Stand: 13.08.2015 10:58 Uhr

Ungewöhnlich übernachten in Hamburg

von Maya Ueckert. NDR.de

Irgendwo mitten in Hamburg-Wilhelmsburg. Gewerbegebiet-Atmosphäre. Rechts eine Autowerkstatt, weiter hinten Lidl und Aldi, links alte Industriegebäude mit jeder Menge Graffiti. Hier soll es sein. Nur wo?! Irgendwie falsch gefahren? Ein paar Meter weiter ein Backstein-Haus, darauf in Blau gesprüht: "Mini-Bar". Der entscheidende Hinweis, Unterkunft gefunden. Hamburg bietet so manche ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit jenseits klassischer Hotels, wie hier in Wilhelmsburg.

Anders übernachten in Hamburg

Die Wilhelmsburger Insel-Pension ist kein einzelnes Haus - Gäste können verschiedene Unterkünfte auf der Elbinsel buchen. Wie die Veringstübchen über der Mini-Bar in unmittelbarer Nähe der Soulkitchen-Halle aus Fatih Akins gleichnamigen Film. Weitere "Inseln" im Angebot: Ein ehemaliges Ladenlokal mit großem Schaufenster, ein Baumhaus, eine Gartenlaube, ein Studio für bis zu acht Gäste und ein Schiff im Harburger Binnenhafen. "Viele unserer Gäste sagen erst einmal: 'Huch, wo bin ich denn hier gelandet'", sagt Kerstin Esser von der Insel-Pension. "Doch wenn sie die Unterkünfte dann von drinnen sehen und ein paar Tage bei uns waren, bekommen wir meistens viel positives Feedback. Man muss sich eben darauf einlassen."

Wilhelmsburg: "Ein Fall für Liebe auf den zweiten Blick"

Wilhelmsburg, das ist ein harter Kontrast zu den sonstigen Touristen-Attraktionen der Hansestadt. "Eher ein Fall für Liebe auf den zweiten Blick", sagt Esser. "Aber dafür umso spannender, beispielsweise gibt es eine große Kreativszene. Und es ist nicht so überlaufen. Viel Grün, viel Wasser, perfekt zum Entspannen. Wer hier übernachtet, bekommt ein Gefühl für den Stadtteil und die Menschen hier, lernt ein ganz anderes Hamburg kennen und ist trotzdem schnell in der Innenstadt." Wilhelmsburg selbst lasse sich am besten mit dem Fahrrad entdecken, aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie etwa der Buslinie "Wilde 13".

Schlafen im Hafen

Alle, die doch lieber mittendrin in der Stadt übernachten und gleichzeitig echte Hamburger Hafenatmosphäre erleben möchten, können dies an Bord von mehreren Schiffen. Die "Cap San Diego", das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt, ist sicher die bekannteste Adresse auf dem Wasser. Die Kabinen sind eher elegant, mit typischen Zwei-Meter-Kojen. Das schönste an einer Übernachtung hier? "Abends, wenn die Gäste das Schiff für sich haben, mit einer Buddel Rotwein an Deck, den Blick über den Hafen genießen", sagt Kapitän Jens Weber.

Auch das knallrote Feuerschiff im Hafen beherbergt Gäste. In dessen Bauch fühlt es sich so richtig rustikal nach Seefahrt an - eng, aber gemütlich. "Das besondere ist, dass man hier in originalgetreuen Kabinen übernachten kann. Sie sind restauriert und mit Dusche und WC ausgestattet, aber sonst schlafen Sie genauso wie früher die Schiffsmannschaft", sagt Managerin Verena Urban. "Und am nächsten Morgen ein Frühstück mit Elbblick - das lieben unsere Gäste."

Wer einmal direkt am Fuße der Elbphilharmonie nächtigen möchte, kann sich im Hotelschiff Großer Michel einquartieren. "Wenn Sie es richtig romantisch haben wollen, sind Sie bei uns richtig", sagt Inhaber Martin Doose. "Anders als in typischen Schiffskabinen gibt es statt Einzelkojen Doppelbetten zum Kuscheln."

Hausboot in Hammerbrook

Eine moderne Variante von Wohnen auf dem Wasser bietet das Hausboot Schwan in Hamburg-Hammerbrook. Ein Stadtteil, den in Sachen Urlaub in Hamburg kaum einer auf Zettel hat. Hier gibt es vor allem eines: riesige Bürobauten, soweit das Auge reicht. Doch der zweite Blick lohnt sich - vor allem entlang der Kanäle finden sich viele urbane Oasen. Das Hausboot ist allerdings kein schwimmendes Hotel. Architekt Daniel Wickersheim, der das Boot auch entworfen hat, lebt selbst dort - und vermietet ein kleines Zimmer mit Terrasse an Gäste. Die können auch den großen Wohnbereich mit nutzen, inklusive Küche.

Ungewöhnliche Erlebnisse im Gepäck

In Sachen Komfort müssen Urlauber bei einigen Angeboten Abstriche an der einen oder anderen Stelle machen. Wer in dieser Hinsicht Bedenken hat, sollte sich vorher genau informieren. Aber ansonsten gilt: Wer hier übernachtet, nimmt auf jeden Fall besondere Erfahrungen und Erlebnisse mit nach Hause.

Adressen und Websites

Die Inselpension, Am Veringhof 21, 21107 Hamburg, Tel. (0163) 243 49 10
(mehrere verschiedene Unterkünfte)
Museumsfrachter Cap San Diego, Überseebrücke, 20459 Hamburg
Tel. (040) 36 42 09
Das Feuerschiff, City Sporthafen, Vorsetzen, 20459 Hamburg, Tel. (040) 36 25 53
Hotel- und Eventschiff Großer Michel, Am Sandtorkai 77, 20457 Hamburg, Tel. (040) 41 91 36 31
Hausboot Schwan in Hamburg-Hammerbrook, Norderkai-Ufer 1, 20097 Hamburg-Hammerbrook - Kontakt: Daniel Wickersheim, Tel. (04321) 59 06

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.07.2015 | 19:30 Uhr

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