Sendedatum: 26.07.2013 11:20 Uhr  | Archiv

Sommerserie: Besinnliche Orte im Norden

Kunststätte Bossard

Von Claudio Campagna

Vor rund 90 Jahren hat der Hamburger Künstler und Universitätslehrer Johann Michael Bossard sich von der Großstadt abgekehrt und einen Ort des Rückzugs und der Einkehr geschaffen. Mit einer Werbeschrift sammelte er Mitte der 1920er Jahre Geld für sein Vorhaben, einen Besinnungsraum auf dem Lande zu schaffen. In dem kleinen Ort Jesteburg hatte er sich ein 30.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, um dort seinen Traum vom Gesamtkunstwerk zu verwirklichen.

Meditieren im Tannenkreis

Mit dem eigenen Wohnhaus fing er an. Dort ließ er keinen Quadratzentimeter übrig, den er nicht mit Schnitzereien, Mosaiken oder Malereien verzierte. Daneben errichtete er einen quadratischen Bau aus verschiedenfarbigen Klinkersteinen mit auffälligen, zackigen Spitzgauben, den Kunsttempel für die Heidewanderer. In der Mitte des Tempels steht eine breite Bank aus Stein, davor eine Art Altar. Er zeigt drei Gesichter in fließend ineinander übergehenden Farbschattierungen.

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Gebetsraum oder Kunststätte? In Jesteburg ist der Übergang fließend.

Auch die Garten-Anlage um den Kunsttempel hat Johann Bossard zusammen mit seiner Frau Jutta mit tiefsinniger Symbolik durchgestaltet. Durch einen Halbkreis aus Steinen gelangt man in den Baumtempel aus Fichten. Dahinter liegt das "Omega": Zwei Tannenkreise bilden einen abgeschlossenen Raum unter freiem Himmel. Dort finden auch regelmäßig Meditationskurse statt. Und beim meditativen Gehen lässt sich barfuß die ganze Anlage erkunden.

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Kunststätte Bossard

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 26.07.2013 | 11:20 Uhr

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