Stand: 24.06.2017 00:01 Uhr

Kunst und Kultur in Güstrow erleben

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In Güstrow finden Besucher Gebäude aus mehreren Jahrhunderten.

Im Laufe der Jahrhunderte hat Güstrow zahlreiche Beinamen erhalten: Residenzstadt, Paris des Nordens oder Barlachstadt. Sie alle weisen auf die fast 800-jährige wechselvolle Geschichte und die kulturhistorische Bedeutung der Stadt hin. Wallenstein, Zar Peter I., August der Starke, Ernst Barlach - sie alle hinterließen ihre Spuren in Güstrow im Herzen Mecklenburgs.

Vier Frauen sind in Tretbooten unterwegs.

Mit dem Tretboot über den Inselsee Güstrow

Nordtour -

Der Inselsee Güstrow lässt sich geräuschlos mit dem Tretboot erkunden: Einmal um die Schöninsel herum durch den Schwanenhals oder nach Mühl Rosin zum Steinofenpizzabäcker Francesco.

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Mittelalterliches Stadtbild

Kriege haben Güstrow verschont, zumindest aus architektonischer Sicht. So blieb die mittelalterliche Stadtstruktur bis in die Gegenwart erhalten. Wer sich einen Überblick über die Altstadt verschaffen will, muss auf den Turm der Pfarrkirche steigen. Von dort aus zeigt sich ein geschlossenes Bild von Häusergiebeln aus Backsteingotik, Renaissance und Klassizismus.

Hohe Baukunst: Das Güstrower Schloss

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Schloss Güstrow: Renaissance in Mecklenburg

Residenz der Herzöge, Lazarett, Altenheim und heute Museum: Schloss Güstrow diente vielen Zwecken. mehr

Einer der bedeutendsten Bauten der 30.000-Einwohner-Stadt ist das Renaissance-Schloss. Herzog Ulrich von Mecklenburg ließ den wahrhaft fürstlichen Prunkbau 1558 als seinen Regierungssitz errichten. Das Schloss kombiniert mitteleuropäische Architektur mit italienischen und französischen Stilelementen. Das Schlossmuseum zeigt unter anderem eine bedeutende Mittelaltersammlung, Kunst- und Kunsthandwerk der Renaissance sowie Glaskunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart. Die Gartenanlage rund um das Schloss wurde 2014 nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Der geometrische Aufbau des Gartens mit Lavendelbeeten und Wassergräben geht noch auf Ideen des ersten Hofarchitekten zurück.

Mit dem Nachtwächter auf Wallensteins Spuren

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Das Rathaus mit der prächtigen klassizistische Fassade wurde 2002 umfassend saniert.

Eine eigene Abteilung des Museums würdigt die einjährige Regentschaft Albrecht von Wallensteins in Güstrow während des Dreißigjährigen Krieges. Wallenstein, der die Truppen, mit denen er den Kaiser unterstützte, selbst vorfinanziert hatte, besiegte 1626 Dänenkönig Christian IV. Als Lohn bekam er das Land Mecklenburg mit Güstrow. Auf Wallensteins Spuren ziehen heute regelmäßig Nachtwächter und Touristen durch das abendliche Güstrow - vorbei am sehenswerten Rathaus in die noch typisch mittelalterlich strukturierten Gassen.

Auch ein Abstecher zum Krippenmuseum in der Heilig-Geist-Kirche lohnt sich. Rund 350 Krippen sind ganzjährig in dem schönen mittelalterlichen Backsteinbau ausgestellt.

Wo Ernst Barlach wohnte und arbeitete

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Barlachs Atelierhaus ist seit 1978 ein Museum und zeigt Arbeiten des Künstlers.

Berühmt wurde Güstrow auch als Barlachstadt. Die wohl bekannteste Bronzefigur des Expressionisten Ernst Barlach, der Schwebende Engel, hängt im Güstrower Dom. Es ist allerdings ein Nachguss, da die Nationalsozialisten das Original eingeschmolzen hatten. Von 1910 bis 1938 wohnte und arbeitete der Bildhauer in der Stadt, zuletzt am Güstrower Inselsee. Ein Spaziergang von der Stadtmitte zu seinem Atelierhaus dauert etwa 40 Minuten. Dort steht auch das Ausstellungsforum der Ernst Barlach Stiftung mit einem großen Bestand an Arbeiten und Skizzen des Künstlers.

Baden und wandern am Inselsee

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Der Inselsee mit seinen Badestellen ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Inselsee ist nicht nur für Kulturinteressierte ein lohnendes Ziel: Im Sommer lockt er mit Badestränden und Wassersportmöglichkeiten. Seit Mai 2013 können Besucher auch Bootstouren mit einem Kutter unternehmen. Die im See gelegene Schöninsel ist über eine Holzbrücke mit dem Seeufer verbunden. Auf der kleinen Insel residierte Wallenstein während seiner kurzen Herrschaft, heute ist sie Naturschutzgebiet. Besucher können sie auf einem Rundwanderweg erkunden, ein Aussichtsturm bietet einen schönen Blick über den See.

Wölfe und Bären im Wildpark beobachten

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Die Braunbären gehören zu den Publikumslieblingen des Wildparks.

Naturfreunden hat Güstrow ebenfalls einiges zu bieten. Ein gut ausgebautes Reit- und Wanderwegenetz lädt zu Erkundungstouren in die nähere Umgebung ein. Doch auch unmittelbar am Stadtkern lassen sich manchmal Falken und Störche, Eisvögel und Wasseramseln beobachten. Wer größere Wildtiere treffen möchte, ist im Wildpark-MV richtig, dem früheren Natur- und Umweltpark. Dort leben neben Wölfen, Wildschweinen und Waschbären auch die beiden Braunbären Fred und Frode. In einem großen Natur-Aquarium schwimmen mehr als 15 heimische Fischarten.

Karte: Güstrow und Umgebung

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 24.06.2017 | 18:00 Uhr

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