Stand: 20.07.2017 10:59 Uhr

Husum - Graue Stadt ganz bunt

von Levke Heed, NDR.de
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Nordfrieslands Kreisstadt lockt mit seinen Gassen und dem Hafen viele Touristen an.

Die "Graue Stadt am Meer" nannte Theodor Storm, Husums berühmter Sohn, seine Heimatstadt in dem Gedicht "Die Stadt". Heute präsentiert sich Husum bunt, ist mit knapp 23.000 Einwohnern kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum Nordfrieslands und zieht jedes Jahr mit seinem kleinen Hafen und den Gassen der Altstadt viele Touristen an. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen in Zentrumsnähe und lassen sich gut zu Fuß entdecken. Die Beschilderung ist übersichtlich und umfangreich.

Stadtführung zu markanten Punkten

Wer sich gern ausführlich informieren möchte, kann ohne Voranmeldung an einer öffentlichen Stadtführung unter kundiger Leitung teilnehmen. Diese finden regelmäßig - in der Saison täglich außer sonntags - statt. Zu ausgewählten Terminen können sich Besucher auch einem abendlichen Rundgang mit einem traditionell gewandeten Nachtwächter anschließen.

Mittelpunkt der Stadt ist der Markplatz mit dem Tinebrunnen und der Marienkirche. Das klassizistische Bauwerk wird von einem Turm, der an ein Leuchtfeuer erinnert, und mächtigen Säulen im Innenraum geprägt. Jeden Donnerstag findet auf dem Platz der größte Wochenmarkt der Region statt. Das Angebot an regionalen Produkten ist groß und gehandelt oder geklönt wird meist auf Plattdeutsch. Im historischen Rathaus am Markplatz ist heute die Touristinformation untergebracht.

Erinnerung an Theodor Storm

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In diesem Haus am Markt wurde Theodor Storm 1817 geboren.

In unmittelbarer Nähe steht das Geburtshaus von Theodor Storm (1817 - 1888). Eine Gendenktafel erinnert an den bedeutenden deutschen Lyriker. 58 Novellen hat er geschrieben, unter anderem "Immensee", "Pole Poppenspäler" und den "Schimmelreiter". In der Nähe des Hafens, in der Wasserreihe Nr. 31, einem Kaufmannshaus aus dem 18. Jahrhundert, hat Storm von 1866 bis 1880 gelebt. Es beherbergt das Storm-Museum, in dem Besucher unter anderem das noch erhaltene Wohnzimmer sowie das Poetenstübchen besichtigen können.

Das Husumer Schloss: Herrschaftliche Kulisse und Blütenmeer

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Jedes Jahr im Frühjahr ein prächtiger Anblick: Die Krokusblüte im Husumer Schloss.

Unweit vom Marktplatz liegt das Husumer Schloss. Es wurde zwischen 1577 und 1582 als Nebenresidenz des Herzogs Adolf von Gottorf errichtet. Stilistisch und architektonisch ist es in der niederländischen Renaissance anzusiedeln. Von der vergleichsweise bescheidenen Einrichtung sind vor allem die sieben Renaissance-Kamine erhalten geblieben, die in Norddeutschland in dieser Form einzigartig sind. Jedes Jahr ist das Schloss Spielstätte für hochkarätig besetzte Konzertreihen wie die "Jungen Meister" und die "Raritäten der Klaviermusik". Auch Theater-Aufführungen im Rahmen des Internationalen Figurentheater Festivals "Pole-Poppenspäler-Tage" finden hier eine herrschaftliche Kulisse.

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Vier Millionen Frühlingsboten

Grünes Gras und lila Krokusse: Im Frühjahr verwandelt sich der Husumer Schlossgarten in ein beeindruckendes Blütenmeer. Bildergalerie

Ein Besuch des Schlosses mit dem dazugehörenden Schlosspark empfiehlt sich vor allem im Frühjahr zur Zeit der Krokusblüte. Der gesamte Park ist dann in ein lila Blütenmeer getaucht. Millionen wilder Krokusse wachsen dort und werden beim traditionellen Husumer Krokusblütenfest groß gefeiert. Auch wenn die üppige Blütenpracht in Husum seit Jahrhunderten bekannt ist, gibt sie Bewohnern und Besuchern noch immer Rätsel auf. Denn niemand weiß, warum die Krokusse mit dem Beinamen "Neapolitanus" ausgerechnet hier wachsen. Eigentlich sind die Frühlingsblüher in Südeuropa beheimatet und sonst nirgends in Deutschland zu finden. Ausgerechnet im Husumer Schlosspark aber schießen sie im Frühjahr millionenfach und dicht gedrängt aus dem Boden.

Einblick in das frühere Leben der Bauern

Ein schöne Aussicht über Husum - bis zu den Inseln und Halligen - ermöglicht der Wasserturm, der am Schlosspark liegt. Der Bau von 1902 diente der Stadt ursprünglich zur Trinkwasserversorgung. Heute ist er Geschäftshaus und Aussichtsturm und täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Nur wenige Gehminuten vom Schlosspark entfernt steht in der Nordhusumer Straße das Ostenfelder Bauernhaus. Bereits 1899 wurde das niederdeutsche Fachhallenhaus aus dem Kirchspiel Ostenfeld nach Husum gebracht. Im ältesten Freilichtmuseum Deutschlands können Besucher sehen, wie wohlhabende Bauern im 17. und 18. Jahrhundert in Nordfriesland gelebt haben.

Eine Frau in Tracht im Garten.

Geschichte erleben im Ostenfelder Bauernhaus

Nordtour -

Das Ostenfelder Bauernhaus in Husum ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands und gibt Besuchern Einblicke in die bäuerliche Alltagswelt vergangener Zeiten.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 10.06.2017 | 18:00 Uhr

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Küste, Krabben und Kultur - Kennen Sie Husum?

Ob bei den Fischern am Binnenhafen oder auf den Spuren Theodor Storms: Husum hat viele Gesichter. Was wissen Sie über die Stadt an der Nordseeküste? Testen Sie es im Quiz! Quiz

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