Stand: 19.01.2016 12:40 Uhr

Kegelrobben - flinke Räuber mit dickem Fell

Bis zu zweieinhalb Meter lang, 300 Kilogramm schwer: Die Kegelrobbe ist das größte frei lebende Raubtier Deutschlands und neben dem Seehund die zweite in Deutschland heimische Robbenart. Lange war sie aus der Deutschen Bucht verschwunden, doch seit den 90er-Jahren wächst die Zahl der Kegelrobben stetig. Auf der Helgoländer Düne hat sich ein besonders wichtiger Rast- und Wurfplatz in der Nordsee entwickelt.

Kleinere Kolonien existieren außerdem vor Amrum und vor den Ostfriesischen Inseln. Insgesamt leben in der deutschen Nordsee rund 2.800 Tiere, in der deutschen Ostsee sind sie noch sehr selten. Rund um Rügen haben sich aber wieder einige Dutzend Tiere angesiedelt.

Kegelrobben - beliebte Nordseebewohner

Vom Seehund gut zu unterscheiden

Ihre kegelartige Kopfform mit der länglichen Schnauze, die ihr auch den Namen einbrachte, unterscheidet die Kegelrobbe deutlich von dem häufigeren Seehund mit seinem rundlichen Kopf. Außerdem ist sie fast doppelt so lang. Ein erwachsenes Tier vertilgt rund zehn Kilogramm Fisch pro Tag. Ihr großer Appetit auf Fisch war neben dem Fell und dem Fleisch ein Grund, warum Kegelrobben an der deutschen Küste früher unerbittlich gejagt wurden.

Jungtiere bleiben erst an Land

Die Jungen kommen in den Wintermonaten mit einem weißen, flauschigen Fell zur Welt, das sie vor Kälte schützt. Zehn bis 15 Kilo wiegen die Robbenbabys bei der Geburt - und legen dann schnell zu: Pro Tag futtern sie sich ein bis zwei Kilo Gewicht an, sodass sie schon bald eine dicke Speckschicht warm hält. Die Mütter lassen ihre Jungen manchmal stundenlang allein an Land zurück, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wenn ein Jungtier allein am Strand beobachtet wird, bedeutet das also nicht, dass es endgültig verlassen wurde. Erst mit einigen Wochen, wenn sie ihr Fell gewechselt haben, folgen die Jungtiere den Eltern ins Wasser - das weiße Babyfell ist zum Schwimmen ungeeignet, da es sich mit Wasser vollsaugen würde.

Kegelrobben aus der Nähe beobachten

Auf Helgoland lassen sich Kegelrobben besonders gut beobachten. Dort können sich Besucher den Tieren bis auf rund 30 Meter nähern. Wer mehr über die Robben, aber auch über andere Tiere und Pflanzen erfahren möchte, kann sich einer Führung anschließen. Diese veranstaltet unter anderem der Verein Jordsand (nähere Informationen unter Tel. 04725 / 77 87).

Eine Kegelrobbe schmimmt im Wasser

Vorsicht Kegelrobbe!

NaturNah -

Eine Kegelrobbe wurde dabei beobachtet, wie sie einen Seehund verspeist. Biologen stehen plötzlich vor einem Rätsel: Ist es nur ein einzelnes Tier, das aus der Art schlägt?

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 05.10.2016 | 19:30 Uhr

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