Stand: 29.01.2015 11:16 Uhr

Braunschweig zwischen Tradition und Moderne

Braunschweig ist mit fast 250.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und gilt als Zentrum für Forschung und Wissenschaft. Tradition und Moderne ergänzen sich gut - so bietet die vielseitige Stadt für Besucher und Einwohner reichlich Abwechslung und Interessantes. Große Teile Braunschweigs wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, sodass heute Nachkriegsgebäude das Stadtbild prägen.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Braunschweig - von allen Seiten

Nordtour - 31.01.2015 18:00 Uhr Autor/in: Frigge Mehring

Gerade im Winter sind überdachte Ausflugsziele gefragt. Besonders schöne kennen in Braunschweig Andreas Jäger und Anke Richwien.

3,81 bei 21 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Bereits im frühen Mittelalter war das Gebiet an der Oker besiedelt. Im Jahre 1031 wurde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt. Entscheidend für die Entwicklung zur mittelalterlichen Großstadt war der einflussreiche und mächtige Herzog Heinrich der Löwe - der Stammvater der Welfen. Er wählte Braunschweig, das günstig an der Kreuzung bedeutender Fernhandelswege lag, im 12. Jahrhundert als Residenz und entwickelte die Stadt zu einem Machtzentrum in Mitteleuropa. Der Burgplatz mit Dom, Burg und Löwenstandbild lässt noch heute die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der einstigen Residenz erahnen.

Der Dom: Grabstätte Heinrich des Löwen

Bauwerk

Der Braunschweiger Dom

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts baute der mächtige Welfen-Herzog Heinrich der Löwe Braunschweig zu seiner Residenz aus - und stiftete auch den späteren Dom. mehr

Der imposante, dreischiffige Dom St. Blasii entstand zwischen 1173 und 1195 unter Heinrich dem Löwen und sollte als Zeugnis seiner Macht und spätere Grabstätte dienen. So können Besucher dort heute das aus Muschelkalk gefertigte Grab des Herzogs und seiner Frau Mathilde besichtigen und zahlreiche Kunstschätze bewundern. Dazu gehören das Imervard-Kreuz, der Marienaltar, ein fünf Meter hoher siebenarmiger Leuchter sowie mittelalterliche Wandmalereien. Lohnenswert ist auch ein Blick in ein besonders kostbares Buch, das Heinrich der Löwe im Jahr 1188 dem Dom stiftete: das Evangeliar. Die mit zahlreichen kunstvollen Bildern verzierte Handschrift ist allerdings nur eine aufwendige Kopie. Das Original liegt als teuerstes Buch der Welt gut geschützt im Tresor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Ein renommiertes Museum - zwei Standorte

Bild vergrößern
Burg Dankwarderode wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der Wiederaufbau endete erst 1995.

Unmittelbar neben dem Dom steht Burg Dankwarderode, einst die Residenz Heinrich des Löwen. Der heutige Bau wurde im späten 19. Jahrhundert als Rekonstruktion nach dem mittelalterlichen Grundriss errichtet. Die Burg ist einer von zwei Standorten des Herzog Anton Ulrich-Museums. Besucher können dort die mittelalterliche Abteilung sowie Teile des Welfenschatzes und liturgische Gewänder besichtigen.

Bild vergrößern
Der Bau des Hauptgebäudes des Museums begann 1884.

Das Hauptgebäude des Museums, das zu den großen Kunstmuseen in Deutschland gehört, steht in der Museumsstraße. Die Gemäldegalerie von internationalem Rang zeigt wertvolle Werke von Rembrandt, Rubens, van Dyck, Cranach und anderen berühmten Malern. Herzog Anton Ulrich gründete die Sammlung 1754. Nachdem sie zunächst an verschiedenen Orten untergebracht war, wurde 1887 der heutige Museumsbau im Stil der italienischen Renaissance eröffnet. Außerdem gibt es eine Abteilung mit Skulpturen und Kunsthandwerk und ein bedeutsames Kupferstich-Kabinett.

Momentan ist das Herzog Anton Ulrich-Museum wegen umfassender Bauarbeiten geschlossen. Voraussichtlich Mitte 2016 soll die Ausstellung wieder zu sehen sein. Einige Meisterwerke der Sammlung werden derzeit in der Burg Dankwarderode gezeigt.

Traditionsinseln zwischen modernen Bauten

Bild vergrößern
Der Altstadtmarkt mit Rathaus und Brunnen ist eine der Braunschweiger Traditionsinseln.

Direkt hinter dem schönen, mittelalterlichen Burgplatz beginnt die ausgedehnte Fußgängerzone der Altstadt. Über die Stadt verteilt gibt es fünf sogenannte Traditionsinseln (Aegidien, Altstadtmarkt, Burgplatz, Magniviertel, Michaelis): Bezirke, die noch mit prachtvollem Baubestand aus dem Mittelalter aufwarten können. In jedem Bezirk gab es einst eine Kirche, ein Rathaus und einen Markt. Auf dem Altstadtmarkt, der im 12. Jahrhundert angelegt wurde, ist das bis heute so.

Den Mittelpunkt des Platzes bildet der Marienbrunnen. Darum gruppieren sich die Martinikirche, das Alte Zollhaus von 1643, das Gewandhaus mit Renaissancegiebel und das Altstadtrathaus. An seiner Fassade befinden sich viele - zum Teil gruselige - gotische Figuren und eine Braunschweiger Elle. Sie ist an einer der Säulen des Laubengangs eingelassen, misst genau 57,07 Zentimeter und diente im Mittelalter Kaufleuten, besonders den Tuchhändlern, als verbindliche Maßeinheit.