Stand: 02.05.2013 14:16 Uhr

Spaziergang zu Hamburger Brahms-Stätten

von Levke Heed, NDR.de
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Johannes Brahms (1833-1897)

Am 7. Mai 1833 wurde Johannes Brahms in Hamburg geboren. Der große Komponist der Romantik erhielt am 14. Juni 1889 die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt. Bis heute erinnern zahlreiche Denkmäler und Stätten an den berühmten Sohn der Stadt. Die Johannes-Brahms-Gesellschaft hat einen Spaziergang durch Hamburg zusammengestellt, der zu den Erinnerungsorten führt. Interessierte sollten sich für den Spaziergang eine gute Stunde Zeit nehmen. Wer sich im Hamburg Museum und im Brahms-Haus ausführlich informieren möchte, sollte entsprechend mehr Zeit einplanen.

Tafel erinnert an Brahms' Geburtshaus

Ausgangspunkt des Spaziergangs ist die Ecke Caffamacherreihe/Speckstraße. Mit der U2, Haltestelle Gänsemarkt, ist der Startpunkt gut zu erreichen. Bereits am Bahnsteig der U-Bahn ist die Caffamacherreihe ausgeschildert. Das Brahms-Denkmal an der Ecke Caffamacherreihe/Speckstraße erinnert seit 1971 an das Geburtshaus des Komponisten. Unter einem Porträt des Künstlers befindet sich auf einer Bronzetafel ein erklärender Text zu Leben und Schaffen von Brahms. Des Weiteren sind ein Relief des Geburtshauses und eine Erinnerungstafel am vom Hamburger Bildhauer Egon Lissow gefertigten Denkmal zu sehen.

Johannes Brahms kam in einem von Arbeitern bewohnten Zehnfamilienhaus im Specksgang 24 (später Speckstraße 60) zur Welt. Seit 1905 erinnerte eine Gedenktafel am Haus an den Komponisten, und ab 1933 konnte die Wohnung - gegen ein Entgelt für die Bewohnerin und einen Eintrag ins Gästebuch - besichtigt werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Geburtshaus von Johannes Brahms im Feuersturm 1943 völlig zerstört.

Denkmäler und Skulpturen an und in der Laeiszhalle

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Der Granitkubus des Künstlers Thomas Darboven erinnert neben der Laeiszhalle an Brahms.

Von der Caffamacherreihe führt der Brahms-Rundgang durch den Valentinskamp geradewegs zur Laeiszhalle (früher Musikhalle). Seit 1997 heißt der Platz vor dem Konzerthaus Johannes-Brahms-Platz. 1981 wurde hier eine große Gedenkstätte für Brahms eingeweiht. Direkt vor und neben der Musikhalle wurden zwei Denkmäler platziert, die mit der Laeiszhalle eine Einheit bilden. An der Stirnseite der Laeiszhalle steht ein Granitkubus des Künstlers Thomas Darboven. Abgebildet ist Johannes Brahms in vier verschiedenen Lebensabschnitten. Eingelassen im Boden vor dem Kubus sind die berühmten Worte von Robert Schumann aus seinem Artikel "Neue Bahnen": "Er ist gekommen - ein junges Blut - er heißt Johannes Brahms und kam von Hamburg her. Dort in dunkler Stille schaffend - und er ist ein Berufener." In dem berühmten Essay feierte Schumann den gerade 20-Jährigen enthusiastisch - für Brahms der Beginn seiner erfolgreichen Musikkarriere.

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"Hommage an Johannes Brahms" heißt die Bronze-Skulptur von Maria Pirwitz.

Außerdem an der Laeiszhalle steht die Bronze-Skulptur "Hommage an Johannes Brahms" von Maria Pirwitz. Sie soll das musikalische Werk von Brahms und dessen Geist versinnbildlichen. In der Laeiszhalle findet sich ein weiteres Andenken an den großen Sohn der Stadt: Im Foyer steht seit 1909 ein Marmor-Denkmal. Es zeigt Brahms mit einer Muse an seine Schulter geschmiegt und Zuhörer, die sich zu seinen Füßen befinden. Geschaffen hat dieses Denkmal Max Klinger. Im Kleinen Saal erinnert noch eine Brahms-Plastik des Bildhauers Hermann Wilhelm Ernst Zehle an den Künstler.

Hamburg- und Brahms-Museum

Von der Laeiszhalle geht es am Holstenwall entlang - oder durch die Großen Wallanlagen - weiter zum Hamburg Museum (früher Museum für Hamburgische Geschichte). Hier befindet sich der Nachlass von Fritz Schnack. Der Stiefbruder von Johannes Brahms hatte in seiner Pinneberger Wohnung ein kleines Brahms-Museum eingerichtet, in dem unter anderem das Mobiliar der elterlichen Brahms-Wohnung zu sehen war. Nach seinem Tod 1919 übernahm das Museum für Hamburgische Geschichte den Nachlass. Als kulturhistorisches Museum bietet das Hamburg Museum außerdem einen umfassenden Überblick zu der wechselvollen Geschichte der Stadt Hamburg von ihren Anfängen um 800 nach Christus bis zur Gegenwart.

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Das Brahms-Museum in der Peterstraße stellt Schriftstücke, Fotos und Faksimiles aus.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich in der Peterstraße 39 das Johannes-Brahms-Museum. Es öffnete 1972 und wird von der Johannes-Brahms-Gesellschaft betreut. Ausgestellt sind Brahmsiana, Schriftstücke, Faksimiles, Musikalien, Fotos, Konzertprogramme und Brahms-Büsten. Das Museum in einem Barockhaus aus dem 18. Jahrhundert verfügt außerdem über eine Präsenzbibliothek von rund 600 Bänden, sämtliche Kompositionen von Johannes Brahms auf CD und die Bände der neuen Johannes-Brahms-Gesamtausgabe. Pünktlich zum 175. Geburtstag des Komponisten wurde die Ausstellung komplett überarbeitet.

St. Michaelis Kirche

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Im Hamburger Michel wurde Johannes Brahms getauft und konfirmiert.

Am Ende der Peterstraße führt die Neanderstraße über die Ludwig-Erhard-Straße direkt zum Krayenkamp. Hier liegt die Hauptkirche St. Michaelis - die letzte Station des Spaziergangs. In dem bekannten Wahrzeichen Hamburgs wurde Johannes Brahms 1833 getauft und später auch konfirmiert. Eine Gedenktafel - neben den Komponisten Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach - erinnert an Johannes Brahms. Im November wird hier jedes Jahr das Deutsche Requiem von Brahms aufgeführt.

Karte: Auf den Spuren von Johannes Brahms durch Hamburg

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 04.05.2013 / 18:00 Uhr

Musiker-Porträt
05:23 min

Heimatkunde: Johannes Brahms

Brahms wurde 1833 im Gängeviertel geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten europäischen Komponisten. Seine ersten Werke veröffentlichte er unter falschem Namen. Video (05:23 min)