Stand: 19.05.2017 15:06 Uhr

Steinhuder Meer: Urlaub vor der Haustür

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In Steinhude stehen einige Ferienhäuser direkt am Wasser.

Urlaubsfeeling ganz in der Nähe der Großstadt: Nur rund 30 Kilometer von der Landeshauptstadt Hannover entfernt liegt Niedersachsens größtes Binnengewässer - das Steinhuder Meer. Mit einer mittleren Wassertiefe von nur 1,35 Meter - an der tiefsten Stelle sollen es knapp drei Meter sein - ist der See ein ideales Bade-, Surf- und Segelrevier und ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Seit 40 Jahren gehören der See und seine Umgebung zu einem mehr als 300 Quadratkilometer großen Naturpark.

Idylle am See bei Sonnenaufgang.

Erlebnisreicher Spaziergang am Mardorfer Ufer

Nordtour -

Auf den geführten Moorwanderungen des Biologen Wolfgang Nülle in Mardorf am Steinhuder Meer lernt man auch in der kalten Jahreszeit erstaunliche Dinge.

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Gebildet hat sich das Steinhuder Meer gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. Damals war es etwa dreimal so groß, was heute an den vermoorten Randgebieten zu erkennen ist. Seit Anfang der 1970er-Jahre gehört es dem Land Niedersachsen, früher war der See im Besitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe.

Gute Bedingungen für Segler, Wind- und Kitesurfer

Das Meer im Binnenland

Der Name könnte verwirren: Ein knapp 30 Quadratkilometer großer See im Binnenland heißt Steinhuder Meer? Die Erklärung liegt in der norddeutschen Sprache. Sie verwendet das Wort Meer nach seinem Ursprung "Mori" = Sumpf oder stehendes Gewässer. Viele Binnenseen im Norden heißen also Meer. Als See werden dagegen offene Gewässer wie Nord- oder Ostsee bezeichnet.

Mittelpunkt für Badefreunde ist die 35.000 Quadratmeter große, künstlich angelegte Badeinsel Steinhude mit schönem Sandstrand, ausgedehnten Liegeflächen und vielen Spielgeräten. Sie ist nur für Fußgänger und Radfahrer über eine Brücke zu erreichen. Das Steinhuder Meer eignet sich auch gut zum Segeln. Bei einer Länge von acht Kilometern und 4,5 Kilometern Breite bietet es häufig gute Windbedingungen. Das wissen auch Windsurfer zu schätzen, die am Nordufer ihren eigenen Bereich haben. Motorboote sind auf dem Gewässer nicht erlaubt - außer mit Elektro-Antrieb oder als Rettungsboote. Wer kein eigenes Boot hat, kann in Steinhude mit einem gemieteten Ruder- oder Elektroboot in See stechen oder eine Rundfahrt mit einem Fahrgastschiff unternehmen.

Touristenattraktion Insel Wilhelmstein

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Neben dem Museum gibt es auf der kleinen Insel auch ein Restaurant und zwei Gästehäuser.

Eine Attraktion ist die ebenfalls künstlich angelegte Insel Wilhelmstein. Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe ließ im 18. Jahrhundert eine Festung darauf errichten. Zuerst diente die Festung als Militärschule, später als Staatsgefängnis. Heute ist dort ein Museum untergebracht, das die Geschichte der Insel dokumentiert und unter anderem historische Waffen ausstellt. Mit einem sogenannten Auswandererboot oder einer Fähre können Gäste von April bis Mitte Oktober von Steinhude auf das 12.500 Quadratmeter große Eiland fahren.

Vom Fischerdorf zum Urlaubszentrum: Steinhude

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Kulinarische Spezialität der Region ist der Steinhuder Räucheraal.

Steinhude, an der Südseite des Meeres gelegen, hat sich vom Fischer- und Weberdorf zum Touristenzentrum entwickelt. Dort gibt es zahlreiche sich Hotels, Ferienwohnungen, Freizeiteinrichtungen sowie mehrere Museen. Der restaurierte Ortskern bietet ein besonderes, maritimes Ambiente. Im Zentrum der Stadt gibt es zahlreiche kleine Fachwerkhäuser, Geschäfte und Restaurants. Ganz oben auf den Speisekarten stehen Fischgerichte wie Steinhudes Spezialität, der Räucheraal. Die Aale werden gelegentlich noch traditionell mit dem Steinhuder Torfkahn gefischt und vor Ort in mehreren Räuchereien zubereitet.

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Das Scheunenviertel wurde aus Feuerschutzgründen außerhalb des Ortskerns von Steinhude errichtet.

Sehenswert ist das historische Steinhuder Scheunenviertel. 1756 wurden die Gebäude wegen der Brandgefahr am Ortsrand errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg brannten einige ab, andere wurden nicht mehr bewirtschaftet und verfielen. 1997 endete der Dornröschenschlaf im Zusammenhang mit den Plänen für die Expo 2000 in Hannover. Heute besteht die Anlage aus 13 renovierten Scheunen, die unter Denkmalschutz stehen. Neben den Ausstellungsräumen des Naturpark-Informationszentrums haben sich dort auch Cafés und Läden angesiedelt.

Spielzeugmuseum und Schmetterlingsfarm

Ein Paradies nicht nur für Kinder ist das Steinhuder Spielzeugmuseum im "Spieker", einem Speicher im Hof des Fischer- und Webermuseums. Im Erdgeschoss zeigt es Puppen und Puppenhäuser sowie Blechspielzeug, Autos und Eisenbahnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Obergeschoss wird die Kulturgeschichte des Spielens dokumentiert. Dazu gehören Plüschtiere, Gesellschaftsspiele, Brett- und Kartenspiele, Sammelfiguren und Baukästen.

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In der Schmetterlingsfarm flattern rund 600 farbenprächtige Exemplare umher.

Ebenfalls in Steinhude liegt ein kleines Privatmuseum: die Schmetterlingsfarm mit Insektenmuseum. In einer exotischen Pflanzenwelt flattern ständig etwa 600 farbenprächtige Falter umher. Gezüchtet werden sie in Großbritannien, in Steinhude schlüpfen dann die Puppen. Im Insektenmuseum können sich Besucher verschiedene Arten von Käfern, Spinnen, Tausendfüßlern und anderen Insekten ansehen, die sich Terrarien leben. Eine weitere Halle zeigt präparierte Insekten.

Bauerndorf Mardorf mit Promenade

Mit Mardorf gibt es im Norden des Sees ein zweites Erholungszentrum. Das alte Bauerndorf mit vielen schönen Fachwerkhäusern liegt zwar nicht direkt am Wasser. Nach einem Spaziergang durch ein Waldgebiet kommt man aber auf eine fünf Kilometer lange Uferpromenade. An zahlreichen Stegen liegen Hunderte Segelboote, Surfer treffen sich am flachen, sandigen Ufer im östlichen Abschnitt. Campingplätze, Gaststätten und ein Bootsverleih sorgen für maritimes Urlaubsflair.

Sommer am Steinhuder Meer

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 14.01.2017 | 18:00 Uhr

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