Stand: 14.07.2017 14:51 Uhr

Neuharlingersiel: Krabben und Meer

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Das Hafenbecken mit den Fischer-Skulpturen ist ein beliebter Treffpunkt. Jeden Sonntag finden hier in der Saison Konzerte statt.

Idyllisch liegt der kleine Hafen mit seinen Kuttern hinter dem Nordsee-Deich. Die meist ziegelroten Häuser rahmen das Hafenbecken ein, blaue Straßenlaternen bilden einen reizvollen Kontrast: In Neuharlingersiel stimmt die maritime Kulisse. Die Krabbenkutter mit ihren großen Netzen sind für Touristen auf der Promenade zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Fotomotiv und häufig auch mehr: Wer mag, kann die fangfrischen Krabben direkt von den Fischern kaufen. Auf den Karten der Restaurants in den umliegenden Häusern stehen Gerichte mit Krabben und Fisch ebenfalls ganz oben.

Tradition als Fischer- und Badeort

Die Geschichte Neuharlingersiels ist eng mit dem Meer verbunden, seit mehr als 300 Jahren prägt der Hafen den Ort. Der Name erinnert an die Entstehung: Ein gemauertes Siel - ein Wasserdurchlass mit Toren aus massivem Holz - schützt die Häuser und das Hinterland seit 1875 vor den Fluten der Nordsee. Zunächst als Umschlagplatz für Schiffsfracht auf den Weg nach Nordeuropa entstanden, gewann zunächst die Hochsee-, nach dem Zweiten Weltkrieg dann die Krabbenfischerei an Bedeutung.

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Bis heute fahren von Neuharlingersiel aus die Krabbenfischer mit ihren Booten auf die Nordsee.

Auch als Badeort hat Neuharlingersiel Tradition: Der erste offizielle Prospekt stammt aus dem Jahr 1912. Da es an diesem Küstenabschnitt kaum Sandstrände gibt, wurde eine große Sandfläche aufgespült, die den Grünstrand ergänzt. Der Sandstrand hilft, den Wettbewerb um Urlauber mit der vorgelagerten Insel Spiekeroog zu bestehen. Dort gibt es reichlich Sand, mehrmals täglich starten in Neuharlingersiel Fähren zu der 45-minütigen Tour auf die Insel.

Wer im Urlaub auf Natur setzt, kann an geführten Wanderungen in den Nationalpark Wattenmeer teilnehmen und dessen einzigartige Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen.

Heilender Schlick

Dem häufig rauen Klima der Nordseeküste trotzt Neuharlingersiel mit seinem Meerwasser-Schwimmbad: Bei 30 Grad Wassertemperatur kommt Karibik-Flair auf. Zwei Dampfbäder und eine Saunalandschaft runden den Wellness-Spaß im sogenannten BadeWerk ab. Außerdem bietet die Einrichtung verschiedene Anwendungen mit Naturschlick an, der aus einer verlandeten Blase stammt. Die im Schlick enthaltenen Mineralien und Spurenelemente können bei Problemen mit Wirbelsäule und Gelenken ebenso helfen wie bei Hautkrankheiten und Schmerzen.

Übernachtsmöglichkeiten von einfach bis exklusiv

Das Nordseeheilbad mit seinen 1.100 Einwohnern gehört zu den ruhigeren Orten an der ostfriesischen Küste. Wer hier seinen Urlaub verbringt, sucht Erholung. Neben mehreren Hotels stehen für Gäste auch Pensionen und viele private Unterkünfte bereit. Außerdem bietet der Ort einen großen Campingplatz direkt hinter den Deich.

Eine Besonderheit ist das DJH-Resort. In dieser exklusiven Club-Jugendherberge übernachten die Gäste in schicken Doppelzimmern, Appartements oder Bungalows, die teilweise mit Kamin und eigener Terrasse ausgestattet sind. Zum Angebot zählen Massageräume, Sauna und ein Fitnessraum. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich unter anderem Fußball- und Beachvolleyballfelder, Spielplätze, ein Kanuanleger und eine Bogenschießanlage.

Club-Jugendherberge aus der Vogelperspektive.

Club-Jugendherberge Neuharlingersiel

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Auf dem Gelände einer ehemaligen Kurklinik in Neuharlingersiel gibt es die erste Club-Jugendherberge der Welt. Und wie es in einem Cluburlaub üblich ist: all-inclusive.

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Sehenswerte Bauten und kleine Schiffe

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Eines der schönsten Gebäude der Region: der Sielhof aus dem 18. Jahrhundert.

In zentraler Lage von Neuharlingersiel befindet sich der Sielhof, ein Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert. Dort ist in der oberen Etage das Haus des Gastes untergebracht, das ausführlich über Neuharlingersiel und die Umgebung informiert. Das Gebäude steht auf einer Warft und gehört zu den schönsten und ältesten Häusern der Region. Sehenswert ist auch die Seriemer Mühle, eine Galerieholländer-Windmühle aus dem Jahr 1804. Sie liegt rund zweieinhalb Kilometer südlich von Neuharlingersiel. Ein Wanderweg durch die typische Wiesenlandschaft Ostfrieslands führt dorthin. Die Mühle ist täglich von 10 bis 18:30 Uhr geöffnet.

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