Stand: 24.03.2014 10:38 Uhr

Flach, flacher, Rheiderland

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Stück für Stück wird dem Dollart Land abgerungen.

Jemgum, Bunde, Weener. Nie gehört? Das sind die Gemeinden des Rheiderlandes. Im Westen begrenzen der Dollart und die niederländische Grenze die ostfriesische Region, im Osten die Ems. Das Rheiderland liegt nur knapp über dem Meeresspiegel - und teilweise sogar darunter, etwa am tiefsten Punkt Niedersachsens, dem Wynhamster Kolk. Kein Hügel und nur wenige Bäume stören die Fernsicht über Wiesen und Felder.

Das Land aus dem Meer

Die Geschichte des Rheiderlandes ist eng mit dem Dollart verbunden, jener Nordseebucht, die im Mittelalter von schweren Sturmfluten in das Land gegraben wurde. Quadratmeter für Quadratmeter erobern es sich die Menschen seit Jahrhunderten zurück - Landgewinnung ist eine mühsame und langwierige Aufgabe. Noch immer prägen die meist schnurgraden Entwässerungskanäle, die hier Tiefs genannt werden, große Teile des Rheiderlandes. Da und dort stehen mächtige Windmühlen, die dabei halfen, das Wasser abzupumpen.

Weener, das Zentrum im Süden

Größter Ort des Rheiderlandes ist Weener an der Ems. Gut 15.000 Menschen leben in der Gemeinde, die seit 1929 Stadtrechte besitzt. Sehenswert ist der Alte Hafen von 1570 am nordöstlichen Stadtrand. Gepflegte Bürgerhäuser und Speichergebäude rahmen ihn ein. Wer sich für Details aus der mehr als 1000-jährigen Geschichte des Ortes interessiert, sollte im Heimatmuseum vorbeischauen, das allerdings nur von April bis Oktober geöffnet ist.

Ein Museum für Orgel-Schätze

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Arp Schnitger baute die Orgel in den Jahren 1709 und 1710. Ihren knallroten Anstrich erhielt das Instrument erstmals 1782.

Für Liebhaber von Kirchenorgeln ist die Weener Kirche ein Muss, denn dort steht eine original Schnitger-Orgel. Die Geschichte und Funktionsweise der Kircheninstrumente erklärt das Organeum, das halb Museum, halb Bildungseinrichtung ist. Immerhin gilt Ostfriesland als orgelreichste Gegend der Welt. 150 wertvolle Instrumente verteilen sich auf die Kirchen der Region. Neben zahlreichen Orgeln gibt es im Organeum aber auch etliche andere Instrumente zu sehen.

Rund zwei Dutzend Tasteninstrumente aus sieben Jahrhunderten wurden dort zusammengetragen, darunter ein wertvolles Cembalo aus dem Jahr 1741. Seine Heimat hat das Organeum in einer prächtigen Villa aus dem späten 19. Jahrhundert gefunden - nur 75 Meter von der Weener Kirche entfernt. Hier eine Klangprobe aus der Orgelakademie.

Abstecher zum "Ende der Welt"

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Der Kirchturm von Ditzum diente früher auch als Seezeichen.

Ganz im Norden des Rheiderlandes liegt Dietzum, das "Ende der Welt", wie der Ort im Volksmund genannt wird. Die Ems trennt das malerische Fischerdorf vom Rest Ostfrieslands, doch eine Fähre sorgt für regelmäßigen Kontakt in Richtung Emden am anderen Ufer. Schiffsverbindungen bestehen auch nach Borkum, Leer und ins niederländische Delfzijl. Viele Besucher kommen mit dem Fahrrad, denn für die Wege am Deich ist das Zweirad das ideale Fortbewegungsmittel. So liegt Dietzum auch an der Radtour "Wasser und Weite", die in Nord-Süd-Richtung durch das Rheiderland führt.

Eine Kirche für jedes Dorf

Natürlich hat auch Ditzum eine eigene Kirche - wie so viele kleine Orte im Rheiderland. Ihr getrennt stehender Turm erinnert an einen Leuchtturm und überragt die Häuser des Dorfes. Die schlichten Backsteingebäude trotzen meist seit Jahrhunderten dem rauen Klima an der Küste und wohl auch manchem feindlichen Angriff. So sind die Mauern der Kirche in Oldendorp bis zu 1,20 Meter dick, die Fenster aber winzig klein. Sehenswert ist auch der fast quadratische Glockenturm der Midlumer Kirche. Er ist nur 14 Meter hoch, neigt sich aber um fast sieben Grad und damit stärker als der schiefe Turm von Pisa.

Karte: Sehenswertes im Rheiderland
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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Bilderbuch / 24.03.2014 / 14:15 Uhr