Stand: 11.04.2016 13:45 Uhr  | Archiv

Unterwegs auf der Straße des "weißen Goldes"

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Der Radfernweg "Alte Salzstraße" führt auf meist ebenen und gut ausgebauten Wegen von Lüneburg nach Lübeck.

Salz galt im Mittelalter als das "weiße Gold". Es war nicht nur als Würzmittel begehrt, sondern vor allem, um Lebensmittel haltbar zu machen. Der Stadt Lüneburg, die seit dem 10. Jahrhundert eine Saline betrieb, bescherte das kostbare Gut, das auch ein geläufiges Tauschmittel war, großen Reichtum. Händler brachten es auf der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck. Von dort wurde es in den gesamten Ostseeraum verschifft.

Heute können Radfahrer die einstigen Wege der Salzhändler auf einem Radfernweg nachfahren. Er führt auf 116 Kilometern von Lüneburg über Lauenburg und Mölln bis Lübeck. Die weitgehend ebene Strecke ist auch für Anfänger und Familien mit Kindern geeignet. Sie lässt sich bequem in drei bis vier Tagen bewältigen.

Auf den Spuren der Salzhändler

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Nur wenige Abschnitte der Handelsstraße waren befestigt wie hier bei Lauenburg. Meist kämpften sich die Händler über Sandwege.

Im Mittelalter dagegen waren die Salztransporte für die Händler gefährlich und beschwerlich. Die Handelskarren, die von bis zu sechs Pferden gezogen wurden, brauchten etwa drei Wochen für die Strecke vom Salzstock bis nach Lübeck. Allein die Elbüberfahrt bei Lauenburg konnte bis zu zwei Tage dauern. Zudem führte die Strecke meist über sandige Wege, die nach Regenfällen kaum befahrbar waren. Am Straßenrand waren die Händler mit ihren langsamen Wagen eine leichte Beute für Raubritter und Wegelagerer. Um sich und die kostbare Ware zu schützen, schlossen sich die Händler zu Wagenkolonnen zusammen.

Entlang des Elbe-Lübeck-Kanals zu historischen Städten

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Bei Lauenburg querte die Alte Salzstraße die Elbe. Händler mussten dort früher per Schiff übersetzen.

Heute ist der historische Handelsweg in seiner ursprünglichen Form nur noch an wenigen Abschnitten erhalten. Der Radweg führt größtenteils entlang des Elbe-Lübeck-Kanals über befestigte Sandwege und verkehrsarme Straßen. Auf ihrer Tour sollten Radfahrer in Lüneburg einen Besuch der Altstadt sowie des Salzmuseums einplanen. Außerdem lohnt ein Besuch des Klosters Lüne und des Schiffshebewerks in Scharnebeck. Für einen längeren Aufenthalt oder eine Übernachtung eignet sich die Schifferstadt Lauenburg an der Elbe.

Von Mölln nach Lübeck

Die Tour im Überblick

Länge: 116 Kilometer
Start: Lüneburg
Ziel: Lübeck
Orte an der Strecke: Lauenburg, Mölln, Ratzeburg
Markierung: blau-grün-rotes Logo mit der Aufschrift "Alte Salzstraße"

Von Lauenburg führt der Weg weiter nach Norden zum Fachwerkstädtchen Mölln, der Stadt des legendären Narren Till Eulenspiegel. Vom historischen Wasserturm im Süden der Stadt sind sogar noch Reste der Alten Salzstraße zu sehen. Der Handelsweg brachte Mölln einigen Wohlstand: Viele Händler nutzten die Stadt vor der Weiterreise nach Lübeck für eine Ruhepause oder um ihre Wagen reparieren zu lassen.

Am Kanal entlang durch die Natur

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Der Radfernweg führt über weite Strecken am Elbe-Lübeck-Kanal entlang.

Nördlich von Mölln verläuft der Radweg am Naturschutzgebiet Pantener Moorweiher entlang. In der von Feuchtwiesen, kleinen Mooren und Bruchwäldern geprägten Landschaft nisten seltene Vogelarten wie der Seeadler, der Kranich oder der Weißstorch. Am Endpunkt des Radfernwegs lockt die altehrwürdige Hansestadt Lübeck mit ihren vielen mittelalterlichen Backsteinbauten und weiteren Sehenswürdigkeiten. Von dort wurde im Mittelalter das Salz weiter verschifft bis nach Skandinavien und ins Baltikum. Weitere Informationen und Tipps zur Alten Salzstraße bietet die Website der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein.

Karte: Radweg Alte Salzstraße (grober Verlauf)
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Bilderbuch Deutschland / 01.08.2013 / 14:15 Uhr

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