Peenemünde: Fluch und Segen der Technik
1942 gelang auf Usedom der Start der ersten Rakete in den Weltraum. mehr
Sie ist die zweitgrößte Insel Deutschlands und einer der Orte mit den meisten Sonnentagen im Jahr. Malerisch an Ostsee und Stettiner Haff gelegen hat Usedom Urlaubern viel zu bieten: 42 Kilometer herrliche Sandstrände sowie eine Vielfalt an unberührter Natur laden zu langen Spaziergängen und Erkundungen ein. Außerdem lohnt sich ein Abstecher ins benachbarte Polen - in den östlichen Teil der Insel, wo unter anderem das bekannte Swinoujscie (Swinemünde) liegt. Von Bansin führt ein zwölf Kilometer langer Rad- und Gehweg über Ahlbeck direkt in das polnische Seebad.
Hügel, Wälder, Binnenseen und schöne alte Kaiserbäder prägen die sonnigste Insel Deutschlands. (Quelle: VIDICOM)
Sehenswert und ideal für einen kleinen Bummel über die Promenade sind die mondänen Seebäder im Süden der Insel, wo einst Fürsten und Adlige ihren Sommerurlaub verbrachten. Die schöne Bäderarchitektur der Belle Epoque ist heute wieder in vollem Glanz zu sehen. Daneben pflegt Usedom auch die Tradition eines familienfreundlichen Volksbades, die der Insel einst den Beinamen "Badewanne Berlins" einbrachte. Heringsdorf war den Berlinern wegen der schnellen Verkehrsverbindung so nahe gerückt, "dass sie es fast schon als Ausflugsort zu betrachten anfingen", notierte der Schriftsteller Victor Klemperer in seinen Tagebüchern. Selbst heute noch wirken die bis zu 60 Meter breiten Bilderbuchstrände im Hochsommer nie überfüllt.
Die Villa Oechsler im klassizistischen Baustil ist eines der schönsten Bauwerke in Heringsdorf.
Die drei Kaiserbäder auf Usedom - allen voran Heringsdorf - waren einst berühmte Aufenthaltsorte für den Adel und das wohlhabende Bürgertum. Bedingt durch den Kaiserrummel wurden viele Künstler angezogen. So schrieb Heinrich Mann im Sommer 1923 das Essay "Heringsdorf, Vorort von Berlin". In Heringsdorf war Kaiser Wilhelm II. in den Jahren 1895 bis 1913 regelmäßig zu Gast. Heringsdorf ist das bekannteste und das älteste Bad auf der Insel. Forstmeister George Bernhard von Bülow, ein Verwandter des Humoristen Vicco von Bülow, machte aus dem kleinen Fischerdorf einen Badeort. 1824 ließ er die erste private pommerische Badeanstalt am Strand errichten. Später folgten weitere sowie zahlreiche klassizistische Villen. Sie zogen immer mehr wohlhabende Gäste in den Ort und die Umgebung. Im "Nizza des Ostens" trafen sich Persönlichkeiten wie Theodor Fontane, Maxim Gorki und Leo Tolstoi. Als Ausdruck des feinen Lebensstils schillern damals wie heute die eleganten Prachtbauten wie die Villa Staudt oder die Villa Oppenheim, wo einst der Künstler Lyonel Feininger residierte. Damals flanierten die Reichen und Schönen über die längste Seebrücke, die Kaiser-Wilhelm-Brücke. 1958 ging die alte Seebrücke zu Bruch. Erst 1995 entstand an gleicher Stelle ein Neubau.
In Ahlbeck steht die älteste noch erhaltene historische Seebrücke Deutschlands.
Ahlbeck war bevorzugter Badeort der "kleinen Leute". 1907 hatte es schon mehr als 16.000 Gäste. Ab 1930 nahm der Ort mit seinen Villen und Mietshäusern städtischen Charakter an. Zu den bekanntesten Gebäuden gehört der "Ahlbecker Hof", der stets prominente Gäste beherbergte wie den österreichischen Kaiser Franz Joseph I., Theo Lingen oder die schwedische Königin Silvia. Mit 4.000 Einwohnern ist Ahlbeck noch heute der größte Badeort auf der Insel. Für Badefreunde ist der dreieinhalb Kilometer lange und bis zu 70 Meter breite, flach ins Meer verlaufende weiße Sandstrand nahezu ideal. Wer gerne flaniert, kann die acht Kilometer lange Strandpromenade mit seinen klassizistischen Bauten entlang spazieren, die die drei Kaiserbäder miteinander verbindet. Eine weitere Attraktion ist die älteste noch erhaltene historische Seebrücke Deutschlands. Ihr Bau begann 1882 mit dem Bau einer hölzernen Plattform. 1898 folgte die Errichtung eines Seesteges mit Schiffsanleger. Seit 1986 steht das Wahrzeichen, dass in den vergangenen Jahren häufig Kulisse für Film und Fernsehen war, unter Denkmalschutz. Vom östlichsten Seebad der Insel aus lässt sich Swinemünde mühelos zu Fuß erreichen.
Das Seebad ist das jüngste und kleinste der "Drei Kaiserlichen". Durch die zunehmende Badekultur wurde Bansin 1897 eigens zu Zwecken des Badebetriebes gegründet. Im Gegensatz zu den beiden anderen Seebädern fällt hier alles etwas kleiner und bescheidener aus. Bansins Markenzeichen ist der "freie Meerblick" entlang der Strandpromenade, wo sich die schmucken Villen und Hotels aneinander reihen.