Stand: 21.04.2016 16:17 Uhr

Sylts geheimnisvolle Gräber

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Die Hünengräber sind Zeugen einer frühen Besiedlung der Insel.

Die Insel Sylt verbinden viele mit schönen Stränden und langen Partynächten. Doch auch wer sich für Archäologie interessiert, findet dort spannende Ziele. Denn die Insel war bereits vor Tausenden von Jahren besiedelt. Die damaligen Bewohner hinterließen Grabstätten, von denen einige bis in die Gegenwart erhalten sind: Großsteingräber, die auch als Megalithgräber bezeichnet werden, sowie Grabhügel.

Unterwegs auf der "hünen.kulTour"

Großsteingräber auf Sylt

Die eindrucksvollen Großstein- oder Megalithgräber stammen aus dem Mittelneolithikum, der Zeit um 3.000 vor Christus. In der Bronzezeit um 1.000 vor Christus wurden Särge oder Urnen gemeinsam unter großen Hügeln bestattet. In der Wikingerzeit um 1.000 nach Christus waren kleinere, bis zu 1,5 Meter hohe Grabhügel über einzelnen Urnen als Teil von Grabhügel-Feldern üblich.

Der Verein Söl‘ring Foriining hat unter dem Namen "hünen.kulTour" drei Ausflüge zu den Überresten der historischen Stätten zusammengestellt. Infotafeln an den Rad- und Fußwegen klären über die Geschichte der Gräber auf. Zu Fuß lassen sich die 13 bis 16 Kilometer langen Routen in jeweils dreieinhalb bis vier Stunden bewältigen. Schneller geht es bei einer Rundfahrt mit dem Rad.

Viele Stätten verfallen

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Besucher können in die ehemalige Grabkammer des "Denghoog" klettern.

Im Verlauf der Jahrhunderte haben Wind, Sand und Wasser viele der mehr als 500 bekannten Grabstätten auf Sylt verschüttet oder zerstört. Andere wurden geplündert, die Steine als Baumaterial verwendet oder im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zu militärischen Anlagen umgebaut. Das am besten erhaltene Großsteingrab ist der "Denghoog" bei Wennigstedt. Das Grab stammt aus der Zeit um 3.000 vor Christus. Unter einem drei Meter hohen Erdhügel verbirgt sich eine ovale Grabkammer von etwa drei Metern Breite. Ein schmaler Gang führte einst in die Kammer, deren Wände aus tonnenschweren Findlingen bestehen. Drei große Steinplatten liegen als Decke darauf. Besucher können den "Denghoog" (Hoog = Hügel) von außen besichtigen und gegen Eintritt durch einen Zugang von oben in die Kammer hinab steigen.

Hintergrund

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Von Grab zu Grab

Das Großsteingrab "Denghoog" ist Ausgangspunkt der "hünen.kulTour" Kampen/Wennigstedt/Braderup mit insgesamt 15 Stationen. Dazu gehören neben drei weiteren Megalithgräbern auch mehrere einzelne oder in Gruppen angeordnete Grabhügel. Die meisten liegen rund um Kampen.

Die zweite Tour Keitum/Tinnum/Munkmarsch führt auf 13 Kilometern zu acht Grabstätten, darunter dem Großsteingrab Harhoog und dem Grabhügel Tipenhoog östlich von Keitum.

Die dritte und mit 16 Kilometern längste Tour startet am Morsum Kliff. An der Route liegen mehrere Grabhügel-Gruppen östlich von Morsum sowie Großsteingräber bei Archsum.

Eine Broschüre weist den Weg

Die Tourist-Informationen auf der Insel halten einen Flyer bereit, der die "hünen.kulTour" vorstellt und die Orientierung auf den Wanderungen erleichtert. Er bietet auch zahlreiche Informationen über die Besiedlung von Sylt und die Grabkultur von der Jungsteinzeit (um 3.000 v. Chr.) bis zur Wikingerzeit (um 1.000 n. Chr.).

Karte: Historische Grabstätten auf der Insel Sylt

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 23.04.2016 | 18:00 Uhr

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