NDR Kultur - Hören und Genießen
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220 Stufen steigt Helmut Lorchheim empor, um den Balkonumlauf des Marienkirchturms zu erreichen. Von dort oben spielt der Turmbläser der Celler Stadtkirche auf seiner Trompete einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen.

So klingt Celle: Der Turmbläser der Celler Altstadt.
DownloadDer Klang des Turmbläsers wurde unterlegt mit Jan Pieterzon Sweelinck: "Allein Gott in der Höh sei Ehr".
Seit dem 1. Mai 1985 musiziert Turmbläser Lorchheim täglich zweimal auf einer Höhe von 50 Metern über den Dächer der Celler Altstadt. Sein Spiel ist bei günstigem Wind auch in einer Entfernung von drei bis vier Kilometern noch zu hören.
Die Tradition des Turmblasens geht auf die mittelalterlichen Türmer zurück, die vom Kirchturm aus die Stadt überwachten und vor Gefahren wie Bränden oder herannahenden Feinden warnen sollten. Manche Türmer bliesen oder läuteten auch Stundensignale. Im Zuge der Reformation entstand der Brauch des Choralspiels: Die geistlichen Lieder erklangen über der Stadt wie eine Predigt, die Gemeinde sang mit oder betete leise.