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Ausflugsdampfer ist beinahe eine despektierliche Bezeichnung für "Alexandra", das letzte "seegehende" Passagierdampfschiff Deutschlands. Ein Schiff mit bewegter Geschichte.

So klingt Flensburg: Der Salondampfer "Alexandra" auf der Förde.
DownloadDer Klang des Salondampfers wurde unterlegt mit Woldemar Bargiel: "Adagio für Violoncello und Orchester".
1908 wurde sie gebaut, auf der Hamburger Werft Janssen & Schmilinsky. Prinzessin "Alexandra" zu Schleswig-Holstein-Glücksburg war ihre Taufpatin und Namensgeberin. Schon nach sechs Jahren Liniendienst auf der Förde, zog die "Alexandra" das erste Mal in den Krieg, als Vorpostenboot. Im Zweiten Weltkrieg diente sie sogar als Torpedofangboot und Taucherfahrzeug in der Danziger Bucht. Zu Kriegsende brachte sie Flüchtlinge auf die "Wilhelm Gustloff". Danach schipperte sie 30 Jahre lang im Liniendienst zwischen Flensburg und Glücksburg.
Hätten die Flensburger den Dampfer nicht tief in ihre Herzen geschlossen, wäre die "Alexandra" längst verfallen und schließlich abgewrackt worden. Seit 1988 sorgt der Förderverein Salondampfer Alexandra dafür, dass der Dampfer jeden Sommer als Ausflugsschiff durch die Förde tuckert. Das heisere Tuten ihres Signalhorns, ihr Stampfen und Schnaufen gehören zum Klang des Flensburger Sommers wie Wind und Möwen.