Verkehrsmeldungen für Norddeutschland
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage im Norden mehr
Heimische Wildtiere wie den Fischotter bekommen Menschen in freier Natur nur selten zu sehen. Im Otter-Zentrum Hankensbüttel können Besucher die Tiere aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Die Anlage liegt am Ufer des Isenhagener Sees zwischen Gifhorn und Uelzen und besteht aus großzügigen Freigehegen, die den natürlichen Lebensräumen der Tiere nachempfunden sind. Dort leben nicht nur Otter, sondern auch seine nächsten Verwandten wie Iltis, Steinmarder, Dachs, Baummarder oder Hermelin. Zu sehen gibt es außerdem die seltenen Otterhunde, eine vom Aussterben bedrohte Hunderasse, die früher eigens zur Otterjagd gezüchtet wurden.
Weitere Attraktion des Otter-Zentrums ist eine Anlage für sechs amerikanische und zwei europäische Nerze. In Deutschland gelten die Tiere als ausgestorben. Besucher können durch große Glasscheiben beobachten, wie die Nerze in einem Teich schwimmen und tauchen. Ein unterirdischer Gang führt direkt in das 1.500 Quadratmeter große Gehege.
Damit die Besucher die sehr scheuen und teilweise dämmerungs- oder nachtaktiven Tiere des Parks sehen können, finden täglich mehrmals Schaufütterungen statt - in einem 15-minütigen Rhythmus jeweils an einem Gehege. Tierpfleger erläutern dabei das Verhalten der Tiere und beantworten gerne Fragen der Besucher. Fotografieren und Filmen ist nur zu privaten Zwecken und ohne Verwendung von Stativen erlaubt.
Die Naturerlebnisbrücke aus Holz ist gut 100 Meter lag und soll Besuchern den Lebensraum See näherbringen.
Darüber hinaus bietet das Otter-Zentrum zahlreiche Lernspiele für Jung und Alt an, die wertvolle Informationen über die dort lebenden Tiere und ihre Lebensräume vermitteln. Eine Naturerlebnisbrücke, die über den See der Anlage führt und verschiedene Station beeinhaltet - zum Beispiel einen Fußtastpfad, ein überdimensionales Storchennest mit großem Fernrohr oder Wasserpumpen - ist eine weitere Attraktion.
Das Otter-Zentrum unterhält eine eigene Forschungsabteilung, die sich um die Zucht der Tiere kümmert und mit der Autoindustrie zusammenarbeitet. Viele Autobesitzer haben schon Bekanntschaft mit dem nachtaktiven Steinmarder gemacht, der immer wieder Schäden unter der Motorhaube anrichtet. Im Otterzentrum testen Autohersteller zum Beispiel Autokabel auf ihre Tauglichkeit gegen Marder. Auch private Teichbesitzer können sich beraten lassen, wenn Fischotter die Bestände dezimieren. Im Otterzentrum werden dafür besondere Zäune entwickelt.
Etwa 80.000 Gäste kommen pro Jahr nach Hankensbüttel. Auf mehr als drei Kilometern Wegenetz wird der Besucher durch eine Landschaft mit Bächen, Teichen, Wiesen und dem mehr als 100-jährigen Wald geführt. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit. So trägt zum Beispiel der Hermelin nur in den Wintermonaten sein edles weißes Fell. Ab März färbt es sich wieder braun. Hinter Glas kann in den Bau der kleinsten Bewohner des Otterzentrums geschaut werden - unter und über der Erde sind die flinken Hermeline eine Attraktion.
Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes und die Jagd, die 1968 in Deutschland verboten wurde, waren die Fischotter in den 70er-Jahren fast ausgestorben. Deshalb gründete sich 1979 der Verein "Aktion Fischotter", der damit begann, für den Schutz der Tiere zu kämpfen. 1988 eröffnete der Verein das in Europa einzigartige Otter-Zentrum am Südrand der Lüneburger Heide, um möglichst viele Menschen für den Fischotter und seine nächsten Verwandten zu begeistern und für ihren Schutz zu sensibilisieren. Ziel ist es, den Bestand der Otter in der freien Natur, der sich inzwischen etwas erholt hat, dauerhaft zu sichern.