Zwei romanische Sakralbauten aus dem 11. Jahrhundert sichern Hildesheim einen Platz auf der Welterbeliste. Der Mariendom und die Michaeliskirche (im Bild) sind seit 1985 dort verzeichnet - als erste norddeutsche UNESCO-Welterbestätte.
Lübeck war 1987 die erste Stadt Nordeuropas, deren ganze Altstadt als Welterbe anerkannt wurde. Seit 1159 sind die Grundlinien des Zentrums weitgehend unverändert. Dazu gehört auch das bekannte spätgotische Holstentor.
Mehr als tausend Jahre lang war das Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar in Betrieb. In keinem anderen Bergwerk wurden über einen solch langen Zeitraum Rohstoffe gefördert - 30 Millionen Tonnen Erz insgesamt. Seit 1992 steht der Rammelsberg unter dem Schutz der UNESCO.
Gemeinsam mit dem Bergwerk erhielt auch die Altstadt von Goslar mit ihren 47 Kirchen, dem schönen Marktplatz und der romanischen Kaiserpfalz aus dem 11. Jahrhundert den Welterbetitel.
2002 nahm die UNESCO die alten Hansestädte Wismar und Stralsund in die Liste der Welterbe-Stätten auf. Wismar ist berühmt für seinen intakten mittelalterlichen Stadtkern, den man so nirgendwo sonst im südlichen Raum der Ostsee findet.
Die einzigartige Lage Stralsunds am Wasser unterstreicht die geschlossene Gesamtwirkung der Altstadt. Beide Ostseestädte repräsentieren das architektonische Erbe der Hanse zu ihrer Blütezeit im 14. Jahrhundert.
Seit 2004 stehen auch das Bremer Rathaus und die Rolandstatue unter dem Schutz der UNESCO. Das Ensemble symbolisiert beispielhaft Bremens einstige Stellung als Freie Reichsstadt. Seit 1404 wacht der Roland unverändert vor dem Rathaus, das später im Stil der Weser-Renaissance erneuert wurde.
450 Kilometer lang und bis zu 20 Kilometer breit ist das Wattenmeer in der Deutschen Bucht - eine einzigartige Naturlandschaft. Seit Mitte der 80er-Jahre steht ein Großteil als Nationalpark unter Schutz. Im Juni 2009 verlieh die UNESCO dem Wattenmeer den Titel Weltnaturerbe.
Seit Juli 2010 gehört auch das Oberharzer Wasserregal zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das ausgeklügelte Wasserleitsystem entstand über einen Zeitraum von 800 Jahren und lieferte die notwendige Energie für den Harzer Bergbau. Es umfasst rund 500 Kilometer Gräben und 120 Stauteiche.
Bauhaus-Gründer Walter Gropius entwarf 1911 einen wegweisenden Fabrikbau im niedersächsischen Alfeld: die Schuhleistenfabrik Fagus-Werk. Klare, geometrische Formen, rechte Winkel und große Glasflächen dominieren das Gebäude. Im Jahr 2011, nach genau 100 Jahren, erhielt der Bau den Welterbetitel.
Ebenfalls seit 2011 zählen die Buchenwälder der Nationalparks Jasmund auf Rügen und der Müritz zum Welterbe. Den Titel erhielten sie gemeinsam mit Wäldern in Hessen, Thüringen und Brandenburg.
Mit der Speicherstadt möchte die Stadt Hamburg sich ihren ersten Eintrag in der Liste der Weltkulturerbestätten sichern. Der größte Lagerhaus-Komplex der Welt wurde zwischen 1881 und 1888 auf Eichenpfählen im Freihafen erbaut. Bestandteil desselben Antrags ist das Kontorviertel ...
... mit dem Chilehaus. Das zwischen 1922 und 1924 erbaute Gebäude mit der markanten Spitze ist ein eindrucksvolles Beispiel des Backsteinexpressionismus. Bauherr Henry B. Sloman machte sein Vermögen durch den Handel mit Salpeter aus Chile. Voraussichtlich im Jahr 2015 entscheidet die UNESCO über die Aufnahme.
Seit 2011 steht die Wikingersiedlung Haithabu in Schleswig-Holstein, gemeinsam mit dem Schutzwall Danewerk, auf der deutschen Vorschlagsliste. Der Antrag sollte gemeinsam mit Wikingerstätten in Island, Dänemark, Norwegen, Schweden und Lettland Anfang 2013 gestellt werden. Doch Schweden stieg aus, mit dem Antrag ist nun erst 2014 zu rechnen.
Deutschland darf der UNESCO jedes Jahr einen Kandidaten für den Welterbetitel vorschlagen. Schleswig-Holstein hat zurzeit keine neuen Kandidaten. Niedersachsen hat zwei neue Anwärter benannt: die Rundlingsdörfer im Wendland ...
... und das Alte Land. Die Kulturlandschaft an der Elbe ist bekannt für ihre weiten Obstanbauflächen und schönen alten Fachwerkhäuser.
Mecklenburg-Vorpommern schlug dem Gremium in Berlin das Schweriner Schloss für die Anwärterliste vor. Der heutige Landtagssitz besteht in seiner jetzigen Form großteils seit 1857, Teile des Baus stammen aus dem zehnten Jahrhundert.
Als zweiten Vorschlag reichte das Land bei der Kulturministerkonferenz das Doberaner Münster mit seiner hochgotischen Ausstattung ein. Der mehr als 800 Jahre alte Bau gilt als Perle gotischer Backsteinbaukunst.
Hamburg hat ebenfalls zwei Stätten für die nationale Anwärterliste ins Rennen geschickt: Den jüdischen Friedhof in Altona ...
... und die 100 Jahre alte Sternwarte in Hamburg-Bergedorf. Sollte sie im bundesdeutschen Auswahlgremium scheitern, kann die Sternwarte noch durch einen sogennanten transnationalen, seriellen Antrag mit vergleichbaren Sternwarten in anderen Ländern den Sprung auf die Welterbeliste schaffen.
Auf eine länderübergreifende Nominierung setzt auch Rendsburg mit seiner Schwebefähre. Das eindrucksvolle Industriedenkmal, das seit 1913 in Betrieb ist, soll gemeinsam mit Schwebefähren in Argentinien, Großbritannien und Frankreich als Kandidat ins Rennen gehen.
Teil dieses internationalen Bewerbungsverfahrens ist auch die Schwebefähre im niedersächsischen Osten bei Cuxhaven. Sie ist sogar noch etwas älter als die Rendsburger Fähre und nahm bereits 1909 den Betrieb auf.