Stand: 03.06.2016 09:44 Uhr

Eiderstedt: Halbinsel im Wattenmeer

Wie eine Nase ragt die Halbinsel Eiderstedt südlich der nordfriesischen Kreisstadt Husum in die Nordsee hinein. Entstanden ist sie durch Eindeichungen, die bereits im Jahr 1000 begannen. Aus den drei Inseln Everschop (bei Garding), Eiderstedt (bei Tönning) und Utholm (bei Tating) bildete sich die heutige Landzunge. Noch immer ist der ehemalige Meeresboden für die Landwirtschaft sehr ertragreich, doch spielt heute auch der Tourismus eine wichtige Rolle. Bekannt sind vor allem die Orte St. Peter-Ording, Tönning und Garding sowie der Leuchtturm Westerhever, das Wahrzeichen der Halbinsel.

Am südlichsten Punkt schützt seit 1973 das gigantische Eidersperrwerk die Halbinsel vor Sturmfluten. Beim Bau des Sperrwerks wurde das Katinger Watt vom Meer abgeschnitten. Das Gebiet hat sich zu einem Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Pflanzenarten entwickelt und wird vom Naturschutzbund betreut. Zahlreiche Wanderwege und Beobachtungstürme laden zu Erkundungstouren ein.

Baden und Strandsegeln in St. Peter-Ording

Porträt

Strand bis zum Horizont in St. Peter-Ording

Zwölf Kilometer Strand, Dünen und viel Platz: Dafür lieben viele Urlauber St. Peter-Ording. Kitesurfer und Strandsegler finden ebenfalls ideale Bedingungen. mehr

Der breite, zwölf Kilometer lange Strand von St. Peter-Ording mit den typischen Pfahlbauten gehört zu den schönsten im Norden. Mit seinen Salzwiesen, Dünen, Strand und Watt liegt der Ort inmitten des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Meer und Strand laden zum Sonnen, Baden und Planschen ein. Kite-Surfer, Strandsegler und Kite-Buggyfahrer finden ebenfalls hervorragende Reviere. Wer sich lieber zu Fuß bewegt, kann im Nordsee-Fitness-Park zwischen 16 verschiedenen Lauf-, Wander,- und Walkingstrecken wählen und dabei alle vier Ortsteile von St. Peter-Ording kennenlernen: Böhl, Dorf, Bad und Ording.

Spaziergang zum Leuchtturm Westerhever

Nördlich von St. Peter-Ording liegt ein beliebtes Ausflugsziel: die Ortschaft Westerhever mit ihrem imposanten Leuchtturm. Er ist 41,5 Meter hoch, hat neun Stockwerke, ist mehr als 100 Jahre alt und eines der bekanntesten Wahrzeichen an der Nordsee. Vom Deich ist das Seezeichen nach etwa 45 Minuten Fußweg in Richtung Nordsee zu erreichen. Autos dürfen dort nicht fahren. Zu dem typischen Erscheinungsbild gehören zwei Häuschen neben dem Turm, in denen früher die Leuchtturmwärter wohnten. Heute wird der Westerhever Leuchtturm von Tönning aus fern bedient.

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Der Leuchtturm Westerhever gilt als Wahrzeichen von Eiderstedt.

Von der Plattform haben Besucher einen herrlichen Blick über weite Teile von Eiderstedt und die Insel- und Halligwelt. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung und nur von Ostern bis Ende Oktober möglich (Erwachsene 5 Euro, Kinder 2,50 Euro, Anmeldung erforderlich unter Tel. 04865/1206). Kinder unter acht Jahren dürfen nicht mit auf den Turm. Die Häuser am Fuße des Turms werden von der Schutzstation Westerhever genutzt. Sie informiert über das Wattenmeer und bietet interessante naturkundliche Wanderungen und Exkursionen an. Beliebt ist der Leuchtturm auch bei Heiratswilligen, denn dort kann man sich auch trauen lassen. Bis zu 100 Paare geben sich jährlich das Ja-Wort.

Im Herbst kommen die Zugvögel

Auch einen Strand hat Westerhever zu bieten. Mehr als neun Kilometer lang erstreckt sich die Sandbank vor der Küste. Sie ist zu Fuß durch das Watt in etwa 30 Minuten zu erreichen. Pfahlbauten wie in St. Peter-Ording gibt es allerdings nicht. Auch im Herbst lohnt sich ein Ausflug nach Westerhever: dann rasten dort Tausende Wildgänse auf ihrem Weg in den Süden. Das grandiose Schauspiel, wenn sich die großen Vögel in riesigen Schwärmen zusammenfinden, ist direkt vom Deich aus zu beobachten.