Glossar

Bodden
Bodden sind salzhaltige Gewässer an der Ostseeküste, die über schmale Flutrinnen mit dem Meer verbunden sind.

Die allgemeine geografische Bezeichnung für Bodden ist Lagune. In der Ostsee werden Lagunen auch Haff genannt.

Landbrücke
Ein langezogener Landstreifen, der zwei Landmassen miteinander verbindet.

Ausgleichsküste
Durch die Einwirkung von Wind und Wasser kommt es zu einer "Strandversetzung". Sand, der an einer Stelle aufgenommen wird, lagert sich an einer anderen Stelle ab. Dadruch entsteht eine flache, größtenteils geradlinig verlaufende Küste.

WETTER
 

Bodden, Sandhaken und Windwatte

Abbrüche am Steilufer von Hiddensee © Hans-Theo Janssen Fotograf: Hans-Theo Janssen Abbrüche am Steilufer von Hiddensee

Das Gebiet zwischen der Halbinsel Darß-Zingst, der Ostseeinsel Hiddensee und der Westküste Rügens hat seinen Namen von den Randgewässern der Ostsee, den Bodden. Diese flachen Buchten sind über Flutrinnen mit der Ostsee verbunden, weswegen ihr Wasser auch leicht salzhaltig ist.

Die Landschaft der Bodden und der Ausgleichsküste hat ihren Ursprung in der letzten Eiszeit. Während dieser Weichsel-Eiszeit kam es immer wieder zu verschiedenen Warm- und Kaltzeiten, was nichts anderes bedeutet, als dass die Eismassen der skandinavischen Gletscher verschiedentlich in das Gebiet vordrangen.

 

Eiszeiten im Norden

Weichsel-Eiszeit:
115.000 bis 12.500 v. Chr.
Saale-Eiszeit:
180.000 bis 126.000 v. Chr.
Elster-Eiszeit
320.000 bis 480.000 v. Chr.

Da die Gegend bereits in den früheren Eiszeiten von Gletschern bedeckt gewesen war und diese Massen an Sand und Geröll hinterlassen hatten, veränderten die neuerlichen Gletschervorstöße die Landschaftsform. Endmoränen bildeten Hügelketten, Schmelzwasserbäche und Flüsse hinterließen ihre Spuren in den zahlreichen Sandbänken. Ein Beispiel für eine Endmoräne ist der Dornbusch auf Hiddensee. Erst vor 12.000 Jahren schmolz das Inlandeis endgültig ab. Da der Meeresspiegel damals noch tiefer lag als heute, bedeckte Tundra das Gebiet. Bis vor 7.000 Jahren befand sich das Ostseeufer noch viele Kilometer weiter im Norden.

Überflutete Landschaft

Hiddensee von oben © picture-alliance/KPA Hiddensee von oben

Erst mit der weiteren Erwärmung der Erde und damit dem Anstieg des Meeresspiegels erreichte das Meer vor 4.000 Jahren seinen heutigen Pegel und überspülte die von den Gletschern hinterlassene Landschaft. Vertiefungen wurden überflutet, Erhebungen bildeten Inselkerne. Zu diesen zählten im Westen die Moräneninsel Hohes Fischland, im Osten der Altdarß und die flachen Inseln West- und Ostzingst sowie der Dornbusch Hiddensees. Der Dornbusch und Fischland waren zu dieser Zeit noch doppelt so hoch wie heute, doch an ihren Küsten wirkte die Kraft von Wind und Wasser. Sand, Ton und Kies von Strand und Steilufer wurden in den folgenden Jahrtausenden abgetragen und verlagert. Die feinen Tonpartikel wurden ins Meer hinausgetragen. Sand und Kies wanderten mit der Strömung entlang des Ufers und lagerten sich schließlich in langen, schmalen Strandwällen ab. Mehrere Strandwälle formten nach und nach sogenannte Sandhaken.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus den Sandhaken Nehrungen, die die Inselkerne miteinander verbanden. So wurde der Bereich zwischen den Inselkernen und der eigentlichen Festlandküste vom offenen Meer fast völlig abgeschnitten. Die Bodden entstanden.

Die Küstendynamik ist heute noch am Werk und deutlich zu beobachten. Der Neudarß bildete sich aus den Sandablagerungen der letzten Jahrtausende und wächst weiter. Sandhaken bestimmen das östliche Ende der Halbinsel Zingst sowie Hiddensee bei Gellen und Bessin. Der größte Sandhaken der Region ist Bug am westlichen Ende der Halbinsel Wittow auf Rügen.

 

Tier- und Pflanzenwelt
Kraniche auf einem abgeernteten Maisfeld in Vorpommern. © dpa Fotograf: Stefan Sauer
 

Ein Naturparadies im hohen Norden

Flache Buchten, Inseln und Wälder sind Heimat vieler Tiere und Pflanzen. mehr