Auskunft in das Leben der der damaligen Oberschicht. Andere Funde vermitteln eine Vorstellung vom Alltagsleben im frühen Mittelalter. Weitere Schwerpunkte der Sammlung beschäftigen sich mit heidnischem Glauben und christlicher Religion sowie Handwerk und Handel. Modelle, Karten und Filme geben weitere Einblicke in die Welt der Wikinger.
Ein Glanzstück der Ausstellung ist das 30 Meter lange Langschiff, das in Teilen rekonstruiert wurde.
Das vielleicht spektakulärste Ausstellungsstück befindet sich in der Schiffshalle des Museums: ein imposantes königliches Langschiff. Das 23 Meter lange Schiff wurde 1979 im Hafen von Haithabu ausgegraben und zum Teil rekonstruiert. Es war einst das schnellste Schiff auf der Ostsee.
Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Freigeländes. Dort wurde ein Teil der Wikingersiedlung originalgeträu nachgebaut. Insgesamt wurden sieben Häuser rekonstruiert. Bohlenwege erschließen das Gelände. Am Wasser wurde eine 41 Meter lange und knapp zehn Meter breite Landebrücke rekonstruiert. Zur Blütezeit Haithabus gab es im Hafen mehrere dieser hölzernen Plattformen, auf denen auch Handelsgeschäfte stattfanden und vermutlich Waren zwischengelagert wurden.
Im Freigelände geben sieben originalgetreu nachgebaute Wikingerhäuser Einblick in den Alltag der damaligen Zeit.
In den lehmverputzten Flechtwandhäusern, etwa in dem des Kammmacher, des Holzhandwerkers oder des Fischers, erfahren Besucher, welche verschiedenen Handwerkstechniken die Wikinger beherrschten. Bei speziellen Veranstaltungen können sie auch selbst aktiv werden und Brot auf Wikingerart backen oder sich in die Kunst des Bogenschießen einführen lassen. Genauere Informationen zu den Angeboten gibt die Homepage des Museums.