Stand: 07.03.2016 09:23 Uhr  | Archiv

Schloss Ludwigslust: Eine Reise ins Barock

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Die Gemäldegalerie ist nun wieder wie zu Zeiten der Fürsten gestaltet.

Ein Goldener Saal über zwei Etagen, Kristalllüster und hohe Fenster: Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin wollte es herrschaftlich, als er 1772 den Auftrag für ein neues Residenzschloss in Ludwigslust erteilte. Als Vorbild diente das Schloss im französischen Versailles bei Paris. Was der Herzog nicht ahnen konnte: Seine Residenz mit der prächtigen Sandstein-Verkleidung steht und strahlt auch nach fast 250 Jahren noch - als Museum.

Ostflügel frisch renoviert

Doch da die Zeit nicht spurlos an dem Schloss vorüber ging, wurde der Ostflügel in den vergangenen Jahren aufwendig saniert. Seit dem 6. März ist das Gebäude wieder für Besucher geöffnet. Neben dem berühmten Goldenen Saal über zwei Etagen wurden 18 Audienz- und Wohnräume der Herzöge renoviert und die Gemäldegalerie umgestaltet. Von 2017 an soll der Westflügel aufpoliert werden.

Das mecklenburgische Versailles

Gemäldegalerie wie vor 150 Jahren

Bis 1945 wohnte die herzögliche Familie in dem Schloss und ließ die historischen Gemächer weitgehend unangetastet. Während der DDR-Zeit hatte die Kreisverwaltung dort ihren Sitz. Heute gelangen Besucher vom breiten Foyer in den Gartensaal, der 1878 zur Jagdhalle umgestaltet wurde und nun als Schlosscafé genutzt wird. Erstmals seit rund 150 Jahren können Besucher wieder die komplette Gemäldegalerie. Dort wurden nachträgliche Einbauten entfernt, sodass der Saal nun wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist. An den graugrünen Wänden hängen rund 100 Bilder von Künstlern wie Frans Snyders, Bernardo Bellotto, Christian Wilhelm und Ernst Dietrich.

Gold und Papiermaché schmücken die Räume

Die Festetage im Obergeschoss beherbergt die herrschaftlichen Wohnräume sowie den Goldenen Festsaal mit monumentalen korinthischen Säulen und kostbaren Kristallleuchtern. Auf der umlaufenden Galerie spielte einst die Hofkapelle. In den großzügigen Gästewohnungen hängen jetzt Tiergemälde des einstigen Hofmalers Jean-Baptiste Oudry. Historische Möbel geben einen Eindruck vom damaligen Wohnstil des Adels. Zur Ausstellung gehören auch eine Uhrensammlung und Schnitzereien aus Elfenbein. Doch nicht alles, was im Schloss glänzt, ist aus Gold. Schlagmetall und Papiermaché, sogenannter Ludwigsluster Carton, waren für den Herzog deutlich kostengünstiger.

Eine ganze Stadt im Barock-Look

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Ganz untypisch für Norddeutschland ist die Stadtkirche mit ihren Säulen im griechischen Stil.

Immerhin plante der Herzog mehr als nur ein Schloss. Die gesamte Stadt, einst ein kleines Dorf, wurde eine spätbarocke Anlage. Bis heute sind viele Elemente erhalten, wie die Stadtkirche oder die Allee zum Schloss. Ausgangspunkt für die Barockstadt war ein Jagdschloss von Herzog Christian Ludwig II., das dem Ort seinen Namen gab. Es stand ursprünglich vor dem heutigen Schloss, wurde jedoch abgetragen, nachdem Friedrich Franz seinen neuen Prachtbau bezogen hatte.

Gartenkunst im Wandel der Zeiten

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Viel Wasser und seltene Baumarten schmücken den riesigen Schlosspark.

Zu Schloss Ludwigslust gehört der größte Park Mecklenburg-Vorpommerns. Der Schlosspark wurde im Verlauf der Jahrhunderte je nach den Vorlieben der residierenden Herzöge verändert. Heute zeigt er sich mit prächtigen Alleen, Wasserspielen, einer Grotte sowie dem Schweizerhaus als offener Landschaftspark im englischen Stil. Sein Ursprung war ein deutlich kleinerer barocker Garten am einstigen Jagdschloss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 05.03.2016 / 18:00 Uhr

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