Stand: 23.06.2017 11:11 Uhr

Rügen mit dem Rasenden Roland entdecken

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Frisch geputzt startet der Rasende Roland zu seiner 75-Minuten-Tour über die Insel Rügen.

Nostalgische Dampflokomotiven und restaurierte historische Waggons auf Schmalspurgleisen: Was klingt wie eine reine Museumsbahn, ist fester Bestandteil des Nahverkehrssystems auf der Ostseeinsel Rügen und eine Attraktion für Touristen. Von 8 bis 20 Uhr fährt der "Rasende Roland" täglich mindestens alle zwei Stunden im Südosten der Insel auf der Strecke zwischen Putbus und Göhren. Die Züge stoppen unterwegs nicht nur an den Bahnhöfen in Binz, Sellin Ost und Baabe, sondern bei Bedarf auch an zahlreichen kleineren Haltepunkten wie dem Jagdschloss Granitz. 2015 feierte die Schmalspurbahn bereits ihr 120. Jubiläum.

24 Kilometer im Bummelzug

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Die Strecke führt vielfach durch Felder und Wälder.

Seinem Namen wird der "Rasende Roland" kaum gerecht: Für die 24,1 Kilometer lange Strecke benötigen die Züge rund 75 Minuten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei gemächlichen 30 Stundenkilometern. Warum die traditionell langsame Bahn "Rasender Roland" genannt wird, ist übrigens nicht eindeutig geklärt. Vermutlich gaben sächsische Bergarbeiter, die in den 1950er-Jahren verstärkt nach Rügen kamen, den Zügen diesen Beinamen - sicher nicht ohne einen Schuss Ironie.

Schienennetz von 1895

Die Geschichte der Kleinbahn geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Ab 1895 entstand auf Rügen ein Schienennetz mit einer Spurweite von 750 Millimetern, am 21. Juli 1895 fuhr der erste Zug von Putbus nach Binz. Bis 1918 wurden die Schienen auf fast 100 Kilometer Länge ausgebaut. Die Strecke Putbus - Göhren erwies sich langfristig als wirtschaftlich günstigster Abschnitt. 1999 wurde die Route von Putbus nach Lauterbach Mole verlängert. Allerdings fahren die Züge mit den grünen Waggons nur an rund 100 Tagen in den Sommermonaten auf diesem Teilstück.

Lokomotiven und Waggons mit bewegter Geschichte

Geschichte

Mit Volldampf über die Insel

Am 21. Juli 1895 zugelt der "Rasende Roland" zum ersten Mal über Rügen. Die Schmalspurbahn fährt von Putbus nach Binz. Auf der Strecke ist sie noch heute unterwegs. mehr

Die Rügensche Bäder Bahn als Betreiber der Schmalspurbahn verfügt über neun Dampflokomotiven aus den Baujahren 1914 bis 1953. Alle fahrplanmäßigen Züge werden von diesen Loks gezogen, die zu verschiedenen Modellreihen gehören und früher auf unterschiedlichen Strecken im Einsatz waren. Eine bewegte Vergangenheit hat etwa Lok "Aquarius C." Sie wurde 1939 als sogenannte Heeresfeldbahnlok ausgeliefert und im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront eingesetzt. Später fuhr sie im österreichischen Salzkammergut, im Zillertal und im Bregenzer Wald. Erst 1997 verkaufte der private Besitzer die Lok nach Rügen. Eisenbahn-Liebhaber können nach Anmeldung auf den Dampflokomotiven im Führerstand mitfahren und die Arbeit und Lokführer und Heizer aus der Nähe beobachten.

Auch die mehreren Dutzend Personenwagen stammen überwiegend nicht von den Rügenschen Kleinbahnen, sondern wurden in den 1950er- und 60er-Jahren aus Sachsen auf die Insel verlegt. Technisch und optisch überholt rollen sie jetzt wieder im täglichen Betrieb.

Rügensche Bäder Bahn

Bahnhofstraße 1a
18586 Göhren
Tel. (038301) 88 40 12

Strecke
Göhren - Sellin - Binz - Putbus

Fahrzeit
etwa 75 Minuten (eine Richtung)

Termine
täglich 8 bis 21 Uhr,
mindestens im Zwei-Stunden-Takt

aktueller Fahrplan und Preise auf der Website der Bäderbahn

Karte: Mit dem Rasenden Roland von Putbus nach Göhren
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Service: Reisen - Sylt | 23.09.2017 | 08:00 Uhr

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