Stand: 23.08.2017 11:07 Uhr

Eine Stadt, die verbindet - Dömitz

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Die moderne Brücke überspannt nicht nur den Fluss, sondern auch die angrenzende Elbtalaue.

Dömitz - der Name steht für Teilung und Wiedervereinigung. Es sind vor allem Brücken über die Elbe, die die Stadt im Südwesten Mecklenburgs bekannt gemacht haben. Bereits 1873 wurde eine Eisenbahnbrücke eingeweiht, mit 20 Pfeilern und einer Länge von 1.050 Metern ein gewaltiges Bauwerk. 1936 folgte eine Straßenverbindung, zwölf Meter hoch, 154 Meter Spannweite - damals eine der größten Brücken Deutschlands. Den Zweiten Weltkrieg überstanden beide Bauwerke nicht. Bombenangriffe in den letzten Kriegstagen zerstörten sie.

Erst nach der Wiedervereinigung wurde die Straßenbrücke neu aufgebaut und 1992 eröffnet. Die blaue Stahlkonstruktion gilt nun als Symbol der überwundenen Teilung Deutschlands. Als wichtiger Verkehrsweg über die Elbe verbindet sie Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Von der ehemaligen Eisenbahnbrücke steht nur noch eine Ruine am westlichen Ufer. Sie wird jetzt aufwendig restauriert.

Lange Eisenbahnbrücke über einem vom Regen getränkten Feld © NDR Fotograf: Rüdiger Diehn aus Neuleben

Dömitzer Eisenbahnbrücke wird aufwendig saniert

Hallo Niedersachsen -

Im Zweiten Weltkrieg ist die Elbbrücke Dömitz zerstört worden. Ein Holländer will aus dem Denkmal eine Touristenattraktion machen - und erhält dafür auch öffentliche Gelder.

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Eine Festung im Renaissance-Stil

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Die mittelalterliche Festung ist gut erhalten und lohnt einen Besuch.

Das Wahrzeichen der mehr als 775 Jahre alten Stadt Dömitz ist eine gut erhaltene Festung. Sie zählt zu den bedeutendsten Flachlandfestungen Nordeuropas. Herzog Albrecht I. von Mecklenburg ließ die ehemalige Burg im 16. Jahrhundert von dem italienischen Baumeister Francesco a Bornau aus Brescia zu der fünfeckigen Festung ausbauen. Bastionen, Wassergraben, Wälle und Kasemattengewölbe zeigen die Wehrarchitektur der Renaissance. Noch heute füllt sich der Graben mit Wasser, wenn der Pegel der nahen Elbe ansteigt.

Der berühmte Häftling Reuter

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Im ehemaligen Kommandantenhaus der Festung werden heute Tagungsräume vermietet.

Im 18. und 19. Jahrhundert diente der Bau mit seinen dicken Mauern vor allem als Zuchthaus. Der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter musste dort 1839/40 das letzte von sieben Jahren Haft verbringen - die Strafe für seine Mitgliedschaft in einer Burschenschaft. Seine Erlebnisse und Eindrücke in Haft verarbeitete Reuter in dem autobiografischen Roman "Ut mine Festungstid" und machte Dömitz damit weit über Mecklenburgs Grenzen hinaus bekannt. Seit 1975 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Der Komplex beherbergt neben der Festungsanlage auch ein Museum zur Geschichte der Stadt und der Region, eine Freilichtbühne sowie Tagungsräume.

Viel Fachwerk und eine neugotische Kirche

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Die Kirche mit dem 50 Meter hohen Turm wurde 1872 eingeweiht.

Die lange Geschichte der Stadt zeigt sich auch im historischen Zentrum mit vielen Fachwerkhäusern. Sie stammen, wie das zweigeschossige Rathaus aus dem Jahr 1820, überwiegend aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1809. Eines der wenigen Backstein-Gebäude ist die neugotische Johanneskirche. Ihr Turm überragt alle anderen Gebäude.

Touren für Radler und Freizeitkapitäne

Zahlreiche Besucher kommen mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg nach Dömitz. Wassersportler erreichen die Stadt auf der Elbe oder der Müritz-Elde-Wasserstraße, die bis nach Schwerin und in die Mecklenburgische Seenplatte führt. Im Elbhafen sowie oberhalb der Schleuse an der Elde gibt es zahlreiche Liegeplätze, Gaststätten und Versorgungsmöglichkeiten. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann sich Kanus ausleihen oder eine Rundfahrt mit einem Passagierschiff unternehmen.

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Die Dünen mit ihrer speziellen Vegetation stehen unter Naturschutz.

Ein interessanter Ausflug führt nach Klein Schmölen, südlich von Dömitz. Dort haben sich vor etwa 12.000 Jahren Binnendünen gebildet, gut 40 Meter hoch und zwei Kilometer lang. Von der Wanderdüne aus bietet sich Besuchern ein weiter Blick über den Naturpark Mecklenburgisches Elbetal und die Stadt.

Weitere Informationen

Elbtalaue: Der Fluss prägt die Natur

Fischotter, Biber, Störche und seltene Pflanzen: Die Flusslandschaft Elbe besticht durch ihren Artenreichtum. Besonders gut lässt sie sich per Boot und Rad entdecken. mehr

Karte: Sehenswertes in Dömitz und Umgebung

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 22.08.2017 | 19:30 Uhr

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