Stand: 17.02.2015 10:58 Uhr  | Archiv

Schaalsee: Grüne Oase zwischen zwei Ländern

Ein See, zwei Länder. Bis 1990 teilte die innerdeutsche Grenze den Schaalsee, heute liegt er sowohl in Holstein als auch in Mecklenburg. Jahrzehntelang profitierte die Natur von der Abgeschiedenheit und konnte sich nahezu unberührt entwickeln. Nun gehört der 24 Quadratkilometer große See gemeinsam mit elf weiteren Gewässern zum UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee.

Wander- und Radwege erschließen die Natur

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Viel Wasser, viel Grün: der Schaalsee lockt mit seiner unberührten Natur.

Das Biospärenreservat gewährleistet den Schutz der artenreichen Natur ebenso wie die nachhaltige Nutzung durch die Bevölkerung und Besucher. Rund 70 Prozent der Fläche sind Acker- oder Grünland, 18 Prozent Wald. 150 Kilometer ausgeschilderte Rad- und Wanderwege durchziehen die hügelige Landschaft mit ihrer Mischung aus Feuchtwiesen, Feldern und Wäldern. An zahlreichen Aussichtspunkten können Ausflügler die vielfältige Tierwelt beobachten. In der Seenlandschaft brüten Kraniche und Seeadler und im Herbst rasten dort Tausende Zugvögel.

Im Paalhuus, dem Informationszentrum des Biosphärenreservats in Zarrentin, können Besucher mehr über den Wandel der Landschaft von der Eiszeit bis heute erfahren. Der Eintritt ist frei. Außerdem starten vom Paalhuus mehrere ausgeschilderte Wanderwege.

Mit dem Boot über den tiefsten See des Nordens

Spass im Wasser

Baden und Boot fahren am Schaalsee

Fast alle Ortschaften am See haben eigene Badestellen, Zarrentin besitzt einen Bootsverleih und einen Sandstrand. mehr

Wer das Gebiet vom Wasser aus erkunden möchte, kann sich Ruder-, Tret- oder Segelboote ausleihen. Bequemer ist es, ab Zarrentin eine Rundfahrt mit einem Fahrgastschiff zu unternehmen. Eigene Boote dürfen nicht mitgebracht werden, da jedes Wasserfahrzeug eine Zulassung benötigt. Auch die Bademöglichkeiten sind beschränkt. An zahlreichen ausgewiesenen Stellen ist es jedoch erlaubt, schwimmen zu gehen.

Der Schaalsee, 14 Kilometer lang und mit mehr als 70 Metern der tiefste See Norddeutschlands, gilt als sehr sauber. Die gute Wasserqualität sorgt dafür, dass dort Dutzende Fischarten leben, darunter die Große und Kleine Maräne. Der lachsartige Fisch kommt nur in sehr sauerstoffreichen Gewässern vor. Als der See während der vergangenen Eiszeit entstand, bildeten sich viele Buchten und Halbinseln. An den Ufern wachsen teilweise dichtes Schilf, aber auch Erlen und Buchen.

Zarrentin: Fischstädtchen mit sehenswertem Kloster

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Im ehemaligen Nonnenkloster in Zarrentin finden heute Konzerte und Ausstellungen statt.

Am Südufer des Schaalsees liegt das Städtchen Zarrentin, mit knapp 5.000 Einwohnern der größte Ort in der Region. Eine Promenade lädt zum Bummeln ein, Fischer bieten Brassen, Saiblinge und Hechte als geräucherte Delikatessen an. Sehenswert ist das ehemalige Zisterzienser-Nonnenkloster, das von 2003 bis 2006 detailgetreu saniert wurde. Beeindruckend sind vor allem das großzügige Refektorium (ehemaliger Speisesaal) sowie der original erhaltene Kreuzgang, der heute für eine Ausstellung zur 750-jährigen Geschichte des Klosters genutzt wird.

Die benachbarte Kirche wurde erstmals Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt und 1251 zur Klosterkirche ernannt. Im 15. Jahrhundert war das romanische Gebäude so baufällig, dass es abgerissen werden musste. Der Neubau im gotischen Stil enthält noch immer zahlreiche Elemente der ursprünglichen Kirche. In dem Gotteshaus steht die älteste evangelische Kanzel Norddeutschlands. Ein Pastor des kleinen Ortes kaufte die Kanzel 1699 gebraucht in Lübeck, wo sie bereits rund 150 Jahre in der Marienkirche gestanden hatte.

Am Brückenhaus vorbei auf die Insel

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Blick auf Zarrentin und den Schaalsee mit seinen Inseln.

Die größte Insel im Schaalsee ist Kampenwerder, ein beliebtes Ausflugsziel. Dort leben nur wenige Menschen zwischen Feldern und einem bewaldeten Uferstreifen. Besucher erreichen die Insel über einen schmalen Damm von der Gemeinde Lassahn am östlichen Seeufer aus. Der Weg führt über die benachbarte Stintenburg-Insel mit dem historischen Brückenhaus, in dem zu DDR-Zeiten Grenzsoldaten stationiert waren. Heute beherbergt das frisch renovierte Fachwerkhaus ein Restaurant. Beide Inseln gehören zu den Ländereien der Familie von Bernstorff, die auch das Herrenhaus auf der Stintenburg-Insel bewohnt.

Karte: Der Schaalsee auf einen Blick

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / NaturNah / 17.02.2015 / 18:15 Uhr