Stand: 13.09.2017 14:57 Uhr

Zu Fuß durch den Grand Canyon des Ostharzes

von Axel Franz, NDR.de

Es ist eines der spektakulärsten Täler des Harzes: das Bodetal an den östlichen Ausläufern des Mittelgebirges. Bis zu 230 Meter steigen schroffe Felswände fast senkrecht auf und drücken die Bode in ein enges Flussbett. Auf den Gipfeln liegt der berühmte Hexentanzplatz. Dort sollen die fliegenden Fabelgestalten ihr Unwesen getrieben haben. Heute herrscht dort reger Ausflugstrubel mit zahlreichen Verkaufsständen, Restaurant, Tierpark, Sommerrodelbahn und Großparkplatz.

Wanderung durch das Bodetal

Doch bereits wenige Hundert Meter entfernt verlieren sich Wanderer im gut beschilderten Wegenetz der Bodetal-Region. Wer zu Fuß von Thale aus den Hexentanzplatz erreichen will, benötigt etwa 45 Minuten. Der Weg führt teils steil bergauf durch lichten Eichenwald, vorbei an einem Aussichtsturm. Von dort reicht der Blick weit über Thale hinaus in das flache Harzvorland, aber auch über das enge Bodetal zu den Klippen der Rosstrappe. Von Aussichtspunkten am Hexentanzplatz und der gegenüberliegenden Rosstrappe blickt man - gesichert von Geländern - steil bergab in das Bodetal. So ergeben sich eindrucksvolle Perspektiven in die Schlucht und auf die bizarren Felsformationen an den Hängen.

Wer den Weg nicht zu Fuß gehen will, kann von Thale aus die Seilbahn zum Hexentanzplatz nehmen. Zehn der 21 Gondeln für je sechs Personen haben einen Glasboden. Fahrgäste können so tief in das romantische Bodetal unter ihren Füßen blicken. Zur Rosstrappe geht es bequem mit einem Sessellift, Mountainbiker können sogar ihr Fahrrad mitnehmen. Beide Bahnen überwinden in wenigen Minuten einen Höhenunterschied von jeweils fast 250 Metern.

Unterwegs auf dem Bodetal-Wanderweg

Der Höhepunkt für Wanderer ist die Tour durch das untere Bodetal. Der etwa acht Kilometer lange Weg beginnt in Thale und führt abseits von Straßen entlang der Bode nach Treseburg. Unterwegs sind etliche Höhenmeter zu überwinden, denn der Fluss hat sich im Verlauf der Jahrtausende so eng in die Felsen gegraben, dass ihm der Wanderweg nicht immer direkt folgen kann. So müssen Wanderer die engen Windungen der Bode teilweise über den Berg abschneiden.

Urwüchsige Natur an steilen Hängen

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Der Bodetalweg ist Teil des Harzer Hexen-Stiegs und mit dessen Symbol beschildert.

Das Bodetal zwischen Thale und Treseburg steht seit 1937 unter Naturschutz. Besonders in den unzugänglichen Seitentälern konnten sich Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Die Route führt durch diese urwüchsige Landschaft, in der sich Eingriffe des Menschen darauf beschränken, den Weg freizuhalten. Immer wieder liegen an den steilen Hängen umgestürzte Bäume, die dort verwittern. Stellenweise rutschen Gerölllawinen weit ins Tal. Die Route zwischen Thale und Treseburg ist Teil des Harzer Hexen-Stiegs und gut beschildert. Allerdings fehlen meist - wie auf fast allen Wegweisern in der Region - Angaben zur Entfernung oder der Wanderzeit. Für die acht Kilometer lange Strecke sollten Wanderer etwa drei Stunden einplanen.

Ein Hängebrücke über das Rappbodetal. © NDR

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