Stand: 01.06.2011 14:30 Uhr

Klimahaus Bremerhaven: Erlebnisreise um die Welt

von Kathrin Weber, NDR.de

Was haben Bremerhaven, die Wüste im Niger, der Südseestaat Samoa und St. Lawrence Island in Alaska gemeinsam? Sie alle liegen auf dem 8. Längengrad Ost. Doch die Lebensbedingungen der Menschen in diesen Regionen sind komplett verschieden. Trockenheit und Hitze, Wirbelstürme, Gletscherschmelze: Welche klimatischen Herausforderungen sie bewältigen müssen, erfahren Besucher im Klimahaus Bremerhaven hautnah. Die "Reise", so der Name der zentralen Erlebnis-Ausstellung, dauert etwa zwei bis drei Stunden und führt zu neun Orten auf fünf Kontinenten. Gut einen Kilometer lang ist die Tour, für die ein Reisender in der Realität 40.000 Kilometer zurücklegen müsste.

Rundgang durch das Klimahaus

Die "Reise": Fühlen, sehen, verstehen

Vom Startpunkt Bremerhaven geht es zunächst auf Gleisen entlang nach Isenthal, einer Alm im Schweizer Kanton Uri. Hier, am Gletscher Blüemlisalpfirn, herrscht Hochgebirgsklima. Was das für das tägliche Leben bedeutet, erzählt eine Familie, die dort wohnt, in kurzen Videosequenzen. Außerdem können die "Reisenden" Kühe melken, einen Gipfel erklimmen und Gletschereis berühren. Die Temperatur im Raum entspricht der am realen Ort. Ein Konzept, das überzeugt: Denn die sinnliche Wahrnehmung hilft dabei, die anderen Welten besser zu verstehen.

Auch auf den folgenden Stationen der Reise stehen authentische Kulissen und die Menschen vor Ort im Mittelpunkt: Dabei wird es zunächst zunehmend heißer und trockener: Während auf Sardinien noch ab und zu ein Gewitter für Abkühlung sorgt, ist es im Niger mit 35 Grad beständig unangenehm heiß. Ein großer Teil des Landes liegt in der Sahel-Zone, wo es sehr selten regnet und immer wieder Dürren auftreten. Glücklicherweise ist Kamerun - zumindest im Klimahaus - nicht weit. Üppige Vegetation und exotische Fische erwarten die "Reisenden" auf ihrem Weg durch den Regenwald bei feucht-heißem Tropenklima.

Von der Antarktis in die Südsee

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Was aussieht wie ein Bild aus einem Reiseprospekt ist die Station Samoa im Klimahaus.

Wer sich abkühlen möchte, hat dazu am nächsten Reiseziel Gelegenheit: In der Antarktis steht das Quecksilber auf minus 6 Grad. Ewiges Eis ist kein idealer Lebensraum für Menschen, deshalb sind hier nur Forscher für begrenzte Zeit in einer Polarstation im Einsatz. Doch die Natur in der Antarktis hat durchaus ihren Reiz: So ist der Sternenhimmel, zu dem eine Treppe von der Polarstation nach oben führt, beeindruckend. Echte Urlaubsstimmung kommt an der nächsten Station auf: Korallenriffe, sattes Grün und Holzhütten bestimmen das Bild des Inselstaats Samoa in der Südsee. Doch auch das Paradies hat seine klimatischen Schattenseiten: Tropische Stürme und die Korallenbleiche setzen Natur und Mensch zu.

Weiter geht die Reise Richtung Norden - auf die Insel St. Lawrence in Alaska. Hier, im äußersten Nordwesten der USA, leben die Yupik, ein Eskimostamm. Ihr Leben in der kargen, baumlosen Landschaft ist hart, der Walfang wegen der hohen Wellen lebensgefährlich.

Letzte Station der Klimareise ist - bereits zurück in Deutschland - die Hallig Langeneß im nordfriesischen Wattenmeer. Auf der kleinen Insel stehen alle Häuser auf sogenannten Warften. Die Erdhügel sollen Mensch und Tier vor Sturmfluten schützen, denn mehrmals im Jahr heißt es dort "Land unter". In Extremfällen ragen dann nur noch die Häuser auf den Warften aus dem Wasser.

Ein Äffchen schaut aus seinem Bau.

Museumsgeschichten: Das Klimahaus in Bremerhaven

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Im Klimahaus in Bremerhaven sind unterschiedlichsten Klimazonen dargestellt. Gleichzeitig ist das Museum auch ein halber Zoo: 250 verschiedene Tierarten leben hier.

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