Stand: 16.06.2016 13:48 Uhr

Nordstrand - die ruhige, grüne Marschinsel

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Grünes eingedeichtes Marschland , sogenannte Köge, prägen die Landschaft auf Nordstrand.

Nordseeurlaub in entspannter Atmosphäre - ohne Prominente, schicke Lokale oder Boutiquen. Wer das sucht, ist auf Nordstrand richtig. Die Halbinsel liegt - umgeben vom Wattenmeer - westlich der nordfriesischen Kreisstadt Husum und ist ganz einfach zu erreichen: über einen vier Kilometer langen Damm, der nördlich von Schobüll beginnt.

Auf der 50 Quadratkilometer großen Halbinsel leben nur etwa 2.300 Menschen. Fast genauso viele Betten stehen Besuchern zur Verfügung. Ihnen bietet Nordstrand viel Ruhe, Natur sowie zahlreiche Möglichkeiten, sich an der frischen Luft zu bewegen. Zum Angebot zählen etwa Surfen, Segeln und Reiten. Außerdem ist es möglich, die Insel auf Inlineskates oder mit dem Fahrrad zu umrunden.

Sonnenbad am grünen Strand zwischen Schafen

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Friedliches Miteinander: Die kilometerlangen Deiche teilen sich Urlauber mit vielen Schafen.

Schwimmen kann man fast überall - vorausgesetzt die Nordsee ist da, denn Nordstrand liegt in der Gezeitenzone. Einen breiten Sandstrand sucht man auf Nordstrand vergebens, dafür lockt der grüne Deich als große Liegewiese. Diese teilen sich die Gäste mit den Schafen. Wer die Nähe zu den Deichbewohnern scheut, kann sich an einigen Badestellen in abgezäunte Bereiche zurückziehen. Die Badestellen erkennt man an einer kleiner Treppe, die vom Deich zum Wasser führt. Zudem sind hier Duschen aufgestellt, um sich nach dem Sprung in die Fluten das Salzwasser abspülen.

In der kalten Jahreszeit ist das kleine Schwimmbad mit Sauna im Kurmittelhaus in Norderhafen ein guter Anlaufpunkt. Es bietet den Gästen auch verschiedene Anwendungen an, etwa Bäder mit Naturschlick oder Sole und Massagen.

Naturerlebnis Watt

Beliebt und sowohl erlebnis- als auch lehrreich sind Wattwanderungen. Dabei ist es ratsam, sich einer geführten Tour anzuschließen, denn ein plötzlicher Wetterumschwung und die herannahende Flut können tückisch sein und selbst erfahrene Wattgänger in tödliche Gefahr bringen. Außerdem erfahren Urlauber bei den Führungen viel Wissenswertes über den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer. Die Schutzstation Wattenmeer auf der Insel bietet verschiedene Touren an, unter anderen zur benachbarten Hallig Nordstrandischmoor. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit dem Pferdewagen durchs Watt zur Hallig Südfall, die unter Naturschutz steht.

Ausflug zu den Halligen und Seehunden

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Wer mit dem Schiff unterwegs ist, hat gute Chancen auf den Sandbänken vor Nordstrand Seehunde anzutreffen.

Ausgangspunkt für Schiffstouren in die nordfriesische Hallig- und Inselwelt ist der Hafen Strucklahnungshörn im Nordwesten der Insel. Von hier können Interessierte mit Ausflugsschiffen auf die Nordsee hinausfahren und beim Seetier- und Krabbenfang zusehen sowie Seehunde beobachten. In Strucklahnungshörn starten auch Fähren nach Amrum, Sylt und zur Hallig Hooge sowie zur Nachbarinsel Pellworm.

Vögel beobachten im Beltringharder Koog

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Zahlreiche Vögel wie dieser Höckerschwan nutzen den Beltringharder Koog als Brut- oder Raststätte.

Für Vogelkundler ist ein Besuch im Beltringharder Koog ein Muss. 1987 eingedeicht, dient die Fläche neben ihrer Funktion als Speicherbecken auch dem Naturschutz. Ein Salzwasserbiotop wurde geschaffen, in welches das Wasser durch das Holmer Siel ein- und ausströmen kann. Der Koog hat heute eine wichtige Funktion als Brut- und Raststätte für Vögel. Vom Deich aus können Besucher die Vogelwelt gut beobachten. Außerdem steht eine Beobachtungshütte im Gebiet zur Verfügung. Für Interessierte gibt es regelmäßig vogelkundliche Führungen.

Land, der Nordsee abgetrotzt

Bis heute gibt der Meeresboden rund um Nordstrand immer wieder Überbleibsel aus vergangenen Zeiten frei: Totenschädel, alte Brunneringe oder Porzellan sind bei Ebbe zwischen Nordstrand und Pellworm zu finden. 1362 zerstörte eine große Sturmflut weite Teile der Landschaft, die zur damaligen Zeit noch die beiden Inseln verband. Rund 50.000 Menschen ertranken bei der "Mandränke", besonders betroffen war die damalige Edornsharde mit dem Ort Rungholt.

1634 brach die nächste große Flut über die Menschen herein, wieder starben Tausende. Viele Kirchspiele wurden von den Wassermassen einfach ausradiert. Die Reste des Landstrichs bilden heute in den Grundzügen die Halbinsel Nordstrand. Durch Eindeichungsmaßnahmen wurde der Nordsee ab Mitte des 17. Jahrhunderts wieder ein Teil des Meeres abgetrotzt. Aus dieser Zeit stammt auch der bekannte Spruch "Wer nich will dieken, de mutt wieken" ("Wer nicht deichen will, muss weichen"). Heute besteht Nordstrand aus insgesamt acht Kögen. Ein Koog ist Marschland, das durch Eindeichung und Entwässerung gewonnen wurde.

Lokale Spezialitäten: Lammfleisch und "Pharisäer"

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Eine dicke Sahnehaube bedeckt das Nationalgetränk "Pharisäer". Dass Alkohol drinsteckt, ist so weder zu sehen noch zu riechen.

Zu den Spezialitäten der Insel gehört Lammfleisch, das in Restaurants und direkt beim Züchter für die Zubereitung zu Hause erhältlich ist. Nordstrand ist auch die Geburtsstätte des nordfriesischen Nationalgetränks "Pharisäer". Ein echter Pharisäer besteht aus Kaffee, Zucker und vier Zentilitern Rum, obendrauf kommt eine Sahnehaube - damit man den Rum nicht riecht. Und natürlich gibt es auch - wie man es an der Küste erwartet - frische Krabben und Fisch.

Anreise

Mit dem Auto ist Nordstrand über die A 23 bis Heide und weiter über die B 5 zu erreichen. Hinter Husum in Hattstedt links nach Nordstrand abbiegen.
Bahnreisende fahren mit dem IC oder der Regionalbahn bis Husum und von dort mit der Buslinie 1047 auf die Insel.

Karte: Halbinsel Nordstrand

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 18.06.2016 / 18:00 Uhr

mit Video

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