Die großen Jäger kehren zurück in den Norden
Luchse, Wildkatzen, Uhus und andere große Beutegreifer sind wieder da. mehr
Sommerzeit ist Tierparkzeit. Mehr als 40 Parks und Zoos gibt es in Norddeutschland. Welche lohnen einen Besuch? NDR.de hat einige ausgewählte besucht und kritisch unter die Lupe genommen. Teil 4: Hagenbecks Tierpark - der Klassiker in Hamburg.
Walrossdame Neseyka auf Tauchstation: Das Eismeer gewährt auch Einblicke unter Wasser.
In einer schönen Parklandschaft mit altem Baumbestand, Felsen und Seen leben mehr als 1.850 Tiere aller Kontinente, darunter asiatische Elefanten, Orang-Utans und Riesenotter. Neueste Attraktion ist das jüngst eröffnete Eismeer - eine begehbare Polarlandschaft mit Pinguinen, Robben, Eisbären und einem Walross. Bei schlechtem Wetter ist das Tropenaquarium eine Alternative. In der komplett überdachten Anlage sind Krokodile, Schlangen und Fische zu Hause. Allerdings kostet das Aquarium extra.
Vor jedem Gehege gibt es Schilder. Sie sind relativ klein und enthalten nur Basisinformationen wie den Namen des Tieres und seine geografische Herkunft. Wesentlich besser gestaltet sind die Erläuterungen im neuen Eismeer. Dort zeigen riesige Fotos den Lebensraum an den Polaren, Texte informieren über Tiere und Klima. Empfehlenswert sind die Schaufütterungen, bei denen Tierpfleger über ihre Schützlinge informieren und Besucher Fragen stellen können (Zeiten auf der Website des Parks). Wer mehr über die Tiere erfahren möchte, kann eine Führung buchen (50 Euro für Kindergruppen, 80 Euro für Erwachsene).
Groß und schön begrünt: der Spielplatz mit Kletterturm, Rutschen und Schaukeln.
Im nördlichen Teil bietet ein großer Spielplatz mit Sandboden und vielen Bäumen, die im Sommer ausreichend Schatten spenden, die Möglichkeit zum Spielen und Toben. Im sehr kleinen Streichelgehege können Kinder testen, wie sich Zwerg- und Owambo-Ziegen anfühlen. In den Sommermonaten wird Ponyreiten angeboten, außerdem gibt es eine Märchenbahn - die allerdings schon etwas in die Jahre gekommen ist. Beide Angebote kosten extra (2 Euro/1,50 Euro).
Am Eingang bekommt jeder Besucher einen Wegeplan. Den sollte er auf keinen Fall wegwerfen, denn im Park selbst gibt es keine Übersichtspläne. Alle Gehege und wichtigen Gebäude sind mit Nummern von 1 bis 73 versehen, ein empfohlener Rundkurs ist ausgeschildert. Allerdings sind die Schilder klein und leicht zu übersehen. Da es häufig Gabelungen ohne Beschilderung gibt, kann man sich leicht verlaufen oder Gehege verpassen. Außerdem zeigen die Hinweisschilder statt der Tiernamen nur die Nummern der Gehege an - so fällt die Orientierung schwer. Die Sandwege sind breit und auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet.
Am Eingang gibt es Schließfächer, Bollerwagen können dort für 3 Euro gemietet werden. Sechs kostenlose und saubere Toiletten stehen über den Park verteilt zur Verfügung und sind gut ausgeschildert. Wer sich ausruhen oder eine Pause machen möchte, findet zahlreiche Bänke, die oft einen schönen Ausblick bieten. Parken im überdachten Parkdeck kostet 3,50 Euro pro Tag.
Der Picknick-Platz auf der "Birma-Insel" liegt landschaftlich reizvoll an einem kleinen See.
Der Tierpark bietet im Sommer ein großes Restaurant mit Terrasse und schönem Blick auf das Afrika-Panorama, im Winter ein geschlossenes Restaurant mit Zeltdach. Am Gehege der Orang-Utans gibt es ein kleines Imbiss-Café. Die Preise für das Essen sind durchschnittlich (Nudeln mit Tomatensoße 6,90 Euro, Bauernsalat 10,50 Euro, Wiener Schnitzel 15,90 Euro), die Getränkepreise gehoben (Cappuccino 3,60 Euro, große Flasche Wasser 6,90 Euro, kleines Bier 2,90 Euro). Außerdem gibt es über den Park verteilt mehrere Imbissstände, die Snacks wie Pommes frites, Popcorn und Eis anbieten. Wer Geld sparen möchte und sich sein Essen lieber selbst mitbringt, kann Picknicktische auf der hübschen "Birma-Insel" nutzen. Neben dem Tigergehege befindet sich ein Grillplatz für etwa 30 Personen (Tagesmiete 30 Euro).
Ein Einzelticket für Erwachsene kostet 20 Euro, Kinder von vier bis 16 Jahre zahlen 15 Euro. Familientickets gibt es für 60 Euro (zwei Erwachsene, zwei Kinder) und für 70 Euro (zwei Erwachsene, drei Kinder). Der Tierpark ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, in den Monaten Juli und August schließt er um 19 Uhr. Das Tropenaquarium ist nicht im Preis inbegriffen, sondern kostet extra (14/10/43/49 Euro). Es werden auch Kombitickets (30/21/85/98 Euro) angeboten.
Die Preise von Hagenbeck sind ganz schön happig - zumal man den Rundkurs ohne große Pausen gut in drei Stunden schafft. Selbst Familien, die keine Extras kaufen, sind schnell mehr als 50 Euro los. Das Essensangebot ist mit den üblichen Pommes frites, Muffins und Bratwürsten relativ fantasielos. Größtes Manko ist die schlecht Beschilderung, hier wäre mehr Service wünschenswert. Pluspunkte: Der Park ist landschaftlich schön und aus Hamburg und Umgebung schnell und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wirklich gelungen ist das neue Eismeer und fast schon für sich einen Besuch wert. Tipp: Wer den Park öfter besuchen möchte, sollte eine Jahreskarte kaufen - die ist im Verhältnis zu einem Einzelticket mit 100 Euro (Kinder 60 Euro) recht günstig und ermöglicht auch den Zugang nach Kassenschluss (eine Stunde vor Schließung).
Anzahl der Tiere/Arten: etwa 1.850/210
Eintritt für eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder, 4 und 8 Jahre): 60 Euro, Aquarium: 43 Euro, Kombiticket: 85 Euro
Tiershows: tgl. verschiedene Schaufütterungen, im Eintrittspreis enthalten
Gastrononmie (1 Wurst mit Pommes frites): 6,70 Euro
Parken (Gebühr für Pkw): 3,50 Euro für den ganzen Tag