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Das auffällig helle, hohe Geläut der Michaeliskirche besteht aus zehn Glocken. Neun davon entstanden in den Jahren 1950 bis 1971. Die älteste, zehnte Glocke wurde 1270 vermutlich im Michaeliskloster gegossen. Sie läutete bis 1809, bekam einen Riss und landete im Herzog Anton-Ulrich Museum in Braunschweig. 1955 konnte sie geschweißt und der Michaeliskirche zurückgegeben werden. Fußgänger, die die Kirche umrunden, merken wie sich der Gesamtklang des Geläuts verändert: Die Glockentöne wandern mal in den Vordergrund, mal in den Hintergrund, da das Geläut auf vier Treppentürme und den östlichen Vierungsturm verteilt ist. Das erklärt auch seinen hellen Klang: Die schlanken Treppentürme bieten nicht genug Platz für große Bassglocken; die Vierungstürme wiederum sind (bis auf den östlichen) nicht kräftig genug gebaut für schwere, große Glocken.
Anfänge: Der Grundstein im SW-Turm zeigt die Jahreszahl 1010.
Besonderheit: Das 240 qm große Deckengemälde im Mittelschiff, der "Jesseboom", zeigt den theologischen Stammbaum Christi.
UNESCO-Weltkulturerbe seit 1985; ab 2014 auf der 2-Euro-Münze für Niedersachsen
Konfession: evangelisch
Seit 1985 gehört die Michaeliskirche zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Steinblock im südwestlichen Treppenturm mit der Jahreszahl 1010 gilt als Grundstein der Kirche, die also 2010 ihre Tausendjahrfeier beging. Bis zum Ende der Romanik war der Kirchenbau rund 200 Jahre lang architektonisches Vorbild für viele weitere Kirchen. Die gesamte Kirche ist nach mathematischen Grundsätzen errichtet worden, die Architekten verwirklichten beim Bau antike Harmonielehren wie auch mittelalterliche Zahlenmystik. Im frühen 19. Jh. diente St. Michael als Heu- und Strohlager sowie als Kegelbahn der benachbarten Heil- und Pflegeanstalt. Das berühmte Deckengemälde, der „Jesseboom“ war im 2. Weltkrieg ausgelagert und dadurch vor der Zerstörung bewahrt worden.