Stand: 13.06.2015 09:57 Uhr  | Archiv

Unterwegs auf Hamburgs anderer Elbe

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Dichtes Grün, kaum Gefälle und nur wenige Motorboote machen den alten Elbarm zu einem Paradies für Paddler.

Ganze Teppiche von Seerosen, dicht bewachsene Ufer, dahinter Gemüsefelder, Obstbäume und Windmühlen: Idyllisch schlängelt sich die Dove-Elbe durch die Hamburger Vierlande. Einst ein wichtiger Transportweg für die ansässigen Obst- und Gemüsebauern, die ihre Ware auf den Hamburger Märkten verkauften, ist sie heute vor allem wegen ihres Freizeitwerts beliebt. Auf dem Wasser kommen Angler und Paddler auf ihre Kosten, während Radfahrer die Fahrradstrecke entlang des Marschbahndamms, einer ehemalige Zugstrecke, zu schätzen wissen.

Abdeichung machte die Dove-Elbe "dov"

Schon im späten Mittelalter wurde der frühere Elbarm vom Hauptstrom durch Abdeichung getrennt. Übrig blieb der taube - niederdeutsch dove - Seitenarm. Er schlängelt sich über 18 Kilometer in nordwestlicher Richtung durch die Vierlande, bis die Dove-Elbe schließlich bei Georgswerder in die Norderelbe fließt.

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Bauernhäuser, Pferdekoppeln und Wiesen säumen über weite Strecken die Ufer der Dove-Elbe.

Hinter der Tatenberger Schleuse bei Moorfleet beginnt der tideunabhängige Abschnitt der Dove-Elbe. Zunächst verbreitert sie sich in südöstlicher Richtung zu einer Art See, dem künstlich angelegten "Wasserpark Dove-Elbe" mit Regattastrecke für Ruderer und Kanuten. Der nördlich des Wasserparks gelegene Eichbaumsee war bis vor wenigen Jahren ein beliebter Badesee, mittlerweile ist das Baden aber wegen starker Belastung mit Blaualgen verboten. Wer trotzdem schwimmen möchte, ist weiter westlich am See hinterm Horn richtig.

Auf dem Wasser bis Bergedorf

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Bei Reitbrook lohnt ein Blick auf die Windmühle. Sie ist noch immer in Betrieb.

Idyllisch schlängelt sich die Dove-Elbe hinter dem Wasserpark weiter, vorbei am Naturschutzgebiet "die Reit", in dem viele seltene Vogel- und Amphibienarten wie Fischadler, Kröten und Molche leben. Die hübsche ländliche Umgebung weiter östlich ist geprägt durch Felder, Wiesen und alte Bauernhäuser der Vierlande. Vom Wasser aus zu sehen ist auch die 1870 erbaute Reitbrooker Mühle. Ein Stück weiter östlich können Radfahrer und Wassersportler einen Abstecher entlang des sogenannten Schleusengrabens nach Bergedorf machen.

Durch Seerosen und Schilf zur Gose-Elbe

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Die schmale Gose-Elbe ist nur ein kurzes Stück mit Motorbooten befahrbar.

Zwischen der Norderelbe bis ungefähr auf die Höhe des südlich von Bergedorf gelegenen Neuengammer Durchstichs ist die Dove-Elbe auch mit motorisierten Booten befahrbar. Den Kanus und allen nicht motorisierten Booten vorbehalten ist allerdings ein besonders reizvoller Abschnitt der Vierlandener Wasserwege: der Neuengammer Durchstich, der von der Dove-Elbe zur Gose-Elbe führt, einem weiteren durch Eindeichung im Mittelalter abgetrennten Seitenarm der Elbe. Der schmale Kanal führt durch ein idyllisches Naturschutzgebiet, Seerosen, dichte Bäume und Schilf wachsen entlang der Strecke und bieten vielen Vögeln Brutmöglichkeiten. Während der Brutzeit von Mitte April bis Mitte Juni ist die Durchfahrt daher für alle Boote - auch Kanus - gesperrt. 

Karte: Die Dove-Elbe in Hamburgs Vierlanden
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Die Vierlande: Hamburgs bäuerliches Idyll

Alte Bauernhäuser, schöne Radstrecken und Badeseen: Die Vier- und Marschlande sind nicht nur der Gemüsegarten der Hansestadt, sondern auch ein attraktives Ausflugsziel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 13.06.2015 / 18:00 Uhr

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