Stand: 17.05.2017 16:46 Uhr

Eintauchen in Elmshorns Industriegeschichte

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Die Stechuhr ist eines der Ausstellungsstücke, die benutzt werden dürfen.

Elmshorn hat eine lange Tradition als Industriestandort. Leder und Geschirr, Tücher und Haferflocken, sogar Schiffe wurden in der Stadt an der Krückau produziert. Ihre Blütezeit lag um 1900. Heute erinnert das Industriemuseum an diese Epoche. Auf vier Etagen zeigt es in einem Speichergebäude, das einst einem Steingut-Großhandel als Lager diente, die Entwicklung der Fabrikarbeit. Im Sommer 2016 wurde die Dauerausstellung aktualisiert und mit neuen Exponaten erweitert. Statt Texttafeln informieren Multimedia-Stationen, Besucher sollen aktiv werden statt nur hinzuschauen.

Rundgang zwischen Webstuhl und Gerberei

Sonderausstellung Kinderwelten

Eine Sonderausstellung des Industriemuseums zeigt noch bis zum 3. Dezember 2017 "Kinderwelten gestern und heute". Spielzeug und viele Fotos aus dem Raum Elmshorn dokumentieren, wie sich die Lebenswelt der Kinder von 1900 bis zum Jahr 2000 verändert hat.

Ein Rundgang beginnt an einer Dampfmaschine aus dem Jahr 1952, die damals einen Generator zur Stromerzeugung antrieb. Ebenfalls aus den 50er-Jahren stammt ein automatischer Webstuhl. Historische Maschinen geben auch Einblicke in die Lederindustrie, lange einer der wichtigsten Erwerbszweige in Elmshorn. 1890 gab es in der Stadt 31 Gerbereien. Zusätzlich dokumentiert die Ausstellung den Wandel vom traditionellen Handwerk zur industriellen Produktion und am Beispiel des Getreideanbaus die Mechanisierung der Landwirtschaft.

Unterwegs mit dem "Detektivkoffer"

Industriemuseum Elmshorn

Catharinenstraße 1
25335 Elmshorn
Tel. (04121) 26 88 70

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

Ein Kontor mit Schreibpult, Telefon, Stempelkarten und Tresor veranschaulicht die Arbeit im Büro. Das Alltagsleben vergangener Zeiten zeigt ein gut bestückter Kolonialwarenladen aus den 1920er-Jahren. Die dritte Etage widmet sich der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, beschreibt den Mangel und die Armut. In der Museumsschule mit Schiefertafeln und Griffel werden Erinnerungen an Kindertage wach.

Besucher des Industriemuseums können viele Gegenstände ausprobieren, an einer Tretnähmaschine nähen oder ihren Rundgang per Stechkarte protokollieren. Die Museumsmaus Bertha weist auf solche Aktivitäten hin. Für Kinder hält das Museum außerdem einen "Detektivkoffer" bereit, der sie durch die Ausstellung leitet. Ein Rundgang dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden. Museumspädagogen bieten zusätzlich Programme für verschiedene Zielgruppen wie Schulklassen oder Erwachsene an.

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Dieses Thema im Programm:

Lust auf Norden | 12.05.2017 | 18:15 Uhr

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