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Zufällig entdeckte man im Jahr 1978 die Läuteglocke bei Vermessungen im Hafen der ehemaligen Wikingerstadt Haithabu. Sie gilt als die älteste erhaltene Glocke nördlich der Alpen.

So klingt Schleswig: Die Läuteglocke in der ehemaligen Wikingerstadt Haithabu.
DownloadDer Klang der Läuteglocke wurde unterlegt mit Vladimir Martynov: "Come in!" für 2 Violinen und Streichorchester, 3. Satz.
Die aus Bronze gegossene Glocke erscheint in der typisch bienenkorbartigen Form mit dünnwandigem Mantel. Sie muss um 950 nach Christus gefertigt worden sein, als das frühere Wikinger Handelszentrum Haithabu bereits dem römisch-deutschen Reich angehörte und zum Bischofssitz erhoben wurde.
Der Klang der Glocke ist heiser und zerbrechlich, dabei voller Würde und Tiefe: Ein schwer fixierbarer Schlagton, eine ungeregelte Innenharmonie, ein hervortretender und gegenüber den anderen Teiltönen stark vertiefter Unterton sowie ein herbes und – wie bei dünnwandigen Glocken typisch – schrilles Timbre. So beschreiben Glockenexperten ihren Klang. All das sind typische Kennzeichen der Bienenkorbglocken, der ältesten gegossenen Glockengeneration Europas.