Stand: 19.02.2016 10:17 Uhr

Reise durch die Evolution: Das Darwineum

von Irene Altenmüller, NDR.de

Eine Zeitreise durch vier Milliarden Jahre Evolution - das verspricht das Darwineum im Rostocker Zoo. In dem großen Gebäudekomplex suf dem Zoogelände erwartet Besucher eine Mischung aus Tierpark und interaktiver Erlebnis-Ausstellung. Thema ist die gesamte Entwicklung des Lebens auf der Erde - vom ersten Einzeller über die Dinosaurier bis hin zum Menschen. Modelle, Schaukästen und interaktive Spielstationen, vor allem aber lebende Tiere sollen dabei helfen, die ansonsten recht abstrakte Materie auf spannende und spielerische Weise zu veranschaulichen.

Affen im Darwineum

Darwineum: Tropenexpedition bei Nacht

Nordtour

Wenn die Tagesgäste gegangen sind, öffnet das Darwineum noch einmal seine Pforten für eine besondere Tour: Im Rostocker Zoo können Besucher die Tiere auch nachts erleben.

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Mischung aus Erlebnismuseum und Tierpark

Aufgeteilt ist die insgesamt 20.000 Quadratmeter große Ausstellung in drei Teile. Nach einer kurzen Einführung in Darwins Evolutionslehre betreten die Besucher eine Art Zeitschleuse, die sie vom Urknall vor 14 Milliarden Jahren bis zur Entstehung der Erde führt.

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Welche Wege beschritt das Leben auf seiner Reise durch die Evolution? Acht Einzelräume klären diese Frage.

In dem anschließenden Rundbau beleuchten acht Einzelräume, sogenannte Kojen, jeweils entscheidende Schritte der Evolution. So gibt etwa eine Koje Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt des Ur-Ozeans: Modellfiguren zeigen, welche Tiere und Pflanzen das Meer vor etwa 500 Millionen Jahren bevölkerten. Ein Quallenaquarium vermittelt zugleich einen lebendigen Eindruck davon, wie es im Ur-Ozean unter Wasser aussah.

Schlammspringer, Erdhörnchen und Blattschneiderameisen

Die Kombination von Modellen und Tieren, die als "lebende Fossillien" einen Blick in die Tierwelt längst vergangenener Zeiten ermöglichen, zieht sich durch den gesamten ersten Ausstellungsteil. Seepferdchen, Lanzettfischchen, Schlammspringer, Blattschneiderameisen oder Malawi-Buntbarsche - sie alle stehen beispielhaft für eine bestimmte Ära der Evolution. Die achte und letzte Koje mit dem Modell eines Urpferdchens ist den Säugetieren gewidmet. Hier wohnen die Antilopenziesel, eine amerikanische Erdhörnchenart, die noch heute den ersten Säugetieren ähnelt.

Interaktive Touchscreens geben in der Mitte des Rundbaus Auskunft über weitere entscheidende Schritte der Erdgeschichte, etwa die Kontinentaldrift oder die Wanderung des Menschen über den gesamten Planeten.

Viel Platz für die Menschenaffen

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Viel Licht, viel Grün und etliche Klettergelegenheiten sollen dafür sorgen, dass sich die Affen wohl fühlen.

Vom ersten Ausstellungsbereich im Rundbau führt der Weg in die Tropenhalle. Dort leben Gorillas und Orang Utans, aber auch kleinere Affenarten wie Gibbons und Zwergseidenäffchen. Auch einige Faultiere und Schlangen haben dort ihr Zuhause. Besucher können auf geschlängelten Pfaden und über eine Hängebrücke die Affen in einer naturnahen Umgebung beim Klettern und Spielen beobachten. Weitere 10.000 Quadratmeter zum Austoben bietet die Außenanlage den nächsten Verwandten des Menschen. Die Menschenaffen leben in jeweils zwei getrennten Familiengruppen, bei den Orang Utans stellte sich im Jahr 2013 erstmals seit der Eröffnung des Darwineums 2012 Nachwuchs ein.

Werkzeug, Sprache, Wissen: Die kulturelle Evolution

Durch die Tropenhalle gelangen die Besucher in den dritten und letzten Gebäudeteil des Darwineums. Er befasst sich mit der kulturellen Evolution des Menschen. Themen sind unter anderem die Entwicklung der menschlichen Sprache, der Werkzeuggebrauch und die Entstehung der Wissenschaften. Ein "Forschungslabor" beleuchtet aktuelle Entwicklungen und gibt einen Ausblick in die Zukunft. Ein Aspekt, der dort behandelt wird, ist die moderne Stammzellenforschung. Für die Besucher schließt sich hier der Kreis: So, wie die Urzelle der Beginn des Lebens auf der Erde war, ist die Stammzelle der Keim des einzelnen komplexen Lebewesens. Auf diese Weise führt die kulturelle Evolution den Menschen wieder zurück zum Anfang allen Lebens.

Von der Urzelle zum Menschen: Besuch im Darwineum

Das Darwineum lässt sich sowohl individuell als auch im Rahmen von kostenpflichtigen Führungen besuchen. Eine Besonderheit sind die nächtlichen Tropenexpeditionen, bei denen die Besucher unter anderem beobachten können, wie sich die Menschenaffen auf die Nacht in ihrem "Dschungel" vorbereiten.

Charles Darwin

Der britische Naturforscher (1809 - 1882) gilt als Begründer der Evolutionstheorie. In seinem Werk "On the Origin of Species" (Über die Entstehung der Arten) erklärte Darwin, dass sich die Erde und mit ihr alle Tiere und Pflanzen erst im Verlauf vieler Millionen Jahre entwickelten. Damit stellte er sich gegen die biblische Lehre, nach der die Erde von Gott in sechs Tagen geschaffen wurde.

Darwins Thesen stießen zunächst auf vehementen Widerstand, insbesondere bei gläubigen Christen, setzten sich aber rasch durch und gelten heute als belegt. Das Darwineum im Rostocker Zoo, das sich mit der Evolution befasst, ist nach Charles Darwin benannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 19.02.2016 / 18:00 Uhr