Rungholt - "Atlantis der Nordsee"
Viele Mythen ranken um das nordfriesische Rungholt. Sogar die Gelehrten streiten. mehr
Mehrfach im Jahr werden die kleinen Nordseeinseln überflutet. 400 Menschen wohnen ständig auf den Hallligen. Sie leben von Tourismus und Landwirtschaft. (Quelle: VIDICOM)
Sie heißen Langeneß, Hooge, Nordstrandischmoor, Oland, Gröde, Habel, Norderoog, Süderoog, Südfall und Hamburger Hallig und sind einzigartig. Die Halligen - zehn kleine, maximal 960 Hektar große Inseln in der Nordsee. Wie verlorene Landflecken liegen sie vor der Küste Schleswig-Holsteins im Wattenmeer. Mit Ausnahme eines Sommerdeichs auf Hooge sind die Halligen nicht eingedeicht. Das bedeutet, dass sie regelmäßig überflutet werden. Damit Menschen und Tiere die Sturmfluten unbeschadet überstehen, stehen die Häuser auf sogenannten Warften, künstlich aufgeschütteten Erdhügeln. Steigt das Wasser der Nordsee stark an, was bis zu 20 bis 30 Mal im Jahr vorkommen kann, heißt es auf den Halligen "Land unter". In Extremfällen ragen dann nur noch die Häuser auf den Warften aus dem Wasser.
Langeneß - 9,56 km² - ständig bewohnt
Hooge - 5,74 km² - ständig bewohnt
Gröde - 2,77 km² - ständig bewohnt
Nordstrandischmoor - 1,75 km² - ständig bewohnt
Hamburger Hallig - 1,10 km² - nicht bewohnt, Naturschutzgebiet
Oland - 0,96 km² - ständig bewohnt
Süderoog - 0,60 km² - ständig bewohnt, Naturschutzgebiet
Südfall - 0,56 km² - ständig bewohnt, Naturschutzgebiet
Norderoog - 0,09 km² - unbewohnt, Naturschutzgebiet
Habel - 0,036 km² - unbewohnt, Naturschutzgebiet
Nur sieben der zehn Halligen sind ständig bewohnt. Die meisten Menschen, derzeit 110, leben auf Hooge - die Hallig ist ein beliebtes und oft besuchtes Ausflugs- und Urlaubsziel - nicht zuletzt weil sie tideunabhängig gut mit der Fähre zu erreichen ist. Auch Langeneß, Oland, Gröde und Nordstrandischmoor bieten Ausflugslokale und Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste an. Auf der Hamburger Hallig ist während der Saison eine Gaststätte geöffnet. Auf Süderoog und Südfall leben jeweils nur zwei Personen. Beide Halligen gehören zur Schutzzone I des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und dürfen nur im Rahmen spezieller Führungen betreten werden. Habel und Norderoog stehen ebenfalls unter Schutz. Der Verein Jordsand hat Habel vom Land Schleswig-Holstein gepachtet, ein Vogelwart ist in den Sommermonaten vor Ort und lebt während dieser Zeit in dem einzigen Haus der Insel. Norderoog befindet sich im Privatbesitz des Vereins, fachkundige Führungen werden von Hooge aus angeboten.
Die meisten Halligen werden von Schiffen angesteuert - allerdings in der Regel nur während der Saison von April bis Oktober. Die Überfahrt ist für viele Besucher ein Erlebnis. Langeneß ist bei Niedrigwasser auch mit einer Lorenbahn durchs Wattenmeer zu erreichen. Zu manchen Halligen können Bewohner und Besucher bei Ebbe zu Fuß übers Watt laufen, etwa nach Nordstrandischmoor. Ausgangspunkt ist der Ort Lüttmoorsiel im Beltringharder Koog nördlich von Husum. Aber Vorsicht: Das Wasser kommt bei einsetzender Flut sehr schnell - und vor allem für Festländer unberechenbar - zurück. Deswegen sollten Besucher immer mit einem Wattführer unterwegs sein und das Wetter genau beobachten.
Ein vier Kilometer langer Damm verbindet die Hamburger Hallig mit dem Festland. Besucher können zu Fuß, mit dem Rad oder Auto (gegen Gebühr) auf die kleine Insel gelangen, die eine Gaststätte und eine Badestelle zu bieten hat und ein ideales Ziel für die Vogelbeobachtung ist. Bereits seit 1932 wird die Hallig als Naturschutzgebiet vom NABU betreut.
Radfahren, Wattwandern und Teetrinken sind die beliebtesten Beschäftigungen von Halligen-Touristen. Auch das "Hallig-Hopping" ist sehr gefragt. Das bedeutet, von einer Hallig zur nächsten zu fahren. Interessenten sollten direkt am Hafen nachfragen, ob sie mit einem Boot mitfahren können.