Stand: 20.09.2011 15:36 Uhr

Zwei Flüsse, ein Radweg: Die Hase-Ems-Tour

von Axel Franz, NDR.de
Bild vergrößern
Ein zuverlässiger Wegweiser: Wer auf diese Schilder achtet, kann sich kaum verfahren.

Zwei Regionen, zwei Flüsse - ein Radweg: Vom Osnabrücker Land bis ins Emsland führt die Hase-Ems-Tour durch den Südwesten Niedersachsens. Die 265 Kilometer lange Route von Melle bis ins westfälische Rheine ist in beiden Richtungen gut ausgeschildert. Mit geringen Steigungen und häufig asphaltierten Wegen fernab großer Straßen eignet sich die Hase-Ems-Tour auch für weniger geübte Radler. Viele kleine Städtchen an der Strecke bieten Gelegenheiten zu Pausen und zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.

Karte: Hase-Ems-Tour (grober Verlauf)

Von Melle bis Osnabrück (48 Kilometer)

Die Tour im Überblick

Länge: 265 Kilometer
Start: Melle (Hasequelle im Stadtteil Wellingholzhausen)
Ziel: Rheine
Orte an der Strecke:
Osnabrück, Bramsche, Bersenbrück, Quakenbrück, Löningen, Herzlake, Haselünne, Meppen, Lingen, Salzbergen
Markierung: in beiden Richtungen mit einem grün-blauen Fahrradsymbol beschildert

Wer mit dem Zug anreist, sollte die Tour direkt in Melle beginnen. Vom Zentrum der Kleinstadt im Osnabrücker Land sind es zunächst rund acht Kilometer zur Quelle der Hase im Stadtteil Wellingholzhausen. Der Fluss entsteht aus mehreren Quellbächen, die sich dort vereinen. Auf den folgenden Kilometern in Richtung Gesmold folgen einige Steigungen an den Ausläufern des Teutoburger Waldes - die stärksten der gesamten Tour. Bald aber führt die Strecke flach in nördlicher Richtung durch Wiesen und Felder. Die Hase verläuft hier wie auf weiten Teilen der Route meist nicht in Sichtweite, kreuzt den Fluss aber mehrfach.

Bifurkation: Die Hase teilt sich

Bild vergrößern
In Osnabrück schlängelt sich die Hase durch die Innenstadt.

Kurz vor Gesmold, das ebenfalls noch zur Stadt Melle gehört, zeigt sich eine geographische Besonderheit: eine Bifurkation. Hier gabelt sich der Flusslauf und die Hase gibt etwa ein Drittel ihres Wassers an die Else ab. Während die Hase über die Ems in die Nordsee mündet, erreicht die Else das Meer in östlicher Richtung über Werre und Weser. Schautafeln und Modelle verdeutlichen die Bifurkation, die an sehr flachen Wasserscheiden entstehen kann.

An Schloss Ledenburg bei Bissendorf vorbei führt die gut beschilderte Radroute weiter nach Osnabrück, der drittgrößten Stadt Niedersachsens.

Von Osnabrück nach Quakenbrück (72 Kilometer)

Bild vergrößern
Ein schöner Platz für eine Rast: der Markt in Osnabrück mit seinen historischen Häusern.

In Osnabrück führt die Route durch das nordöstliche Stadtgebiet, ist aber auch bis zum Bahnhof im Zentrum ausgeschildert. Zahlreiche gut markierte Radwege erleichtern die Fahrt durch die Großstadt. In Osnabrück lohnt ein Abstecher in die Altstadt. Dort finden sich mit dem historischen Rathaus am Markt sowie Dom und Marienkirche einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten der quirligen Universitätsstadt.

Die Hase-Ems-Route verlässt die Stadt in nördlicher Richtung. Am Fluss und einem parallel verlaufenden Kanal entlang führt sie durch das Naturschutzgebiet Haseniederung in die alte Handels- und Tuchmacherstadt Bramsche. Ein Museum erinnert dort an die Handwerkskunst aus vergangenen Zeiten.

Weitere Informationen

Pure Idylle: Das Hasetal vom Fahrrad aus

Auf 160 Kilometern schlängelt sich der frisch sanierte Radwanderweg von Osnabrück bis nach Meppen. Der Weg führt an der Hase entlang durch ein wunderschönes Stück Niedersachsen. mehr

Extratour zum Alfsee

Bei warmem Sommerwetter lohnt sich ein Abstecher an den Alfsee. Der Stausee wurde als Rückhaltebecken für die Hase angelegt und hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Die offizielle Hase-Ems-Route führt nicht direkt zum See. Radler können aber bei Maschort südlich von Rieste abbiegen und am Alfsee entlang nach Alfhausen fahren. Bei Heeke treffen sie wieder auf die ausgeschilderte Route, die nach gut fünf Kilometern durch Bersenbrück führt. Eine Klosteranlage mit dem Kreismuseum gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde, deren Wahrzeichen die Klosterpforte aus dem Jahr 1700 ist.

Durch das Artland nach Quakenbrück

Bild vergrößern
Typisch Artland: prächtige Fachwerkhöfe außerhalb der Ortschaften.

In Bersenbrück trifft die Hase-Ems-Route noch einmal auf den Fluss, verlässt ihn dann aber in Richtung Artland. Auf meist gut befestigten Wegen führt die Tour durch ausgedehnte Felder. Dazwischen die typischen Artland-Höfe: jahrhundertealte Anwesen umgeben von parkartigen Anlagen mit üppigen Eichen. Rund 700 solcher Fachwerkhöfe stehen unter Denkmalschutz.

Bild vergrößern
In vergangenen Jahrhunderten schützten dicke Mauern und Tore wie die Hohe Pforte Quakenbrück.

Über Gehrde und Badbergen erreicht die Route Quakenbrück, mit seinen gut 12.000 Einwohnern das wirtschaftliche Zentrum des Artlandes. In der sehenswerten Altstadt mit vielen kleinen Geschäften stehen etwa 100 Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten. Die Hohe Pforte von 1485, das einzige erhaltene von ehemals fünf Stadttoren, zeigt die Bedeutung der früheren Hansestadt.

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 18.09.2010 | 18:00 Uhr

Mehr Ratgeber

03:01 min

Hygienebarometer für mehr Verbraucherschutz

25.04.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:34 min
05:30 min

Diabetes Typ 1 erkennen und behandeln

25.04.2017 20:15 Uhr
Visite