Stand: 02.07.2014 15:13 Uhr

Auf Stippvisite am Pol in Hagenbecks Eismeer

Walrosse tauchen nur einen Flossenschlag vom Besucher entfernt und auch Eisbärin Viktoria zieht nur wenige Meter hinter der Panoramascheibe ihre Runden: Im Eismeer, einer der Attraktion des Tierparks Hagenbeck in Hamburg, können kleine und große Polarforscher die Tierwelt von Nord- und Südpol aus nächster Nähe erkunden.

Expedition in Hamburgs Eismeer

Das Besondere an dem neuen Eismeer: Der 750 Meter lange Weg durch die Anlage führt nicht nur außen an den Tieren vorbei, sondern mitten hinein in eine Art Tunnelsystem. Dort ermöglichen 14 große Panoramascheiben den Blick in die Gehege unter Wasser. So lassen sich die Tiere auch beim Tauchen und Schwimmen hervorragend beobachten. Mittelpunkt der Außenanlage ist ein 15 Meter hoher Kunstfelsen. Große Tafeln informieren über die Tiere und ihre natürlichen Lebensräumen in den Polarregionen.

Viel Platz zum Tauchen, Schwimmen und Herumtollen

Bei dem Neubau haben die Planer Wert darauf gelegt, die Anlage möglichst naturnah zu gestalten. Auf insgesamt 8.000 Quadratmetern Fläche mit 1.200 Quadratmetern Wasserfläche haben die Tiere viel Platz zum Schwimmen und Tauchen - und die Besucher viele Möglichkeiten, ihnen dabei zuzusehen. So können sie beispielsweise Pinguine beobachten, die ins Wasser springen, im Unterwassertunnel über die Menschen hinweg schwimmen und schließlich wieder zurücklaufen. Bevor das Gehege für die Königspinguine konzipiert wurde, reiste das Planungsteam in die Antarktis, um Verhaltensweisen und Lebensraum der Tiere im Freiland zu studieren.

Familiengründung geplant bei Walross und Eisbären

Eine Besonderheit ist die Walross-Anlage, die bereits auf Zuwachs konzipiert wurde. Dort zogen vier Tiere aus einem Moskauer Zoo ein. Hagenbeck hoffte auf Nachwuchs, der sich im Sommer 2014 auch einstellte.

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Die großen Panoramascheiben ermöglichen verblüffende Begegnungen mit den Tieren. Fragt sich nur: Wer beobachtet hier eigentlich wen?

Ebenfalls auf Babys hofft man bei den Eisbären - Männchen Blizzard stammt aus dem Rostocker Zoo, Weibchen Viktoria wohnte schon vor dem Umbau in Hagenbeck und war während des Umbaus in den Zoo Bremerhaven ausquartiert worden. In der neuen Anlage haben die beiden neben einem Becken zum xcchiwmmen und Tauchen auch ein geräumiges Außengeländemit einem acht Meter hohen Aussichtsfelsen, von dem sie das Eismeer überblicken können.

Schaufütterungen bei den Robben

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Bei den täglichen Schaufütterungen der Seebären erfährt der Besucher viel über die Lebensweise der Tiere.

Neben diesen imposanten Säugetieren bewohnen verschiedene Robbenarten wie Seelöwen und Seebären das Eismeer. Die beiden Kegelrobben Zephir und Szara teilen sich ein Becken mit Walroos Neseyka. Nach anfänglichen Berührungsängsten tauchen die beiden mittlerweile mit ihrer großen Verwandten im Becken um die Wette. Wer mehr über die verschiedenen Robbenarten wissen möchte, erfährt viel Interessantes bei den Schaufütterungen, bei denen die Tierpfleger über ihre Schützlinge informieren.

Brandungswellen für die Seevögel

Auch die arktischen Seevöge haben im Eismeer ein neues Zuhause. Sie bewohnen eine begehbare Voliere. Damit die Tiere sich wohlfühlen, erzeugt eine speziell entwickelte Wellenanlage eine Brandung, in der sie sich schaukeln lassen können.

Heimat für Eisbär und Co seit über 100 Jahren

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Unvergessen:; Walross Antje, die das alte Eismeer bis zu ihrem Tod 2003 bewohnte.

Das Eismeer hat in Hagenbeck eine lange Geschichte: Schon 1907 weihte Tierpark-Gründer Carl Hagenbeck das Nordland-Panorama mit Seelöwen, Robben und Eisbären ein, später folgte ein südpolarer Teil mit Pinguinen und See-Elefanten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer zerstört. Die kleinere Nachkriegs-Anlage, in der unter anderem das NDR Maskottchen Antje lebte, wurde 2009 abgerissen, weil sie baufällig geworden war.

Innnenleben mit moderner Technik

Das neue Eismeer orientiert sich architektonisch eng am historischen Vorbild, hat aber ein hochmodernes Innenleben: So wird etwa Wasser aus 180 Metern Tiefe hochgepumpt, um die Anlage zu kühlen. Dort liegt die Temperatur bei konstant 7 Grad. Zum Energiekonzept gehört auch eine Photovoltaikanlage sowie Regen- und Brauchwassernutzung. 20 Millionen Euro kostete der Neubau, der nach zweieinhalbjähriger Bauzeit im Sommer 2012 eröffnet wurde.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Hagenbecks Eismeer: Wo Nord- und Südpol aufeinandertreffen / 26.12.2012 / 14.20 Uhr