Stand: 02.03.2017 14:14 Uhr

Backsteinprunk in Bad Doberan

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Das Münster überstand mehrere Jahrhunderte nahezu unbeschädigt.

Der Legende nach verdankt Bad Doberan seine Gründung einem Schwan: Als im 12. Jahrhundert Mecklenburgs Fürst Heinrich Borwin I. auf der Jagd nach einem Hirsch einen Schwan aufschreckte, klang der Ruf des Vogels für ihn wie "dobr, dobr", was im Slawischen so viel bedeutet wie "gut, gut". So erhielten das Kloster und später die Siedlung den Namen Doberan, "guter Platz", Hirsch und Schwan zieren noch immer das Stadtwappen.

Die fünf Pilger kurz vor dem Start - In Greifswald der Reisesegen, dann geht es los Richtung Grimmen. © NDR/Benedikt Severin Scheper, honorarfrei

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Doberaner Münster - Meisterwerk der Backsteingotik

Das bekannteste Gebäude Bad Doberans ist die einstige Klosterkirche aus dem späten 13. Jahrhundert, das Doberaner Münster. Es gilt als Meisterwerk der Backsteingotik. Einzigartig ist auch die Innenausstattung des Münsters, die zum größten Teil noch im Original zu sehen ist.

Doberaner Münster

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Rund 200.000 Menschen besuchen alljährlich die Kirche, die zu den wichtigsten mittelalterlichen Bauten Norddeutschlands zählt. Während die Klosterkirche sehr gut erhalten ist, sind von der weitläufigen Klosteranlage nur noch Gebäudeteile übrig geblieben, darunter etwa die Ruinen eines dreistöckigen Wirtschaftshauses sowie ein Beinhaus, in dem die Mönche einst die Gebeine ihrer verstorbenen Brüder aufbewahrten. Das ehemalige Kornhaus wird heute als Jugendkunstschule genutzt. 1186 gegründet wurde das Zisterzienserkloster im Jahr 1552 im Zuge der Reformation aufgelöst.

Sommer-Residenz und Seebad

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Das Möckelhaus ist ein schönes Beispiel für neogotische Backsteinarchitektur an der Ostsee.

Die Stadt selbst, die seit 1921 den Titel Bad trägt, punktet mit hübschen Villen und herrschaftlichen Gebäuden. Viele stammen aus der Zeit, als Doberan noch die Sommer-Residenz des Mecklenburger Hofes war. Eine dieser Villen, am Rande des ehemaligen Klostergeländes gelegen, ist das Möckelhaus. Es ist benannt nach dem Architekten Gotthilf Ludwig Möckel, der in Bad Doberan und dem dazugehörigen Ostseebad Heiligendamm mehrere Bauten im neogotischen Stil erbaute. Außerdem betreue er die Sanierung des Münsters im 19. Jahrhundert. Heute befindet sich in der neogotischen Villa das Stadt- und Bädermuseum. Im Stadtzentrum lohnt ein Abstecher zum Alexandrinenhof: Dort hat sich eine kleine alternative Insel mit Café, einer Ateliergemeinschaft und Geschäften mit Kunstgewerbe gebildet.

Mit der Bäderbahn an die Ostsee

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Ein ungewöhnliches Bild: Der Molli fährt mitten durchs Zentrum von Bad Doberan.

Wie seit Jahrhunderten wird in Bad Doberan noch immer Moor als Heilmittel angewendet. Es soll die Durchblutung fördern und, unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Entzündungen hemmen. Schon im 19. Jahrhundert zog Doberan viele Sommerurlauber an, die zum Baden in das sechs Kilometer entfernte Heiligendamm an die Ostsee fuhren - zunächst mit Kutschen, später mit der Bäderbahn Molli, die die Stadt noch heute mit den Seebädern Heiligendamm und Kühlungsborn verbindet.

Pferderennen und Musik

Für die Unterhaltung der Gäste sorgten in Bad Doberan einst unter anderem ein Casino und eine Pferderennbahn, die heute als die älteste Galopprennbahn Kontinentaleuropas gilt. Seit den 90-er Jahren werden dort wieder regelmäßig Rennen veranstaltet. Außerdem findet auf dem Gelände alljährlich im Sommer die Zappanale statt, ein mehrtägiges Musikfestival.

Karte: Bad Doberan und Heiligendamm
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