Stand: 08.06.2017 12:32 Uhr

Charmante Fachwerkstadt mit Tradition: Stade

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Häuser mit bunten historischen Fassaden sind typisch für die Stader Altstadt.

Wasser, Fachwerk und eine mehr als 1.000-jährige Geschichte prägen die Stadt, die gut vier Kilometer südlich der Elbe zwischen Cuxhaven und Hamburg liegt. 994 erstmals schriftlich erwähnt, entwickelt sich der kleine Marktflecken in den Folgejahren zu einem wichtigen Hafen- und Handelsplatz. 1209 erhält Stade das Stadtrecht. Ab dem 13. Jahrhundert segeln Stader Kaufleute vom Hafen über die Schwinge zur Elbe und von dort weiter nach Holland und Dänemark. Damals gehört die Stadt zur Hanse und ist anfangs sogar bedeutender als Hamburg. Von 1645 bis 1712 beherrschen die Schweden die Stadt und bauen sie zu einer wichtigen Festung mit großem Wallgraben aus.

Im Zweiten Weltkrieg bleibt Stade fast unzerstört, sodass die schön sanierte Altstadt auf Schritt und Tritt Geschichte lebendig werden lässt. Zahlreiche interessante Gebäude aus verschiedenen Epochen säumen die Straßen und Plätze. Die ältesten, etwa das Gewölbe des Rathauskellers, stammen aus dem Zeitalter der Gotik. Da Stade nach dem großen Brand 1659 größtenteils neu aufgebaut wurde, sind Bauwerke und Kunstgegenstände aus dem Frühbarock, also aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts, besonders häufig.

Sehenswürdigkeiten in Stade - Ein Rundgang

Zu den sehenswerten Gebäuden gehören die Kirchen St. Wilhadi und St. Cosmae, das Rathaus mit seinem imposanten Portal, der Schwedenspeicher sowie zahlreiche Fachwerkhäuser. Ein guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung ist der Fischmarkt am Alten Hafen.

Stade vom Wasser aus entdecken

Weitere Informationen

Auf der Elbe zu Hause: "Wilhelmine von Stade"

Der Frachtsegler ist heute ein maritimes Wahrzeichen Stades. mehr

Rund um die Altstadt verläuft der Burggraben - die alte Wasserstraße ist ideal, um die Stadt zu erkunden. Fleetkähne legen regelmäßig am Holzhafen zu einstündigen Rundtouren ab. Die aktuellen Termine veröffentlicht Stade Tourismus auf seiner Website. Wer es besonders romantisch mag, kann sich mit einer Gondel herumfahren lassen. Vom Stadthafen starten außerdem Schiffe zu Ausflugsfahrten auf der Elbe. Ein besonderes Erlebnis ist ein Segeltörn mit dem Traditionsewer "Wilhelmine von Stade". Der ehemalige Lastsegler wurde in jahrelanger Arbeit von Stader Schülern restauriert und lädt nun zu Kurz- und Tagestörns ein.

Ins Freilichtmuseum auf die Insel

Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegt eine kleine Insel. Die Schweden schufen den sogenannten Bleicher-Ravelin während ihrer Herrschaft als Teil der Befestigungsanlagen. Bereits 1910 richtete der Stader Geschichts- und Heimatverein auf dem Gelände, das vollständig von Wasser umgeben ist, eines der heute ältesten Freilichtmuseen Deutschlands ein. Es zeigt anhand von historischen Bauern- und Werkshäusern sowie einer Mühle, wie die Menschen in der Region früher gelebt und gearbeitet haben.

Ausflug ins Alte Land

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Im Alten Land führen viele Wege quer durch die Obstplantagen.

Südöstlich von Stade erstreckt sich das Alte Land, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands. Zur Baumblüte gleicht die Elbmarsch einem einzigen Meer von Apfel-, Kirsch- und Pflaumenblüten. Die schöne Landschaft und die schmucken Dörfer mit alten Fachwerkhöfen machen die Region zu einem idealen Ausflugsziel - auch wenn nicht gerade Obstblüte ist. Vom Elbdeich können Radfahrer, Spaziergänger und Inlineskater den weiten Blick über die Obstbaumreihen auf der einen und den Fluss auf der anderen Seite genießen. Auch quer durch die Plantagen führen viele Wege, die sich für eine Entdeckertour eignen. Einige Landwirte bieten Kutsch- oder Traktorfahrten durch die Obstplantagen an - ein besonderes Erlebnis.

Neben frischem Obst hat die Region noch weitere kulinarische Spezialitäten zu bieten, die meist mit Äpfeln zubereitet werden. Dazu gehören Apfelsuppe, Altländer Apfelbrand, Apfelkuchen und Altländer Diekpedder - frischer Apfelsaft mit einem Schuss Obstler, der sowohl kalt als auch heiß getrunken wird. Zu empfehlen ist auch die Altländer Hochzeitssuppe, eine kräftige Brühe mit Rindfleisch. Eine Stader Spezialität ist das Eierbier. Dafür werden Eier, Zucker, Zimt und Zitrone mit Bier vermischt und gekocht.

Für Eisenbahnfans und Familien: Deutsches Feld- und Kleinbahnmuseum

Zug aus dem Kleinbahnmuseum Deinste © NDR.de Fotograf: Arne Wiechern

Kleinbahnmuseum Deinste

NDR Info - Aktuell -

Das Museum im Kreis Stade blickt in auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Die Züge fahren auf schmaler 60-Zentimeter-Spur.

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Für Eisenbahnfans lohnt ein Abstecher ins zehn Kilometer südlich von Stade gelegene Deinste. Dort befindet sich das Deutsche Feld- und Kleinbahnmuseum, deren Mitglieder seit 1967 historische Feldbahnfahrzeuge sammeln und aufarbeiten. Die schmalspurigen Industriebahnen wurden früher vor allem zum Materialtransport in der Landwirtschaft und in Fabriken genutzt. Die Sammlung umfasst Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven, verschiedene Personenwagen sowie Feldbahngüterwagen und eine Draisine. Auf der eigens gebauten, zwei Kilometer langen Schienenstrecke können Besucher in den Waggons mitfahren. Fahrten finden an den Oster- und Pfingstfeiertagen, am Tag des offenen Denkmals im September, am 3. Oktober sowie in der Adventszeit statt. Sie sind besonders für Familien mit Kindern ein schönes Erlebnis.

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Stade - eine Hansestadt mit Historie

Hallo Niedersachsen

Stade war einst doppelt so groß wie Hamburg und der Hafen-Hotspot im Norden. Einen weltweiten Respekt genießt die Stadt heute noch mit der Idee der Orgelakademie.

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Karte: Sehenswertes in Stade

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 03.06.2017 | 12:41 Uhr

Das Alte Land: Obstgarten des Nordens

Millionen Obstbäume und schmucke Dörfer: So zeigt sich das Alte Land. Ein Ausflug in das riesige Obstanbaugebiet an der Elbe lohnt sich jetzt zur Blütezeit besonders. mehr

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