Stand: 22.08.2016 13:05 Uhr

Seehundstation: Die Kinderstube der Heuler

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In der Betreuungsstation werden jährlich zwischen 80 und 150 verwaiste Seehunde und Kegelrobben aufgezogen.

Jedes Jahr ab Juni füllt sich die Seehundstation im ostfriesischen Norddeich mit Dutzenden Heulern. Die jungen Seehunde haben in freier Wildbahn den Kontakt zu ihrer Mutter verloren. Oft ist dafür der Mensch verantwortlich: Sportboote, die zu schnell und zu nah an die Seehundbänke heranfahren, nicht geführte Wattwanderungen oder Tierfreunde, die ein Foto mit dem Seehund machen wollen. Natürliche Katastrophen für einen jungen Seehund sind zum Beispiel der Tod der Mutter, starke Stürme und heftige Sommergewitter.

Wegen solcher äußerlichen Einflüsse sind verwaiste Jungtiere auf die Hilfe des Menschen angewiesen. In Norddeich werden die Jungen dann im Schnitt 60 Tage sorgsam aufgepäppelt, bis sie genug Fett und Muskulatur angesetzt haben, um in die Freiheit entlassen zu werden.

Informationen bei den Fütterungen

Was ist ein Heuler?

Ein Heuler ist ein Seehunds-Jungtier, das seine Mutter endgültig verloren hat. Das verwaiste Tier "heult" dann, um seine Mutter zu rufen. Wichtig: Nicht alle scheinbar allein gelassenen Jungtiere sind tatsächlich dauerhaft verlassen. Meist ist die Mutter in der Nähe oder auf Futtersuche und kehrt zu ihrem Jungen zurück. Deshalb sollten Spaziergänger stets großen Abstand (mindestens 300 Meter) zu dem Tier halten und im Zweifelsfall eine Seehundstation informieren.

1971 begann die Arbeit mit einer kleinen Station am Schwanenteich. Sie ist - neben der Einrichtung in Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen - die einzige offizielle Aufnahmestation an der deutschen Nordseeküste. Jährlich nimmt die Station in Norddeich bis zu 150 verwaiste Tiere auf. Die Seehundbabys bekommen anfangs täglich rund ein halbes Dutzend Mahlzeiten in Form einer Lachsemulsion. Nach etwa einer Woche wird die Nahrung nach und nach auf Fisch umgestellt. Bei den täglich stattfindenden Fütterungen informieren die Tierpfleger die Besucher über die Heuler der Station.

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Durch große Scheiben können Besucher die Tiere im Becken beobachten.

Da die Tiere wieder ausgewildert werden sollen, ist es wichtig, dass sie sich nicht zu stark an Menschen gewöhnen. Daher dürfen nur Pfleger in die Außenanlage. Besucher der Seehundstation können die Tiere durch große Glasscheiben beim Schwimmen und bei den Fütterungen beobachten. In den Wintermonaten befinden sich in den Schwimm- und Aufzuchtbecken manchmal auch Kegelrobben unter den tierischen Gästen.

Zu den Aufgaben der Station gehören neben der Aufzucht und Auswilderung der Tiere auch Projekte zur Seehundforschung.

Außerdem informiert eine Ausstellung, die auch für Kinder konzipiert ist, ausführlich über Seehunde und ihren Lebensraum - das Wattenmeer.

Robben in der Auffangstation.

Vier Seehunde auf Juist ausgewildert

Hallo Niedersachsen -

Rund 60 Tage lang waren die vier Seehunde in der Obhut von Tierpflegern und wurden in der Seehundstation Norddeich aufgepäppelt. Jetzt geht es für sie raus ins Meer.

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Mehr Meer im Waloseum

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Hingucker im Waloseum ist das riesige Skelett eines Pottwals.

Weitere Einblicke in die Meereswelten bietet das der Station angegliederte Waloseum, das auf der Warft Osterloog etwa fünf Kilometer entfernt liegt. Zu sehen ist dort unter anderem das 15 Meter lange Skelett eines vor der Insel Norderney verendeten Pottwals, das an Stahltrossen befestigt in einem Ausstellungsraum schwebt. Die Entwicklungsgeschichte der Wale wird anhand einer Evolutionslinie vom Dinosaurier bis in die Gegenwart veranschaulicht.

Im Waloseum geht aber nicht nur um Wale: Bereits in der Eingangshalle des Museums erwartet die Besucher ein Modell des niedersächsischen Wattenmeeres. Im 15-Minuten-Takt werden dort Ebbe und Flut simuliert. Meerwasseraquarien und Spielbereiche für Kinder sind ebenfalls vorhanden. Im Obergeschoss des Gebäudes ist zudem eine Schau über die Vogelwelt der niedersächsischen Nordseeküste zu sehen. Zum Waloseum gehört auch eine Quarantänestation für junge Robben. Darin werden von ihren Müttern getrennte Jungtiere betreut, bis sie zu ihren Artgenossen in die Seehundstation kommen.

Seehundstation Nationalpark-Haus

Dörper Weg 24
26506 Norden-Norddeich
Tel. (04931) 973330

Ausstellung Waloseum
Osterlooger Weg 3
26506 Norden

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise siehe Website der Station

Karte: Seehundstation Norddeich und Waloseum
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.08.2016 | 19:30 Uhr

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