Stand: 13.07.2015 17:03 Uhr

Steinzeit hautnah erleben im Helms-Museum

Eine bläulich schimmernde Gletscherspalte aus 25.000 Eiswürfelformen ist das Tor in eine längst vergangene Epoche der Menschheitsgeschichte. Durch sie betritt der Besucher den ersten Ausstellungsraum des Archäologischen Museums Hamburg - und landet in einer norddeutschen Landschaft nach der letzten Eiszeit. Die Beleuchtung ist sparsam, das Gelände steinig - aber es birgt viele Schätze: Im Boden sind Vitrinen mit archäologischen Fundstücken eingelassen. Der Besucher schlüpft in die Rolle des Archäologen und Entdeckers und erkundet das Areal. Auch eine Feuerstelle gibt es: Wer sich an ihr niederlässt, kann auf mehreren Fernsehbildschirmen mehr über die norddeutsche Frühgeschichte erfahren.

Faustkeile und Dosenschweine im Helms-Museum

Fischkonserve als Vitrine, U-Bahnplan als Fundortverzeichnis

Spielerisch, verständlich und unkonventionell vermittelt die Dauerausstellung des Archäologischen Museums, das sich auch Helms-Museums nennt, wissenschaftliche Erkenntnisse der Archäologie. Dabei dient schon einmal eine überdimensionale Fischkonservendose als Vitrine für steinzeitliche Fischfanggeräte. Ein Schwein aus Konservendosen steht für die mühelose Verfügbarkeit und Haltbarmachung der Nahrung in heutiger Zeit und steht damit in scharfem Kontrast zum Alltag unserer steinzeitlichen Vorfahren. Mit diesen wiederkehrenden Gegenwartsbezügen holen die Ausstellungsmacher die Besucher immer wieder in ihrer eigenen Lebenswelt ab.

Themenwelten statt chronologischer Abfolge

Statt streng chronologisch ist die Ausstellung in sechs Themenwelten gegliedert, die das tägliche Leben von der Frühzeit bis in die Gegenwart bestimmen: Werkstoffe, Innovation, Nahrung, Gewalt, Tod und Mobilität.

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Bei den Mitmachangeboten können Kinder beispielsweise selbst Faustkeile herstellen.

Eine Treppe führt ins Obergeschoss, das die Archäologie der jüngeren Zeit behandelt. Dort hat das Christentum mittlerweile den Ahnenkult der Steinzeitmenschen ersetzt - ein großes Taufbecken versinnbildlicht diesen Glaubenswechsel. Beherrschten die Werkstoffe Holz, Stein, Bronze und Eisen die Frühgeschichte, tritt nun in der Neuzeit der Kunststoff auf den Plan, symbolisiert durch eine riesige Plastikwelle in der Mitte des Ausstellungsraums. Doch die Vergangenheit begleitet uns bis in die heutige Zeit: Durch große Sichtfenster im Boden blickt der Besucher hinunter in die Vorzeit.

Museumserlebnis für die ganze Familie

Entdecken, anfassen, verstehen - besonders Familien mit Kindern kommen in dem erlebnisorientierten Museum auf ihre Kosten. Für die jungen Besucher gibt es Museumsralleys, mit denen sie die Ausstellung näher entdecken sowie spezielle Mitmachangebote, bei denen sie Faustkeile, Speere, Schmuck, Keramik und andere steinzeitliche Gegenstände herstellen können.

Wer sich vorab einen Eindruck vom Archäologischen Museum und seinen Exponaten machen möchte, kann sich bei einem virtuellen Rundgang, den das Museum in Zusammenarbeit mit dem Google Art Project erstellte, einen Eindruck von den Ausstellungsräumen verschaffen.

Karte: Helms-Museum/Archäologisches Museum Hamburg
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