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Braunschweig ist mit gut 245.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und gilt als Zentrum für Forschung und Wissenschaft. Tradition und Moderne ergänzen sich gut - so bietet die vielseitige Stadt für Besucher und Einwohner reichlich Abwechslung und Interessantes.
Zeugnisse früherer Macht: Die Löwenstatue vor dem Dom aus dem 12. Jahrhundert.
Bereits im frühen Mittelalter war das Gebiet an der Oker besiedelt. Im Jahre 1031 wurde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt. Entscheidend für die Entwicklung zur mittelalterlichen Großstadt war der einflussreiche und mächtige Herzog Heinrich der Löwe - der Stammvater der Welfen. Er wählte Braunschweig, das günstig an der Kreuzung bedeutender Fernhandelswege lag, im 12. Jahrhundert als Residenz und entwickelte die Stadt zu einem Machtzentrum in Mitteleuropa. Der Burgplatz mit Dom, Burg und Löwenstandbild lässt noch heute die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der einstigen Residenz erahnen.
Der imposante, dreischiffige Dom St. Blasii entstand zwischen 1173 und 1195 unter Heinrich dem Löwen und sollte als Zeugnis seiner Macht und spätere Grabstätte dienen. So können Besucher dort heute das aus Muschelkalk gefertigte Grab des Herzogs und seiner Frau Mathilde besichtigen und zahlreiche Kunstschätze bewundern. Dazu gehören das Imervard-Kreuz, der Marienaltar, ein fünf Meter hoher siebenarmiger Leuchter sowie mittelalterliche Wandmalereien. Lohnenswert ist auch ein Blick in ein besonders kostbares Buch, das Heinrich der Löwe im Jahr 1188 dem Dom stiftete: das Evangeliar. Die mit zahlreichen kunstvollen Bildern verzierte Handschrift ist allerdings nur eine aufwendige Kopie. Das Original liegt als teuerstes Buch der Welt gut geschützt im Tresor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Unmittelbar neben dem Dom steht Burg Dankwarderode, einst die Residenz Heinrich des Löwen. Der heutige Bau wurde im späten 19. Jahrhundert als Rekonstruktion nach dem mittelalterlichen Grundriss errichtet. Besucher können in der Burg die mittelalterliche Abteilung des Herzog Anton Ulrich-Museums sowie Teile des Welfenschatzes und liturgische Gewänder besichtigen.
Direkt hinter dem schönen, mittelalterlichen Burgplatz beginnt die ausgedehnte Fußgängerzone der Altstadt. Große Teile Braunschweigs wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, sodass heute moderne Gebäude das Stadtbild prägen. Über die Stadt verteilt gibt es allerdings fünf sogenannte Traditionsinseln (Aegidien, Altstadtmarkt, Burgplatz, Magniviertel, Michaelis): Bezirke, die noch mit prachtvollem Baubestand aus dem Mittelalter aufwarten können. In jedem Bezirk gab es einst eine Kirche, ein Rathaus und einen Markt. Auf dem Altstadtmarkt, der im 12. Jahrhundert angelegt wurde, ist das noch heute so.
Der Altstadtmarkt mit Rathaus und Brunnen ist eine der Braunschweiger Traditionsinseln.
Den Mittelpunkt des Platzes bildet der Marienbrunnen. Darum gruppieren sich die Martinikirche, das Alte Zollhaus von 1643, das Gewandhaus mit Renaissancegiebel und das Altstadtrathaus. An seiner Fassade befinden sich viele - zum Teil gruselige - gotische Figuren und eine Braunschweiger Elle. Sie ist an einer der Säulen des Laubengangs eingelassen, misst genau 57,07 Zentimeter und diente im Mittelalter Kaufleuten, besonders den Tuchhändlern, als verbindliche Maßeinheit.