Stand: 04.05.2016 11:58 Uhr

Zu Besuch bei den Wikingern in Haithabu

Gefürchtet und bewundert: Die Wikinger und ihre Kultur faszinieren viele Menschen. Häufig sind die Vorstellungen über ihre Lebensweise aber von stereotypen Szenen aus Actionfilmen geprägt. Wer wissen möchte, wie die Nordmänner wirklich gelebt haben, kann sich im Wikinger-Museum in Haithabu bei Schleswig auf eine Zeitreise begeben.

Runensteine und Langschiffe

Einblicke in das Alltagsleben

Haithabu war die bedeutendste Siedlung der Wikinger und im 10. Jahrhundert das wichtigste Handelszentrum im Ostseeraum. Im 11. Jahrhundert wurde die Siedlung überfallen und zerstört. Bis heute zeugt ein Halbkreiswall von der einstigen Anlage. In der Nähe des Walls befindet sich das Wikinger-Museum.

Wikinger-Museum Haithabu

Am Haddebyer Noor 5
24866 Busdorf
Tel. (04621) 81 32 22

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

Es zeigt rund 3.000 interessante Exponate, darunter Schmuck, Kleidung, Waffen und Runensteine. Sie geben Auskunft in das Leben der damaligen Oberschicht. Andere Funde vermitteln eine Vorstellung vom Alltagsleben im frühen Mittelalter. Weitere Schwerpunkte der Sammlung beschäftigen sich mit heidnischem Glauben und christlicher Religion sowie Handwerk und Handel. Modelle, Karten und Filme geben weitere Einblicke in die Welt der Wikinger.

Das vielleicht spektakulärste Ausstellungsstück befindet sich in der Schiffshalle des Museums: ein imposantes königliches Langschiff. Das 23 Meter lange Schiff wurde 1979 im Hafen von Haithabu ausgegraben und zum Teil rekonstruiert. Es war einst das schnellste Schiff auf der Ostsee.

Spaziergang durch die Wikingersiedlung

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Im Freigelände geben sieben originalgetreu nachgebaute Wikingerhäuser Einblick in den Alltag der damaligen Zeit.

Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Freigeländes. Auf Bohlenwegen geht es zu sieben originalgetreu nachgebauten Wikinger-Siedlungshäusern. Am Wasser wurde eine 41 Meter lange und knapp zehn Meter breite Landebrücke rekonstruiert. Zur Blütezeit Haithabus gab es im Hafen mehrere dieser hölzernen Plattformen, auf denen auch gehandelt und vermutlich Waren zwischengelagert wurden. Dort legten die Schiffe der Wikinger an. Heute l.iegt dort der gut neun Meter lange Nachbau eines Wikingerbootes aus Eichenholz, die "Erik styrimathr" - das bedeutet "Erik Steuermann".

In den lehmverputzten Flechtwandhäusern, etwa dem des Kammmachers, des Holzhandwerkers oder des Fischers, erfahren Besucher, welche Handwerkstechniken die Wikinger beherrschten. Bei speziellen Veranstaltungen können sie auch selbst aktiv werden und Brot auf Wikingerart backen oder sich in die Kunst des Bogenschießen einführen lassen. Einen Überblick über die Angebote gibt das Faltblatt des Museums.

Karte: Wickinger Museum Haithabu
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 11.04.2015 / 18:00 Uhr

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