Stand: 22.09.2017 09:23 Uhr

Wunder der Mechanik: Rostocks Astronomische Uhr

Sie ist ein einzigartiges Meisterwerk mittelalterlicher Technik: die Astronomische Uhr in der Rostocker Marienkirche. Bis heute läuft ihr mittelalterliches Uhrwerk aus dem Jahr 1472 so präzise wie damals. Damit ist die riesige Uhr weltweit einzigartig.

Die Astronomische Uhr in der Rostocker Marktkirche.

Astronomische Uhr in der Rostocker Marktkirche

Nordtour -

Seit 545 Jahren tickt die Astronomische Uhr in der Rostocker Marienkirche ohne Motor, ohne Strom, rein mechanisch - nur, weil sie jeden Tag per Hand aufgezogen wird.

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Zu bewundern ist das imposante, rund elf Meter hohe Kunstwerk direkt hinter dem Hochaltar der Marienkirche. Ganz oben befindet sich die Hauptuhr. Sie zeigt die Stunden an - allerdings benötigt sie für einen Zeigerumlauf 24 statt, wie bei modernen Uhren üblich, 12 Stunden. Neben der Uhrzeit zeigt die Astronomische Uhr auch die Mondphasen, die Tierkreiszeichen und die Monate an. Sie ist kunstvoll mit Figuren sowie gotischen Zahlen verziert. Unter der Hauptuhr befindet sich eine Kalenderscheibe, auf der sich das aktuelle Datum ablesen lässt.

Christusfigur hebt Hand zum Segen

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Die riesige Uhr besteht aus der reich verzierten Hauptuhr und einem darunterliegenden Kalenderraum, der Datum und Feiertage anzeigt.

Im 17. Jahrhundert wurde die Astronomische Uhr überarbeitet und erhielt mit dem Apostelumgang über der Uhrscheibe eine weitere Besonderheit. Er besteht aus einer Christusfigur, die mittig über zwei Türen sitzt. Jeden Tag um 12 Uhr und um Mitternacht öffnen sich die Türen: Sechs Apostel treten hinaus, umrunden die Christusfigur, die segnend die Hand hebt und gehen zur anderen Tür wieder hinein. Nur dem letzten Apostel - es ist Judas mit dem Geldbeutel - wird Segen und Zutritt verweigert. Er muss bis zum nächsten Umgang vor der Tür bleiben.

Uhrwerk arbeitet bis heute präzise

Das mittelalterliche Uhrwerk arbeitet bis heute zuverlässig. Allerdings war es im 19. Jahrhundert über längere Zeit außer Betrieb: Im Jahr 1835 gelangten bei Renovierungs- und Umbauarbeiten im Innenraum der Kirche Schutt und Staub in das Innere der Uhr. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand sie daraufhin still. Erst 1885 ließ man die Uhr restaurieren und die Uhrwerke überholen. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Uhr unbeschadet: Um sie vor Bombenangriffen zu schützen, ließ man sie 1943 einmauern und einbetonieren. 1951 wurde sie wieder freigelegt und in Betrieb genommen.

Ein technisches Meisterwerk des Mittelalters

Astronomische Uhr der Marienkirche

Öffnungszeiten:
Mai bis September:
Montag bis Sonnabend 10-18 Uhr
Sonntag und feiertags 11.15-17 Uhr
Oktober bis April:
Montag bis Sonnabend 10-12.15 Uhr sowie 14-16 Uhr
Sonntag und feiertags 11-12.15 Uhr

Apostelumgang:
täglich 12 Uhr

Weitere Informationen auf der Website der Astronomischen Uhr

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 23.09.2017 | 18:00 Uhr

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