Stand: 24.10.2016 10:43 Uhr

Zwischen Tradition und Moderne: Braunschweig

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Zeugnisse früherer Macht: die Löwenstatue vor dem Dom (r.) und der Burg Dankwarderode.

Eine jahrhundertelange Tradition - aber auch viel aktuelle Forschung und Wissenschaft: In Braunschweig, mit rund 250.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens, ergänzt sich beides. Für Besucher und Einwohner bietet die vielseitige Stadt damit reichlich Abwechslung und Interessantes. Da weite Teile Braunschweigs im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, prägen heute Häuser aus der Nachkriegszeit das Stadtbild. Bei einem Stadtbummel trifft man jedoch auch immer wieder an "Traditionsinseln" auf prächtige historische Gebäude.

Das Gebiet am Flüsschen Oker war bereits im frühen Mittelalter besiedelt. Im Jahre 1031 wurde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt. Unter dem einflussreichen und mächtigen Herzog Heinrich der Löwe - der Stammvater der Welfen, entwickelte sich Braunschweig zu einer mittelalterlichen Großstadt. Er wählte den günstig an der Kreuzung bedeutender Fernhandelswege gelegenen Ort, im 12. Jahrhundert als Residenz und formte ihn zu einem Machtzentrum in Mitteleuropa. Der Burgplatz mit Dom, Burg und Löwenstandbild lässt noch heute die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der einstigen Residenz erahnen.

Der Dom: Grabstätte Heinrich des Löwen

Bauwerk

Der Braunschweiger Dom

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts baute der mächtige Welfen-Herzog Heinrich der Löwe Braunschweig zu seiner Residenz aus - und stiftete auch den späteren Dom. mehr

Der imposante, dreischiffige Dom St. Blasii entstand zwischen 1173 und 1195 unter Heinrich dem Löwen als Zeugnis seiner Macht und spätere Grabstätte. Noch heute können Besucher das aus Muschelkalk gefertigte Grab des Herzogs und seiner Frau Mathilde besichtigen sowie zahlreiche Kunstschätze bewundern. Dazu gehören das Imervard-Kreuz, der Marienaltar, ein fünf Meter hoher, siebenarmiger Leuchter sowie mittelalterliche Wandmalereien. Lohnenswert ist auch ein Blick in ein besonders kostbares Buch, das Heinrich der Löwe im Jahr 1188 dem Dom stiftete: das Evangeliar. Die mit zahlreichen kunstvollen Bildern verzierte Handschrift ist allerdings nur eine aufwendige Kopie. Das Original liegt als teuerstes Buch der Welt gut geschützt im Tresor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Ein renommiertes Museum - zwei Standorte

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Der Bau des Hauptgebäudes des Museums begann 1884.

Unmittelbar neben dem Dom steht Burg Dankwarderode, einst die Residenz Heinrich des Löwen. Der heutige Bau wurde im späten 19. Jahrhundert als Rekonstruktion nach dem mittelalterlichen Grundriss errichtet. Die Burg ist einer von zwei Standorten des Herzog Anton Ulrich-Museums. Besucher können dort die mittelalterliche Abteilung sowie Teile des Welfenschatzes und liturgische Gewänder besichtigen.

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Alte Meister in neuem Licht: Museum öffnet für Besucher

Nach siebenjähriger Sanierungszeit ist das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig wieder eröffnet worden. mehr

Das Hauptgebäude des Museums steht im Museumspark an der Oker. Die Gemäldegalerie von internationalem Rang zeigt wertvolle Werke von Rembrandt, Rubens, van Dyck, Cranach und anderen berühmten Malern. Herzog Anton Ulrich gründete die Sammlung 1754. Nachdem sie zunächst an verschiedenen Orten untergebracht war, wurde 1887 der heutige Museumsbau im Stil der italienischen Renaissance eröffnet. Noch immer sind Gemälde, die an mit farbigem Stoff bespannten Wänden präsentiert werden, das Herzstück der Ausstellung. Zur Sammlung des Hauses gehören aber auch Zehntausende Grafiken, Skulpturen aus Bronze und Stein, Porzellan und Exponate aus Ost-Asien. Nach jahrelanger Renovierung öffnete das Hauptgebäude des Herzog Anton Ulrich-Museums im Herbst 2016 wieder und verfügt nun über fast 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Traditionsinseln zwischen modernen Bauten

Direkt hinter dem schönen, mittelalterlichen Burgplatz beginnt die ausgedehnte Fußgängerzone der Altstadt. Über die Stadt verteilt gibt es fünf sogenannte Traditionsinseln (Aegidien, Altstadtmarkt, Burgplatz, Magniviertel, Michaelis): Bezirke, die noch mit prachtvollem Baubestand aus dem Mittelalter aufwarten können. In jedem Bezirk gab es einst eine Kirche, ein Rathaus und einen Markt. Auf dem Altstadtmarkt, der im 12. Jahrhundert angelegt wurde, ist das bis heute so.

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Der Altstadtmarkt mit Rathaus und Brunnen ist eine der Braunschweiger Traditionsinseln.

Den Mittelpunkt des Platzes bildet der Marienbrunnen. Darum gruppieren sich die Martinikirche, das Alte Zollhaus von 1643, das Gewandhaus mit Renaissancegiebel und das Altstadtrathaus. An seiner Fassade befinden sich viele - zum Teil gruselige - gotische Figuren und eine Braunschweiger Elle. Sie ist an einer der Säulen des Laubengangs eingelassen, misst genau 57,07 Zentimeter und diente im Mittelalter Kaufleuten, besonders den Tuchhändlern, als verbindliche Maßeinheit.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 03.01.2017 | 11:55 Uhr

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