Stand: 12.04.2016 11:57 Uhr

Auf dem Rad rund ums Steinhuder Meer

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Der Radweg um das Steinhuder Meer führt nur stellenweise direkt am Ufer entlang.

Wer das Steinhuder Meer mit dem Rad umrunden möchte, startet am besten in Steinhude, dem größten Ort am größten See Niedersachsens. Dort gibt es mehrere Fahrrad-Verleihe, sodass Ausflügler für die gemütliche Tagestour nicht das eigene Rad mitbringen müssen. Der etwa 32 Kilometer lange Rundweg lässt sich in beiden Richtungen gut befahren, verläuft meist abseits der Straßen und ist ausgeschildert. Nur in Steinhude selbst ist es etwas schwierig, den Weg nicht zu verlieren. Im Sommer kann es an Wochenenden stellenweise eng werden. Neben Radfahrern in beiden Richtungen sind dann besonders am Nordufer auch viele Spaziergänger auf dem kombinierten Rad-/Fußweg unterwegs.

Karte: Radweg und Sehenswertes am Steinhuder Meer

Von Steinhude in Richtung Osten

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Abseits der Straßen führt die Steinhuder-Meer-Runde häufig durch Wiesen und Felder.

Wir starten in östlicher Richtung, umrunden das Meer also entgegen dem Uhrzeigersinn. Vom Wasser ist zunächst nicht viel zu sehen, denn der Radweg führt in einigen Hundert Metern Abstand parallel zum Ufer durch die Straßen des Ortes, vorbei an der Kirche. Nach wenigen Kilometern ändert sich das Bild. Am Ortsrand liegen Wiesen und Felder mit einzelnen Höfen, die Route wechselt auf landwirtschaftliche Wege.

Die Tour im Überblick

Länge: 32 Kilometer
Start und Ziel: Steinhude
Orte an der Strecke:
Mardorf, Hagenburg
Markierung: Schilder mit Ortsangaben und Entfernung

Doch bald beginnt hier am Ostufer des Sees das Moor. Auf dem feuchten Untergrund haben sich zahlreiche seltene Pflanzen wie Torfmoose und Wollgräser angesiedelt. Heute steht die Fläche unter Schutz, doch Entwässerungsgräben zeigen noch, dass das Moor in vergangenen Jahrzehnten intensiv genutzt und abgebaut wurde. An einem Rastplatz beginnt ein Abstecher in Richtung Wasser, der allerdings nicht mit dem Rad gefahren werden kann. Teilweise über Holzstege führt ein Weg zu einem Beobachtungsturm, der einen schönen Blick auf das Meer und das Naturschutzgebiet am sumpfigen Ufer bietet.

Touristisches Zentrum am Nordufer

Fernab von Straßen führt die Tour weiter über den sogenannten Vogeldamm durch einen lichten Wald zum Nordufer. Jetzt nähert sich der Weg wieder dem See und führt mehrere Kilometer direkt am Ufer entlang. Nach etwa einem Drittel der Rundfahrt lockt feiner Sand an der Weißen Düne zu einer kurzen Rast. Im Norden gibt es eine umfangreiche touristische Infrastruktur, denn des Steinhuder Meer ist ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Region Hannover. An Bootsstegen schaukeln unzählige Segelboote, Surfer schätzen das flache Wasser und mehrere Campingplätze werden nicht nur von Urlaubern genutzt, sondern auch von zahlreichen Dauercampern. Imbisse und Kioske bieten Möglichkeiten, sich zu stärken.

Von Mardorf zu den Meerbruchswiesen

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Im Westen und Osten des Sees steht die Natur unter Schutz, wie hier an den Meerbruchswiesen.

Wenige Hundert Meter vom See entfernt liegt Mardorf, die zweite größere Ortschaft am Steinhuder Meer. Der Radweg führt am Ortszentrum vorbei, das aber mit einem Heimatmuseum und hübschen Fachwerkhäusern einen kurzen Abstecher lohnt. Die Route entfernt sich jetzt vom Wasser und führt erneut auf landwirtschaftlichen Wegen durch teils feuchte Wiesen. Von einem weiteren Beobachtungsturm lassen sich die Landschaft und der See mit der Insel Wilhelmstein gut überblicken. In den Meerbruchswiesen rund um den Meerbach, dem einzigen Abfluss des Sees, brüten viele Vögel. Nach wenigen Kilometern führt noch einmal ein Abzweig zu einem dritten Turm, jetzt direkt am Ufer. Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz und gehört zum Naturpark Steinhuder Meer.

Zum Schloss der Grafen von Schaumburg

Das Meer im Binnenland

Der Name könnte verwirren: Ein knapp 30 Quadratkilometer großer See im Binnenland heißt Steinhuder Meer? Die Erklärung liegt in der norddeutschen Sprache. Sie verwendet das Wort Meer nach seinem Ursprung "Mori" = Sumpf oder stehendes Gewässer. Viele Binnenseen im Norden heißen also Meer. Als See werden dagegen offene Gewässer wie Nord- oder Ostsee bezeichnet.

Der Radweg verläuft weiter an den Rand des Dorfes Winzlar. Wer sich für heimische Pflanzen und Tiere interessiert, sollte die Ökologische Schutzstation im Ort besuchen. Nun sind einige Kilometer Strecke durch Wiesen und Felder zu bewältigen, bevor in Hagenburg ein Schloss nächstes Etappenziel sein kann. Die ehemalige Sommerresidenz der Schaumburger Grafen liegt in einem weitläufigen Park, etwas abseits des Weges. Von dort reicht der Hagenburger Kanal, auf dem idyllisch einige Boote im Wasser schaukeln, bis zum Meer. In der Nähe zeigt ein Moorgarten viele typische Pflanzen, die mit den kargen Bedingungen dieses Bodens zurechtkommen. Der Kanal weist den Weg zurück an den See, bevor die letzten Kilometer direkt am Ufer durch einen Bruchwald wieder zum Ausgangspunkt im Westen Steinhudes führen.

Ein Sonnenuntergang auf der Insel

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Ein schöner Platz zum Baden und bei Sonnenuntergang: die Badeinsel vor Steinhude.

Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Radtour ausklingen zu lassen: bei einem Bummel über die Uferpromenade, in einem der Cafés oder an warmen Tagen am Sandstrand der Badeinsel. Die Insel ist auch der schönste Ort, um einen Sonnenuntergang am Meer zu genießen. Weitere Informationen zum Steinhuder Meer bietet die Website der Tourismus-Gesellschaft.

Weitere Informationen
mit Video

Steinhuder Meer: Urlaub vor der Haustür

Maritime Atmosphäre im Binnenland: An Niedersachsens größtem See laden das Städtchen Steinhude zum Bummeln zwischen Fischerhäusern ein, der Naturpark zum Radfahren und Wandern. mehr

Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 21.08.2016 | 13:30 Uhr

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