Stand: 27.07.2015 15:28 Uhr

Die "Anti-Stau-Therapie"

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Den Moment genießen: Im Stau oft schwierig - aber durchaus möglich!

Vor allem an Feiertagen und während der Schulferien kommt es auf vielen Autobahnen und Bundesstraßen zu langen Staus. Sie führen nicht nur zu Stress, sondern sind auch eine Unfallgefahr, zum Beispiel wenn das Stauende in einer Kurve liegt oder Fahrzeuge nicht mehr rechtzeitig abbremsen können.

Viele Staus wären vermeidbar, wenn sich alle Autofahrer an einige wichtige Regeln halten würden. Die Experten des ACE Auto Club Europa haben einige Ratschläge für umsichtiges Fahren und zur Stauvermeidung zusammengetragen und geben Tipps zum Verhalten im Stau.

So vermeiden Sie Staus

  • Gute Planung ist wichtig. Prüfen Sie vor dem Start, ob Sie Ihre Fahrt auf Randzeiten, etwa am frühen Morgen oder späten Abend, oder auf Tage verschieben können, an denen auf den Straßen weniger los ist. Außerdem sollten Sie sich bei den Automobilclubs oder in den Medien über die aktuellen Stauprognosen informieren und mögliche Ausweichrouten planen. Falls vorhanden: Aktivieren Sie Ihr Navigationssystem.
  • Nutzen Sie die Beschleunigungsspur an Autobahnauffahrten immer voll aus. Wer schon am Anfang der Spur auf die Autobahn drängelt, bringt den fließenden Verkehr zum Stocken.Grundsätzlich gilt: Rechts fahren! Der äußere linke Fahrstreifen ist nur zum Überholen da. Wer dort fährt, obwohl rechts alles frei ist, trägt zur Staubildung bei. Chronische Linksfahrer provozieren die anderen zudem, verkehrswidrig rechts zu überholen. Nur wenn der Verkehr zäh auf allen Spuren fließt, darf auch rechts mit äußerster Vorsicht langsam überholt werden.
  • Wenden Sie das Reißverschlusssystem vorschriftsmäßig an. Im Klartext heißt das: Halten Sie vernünftig Abstand, um Lücken freizulassen. Verengt sich die Fahrbahn - etwa an einer Baustelle - befahren Sie die Spur bis zur Verengung und fädeln Sie erst dann ein.
  • Fahren Sie gleichmäßig und vorausschauend. Erst zu beschleunigen und dann abrupt abzubremsen, ist nicht ökologisch, gefährlich und hindert den Verkehrsfluss. Bei Stop-and-go-Verkehr keine großen Lücken lassen.
  • Wer die Autobahn verlässt, sollte sich selbst bei Kolonnenverkehr geduldig und rechtzeitig in die rechte Spur einreihen und keinesfalls riskante Überholmanöver starten. Ein plötzlicher Fahrbahnwechsel provoziert Panikbremsungen und erhöht die Unfallgefahr.
  • Verkehrsfunk hören und - wenn möglich - Ausweichrouten nutzen.

Das richtige Verhalten im Stau

  • Fahren Sie mit gedrosseltem Tempo auf das Stauende auf und halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand. Sinnvoll ist es, Ihren Hintermann kurz über die Warnblinkanlage auf den Stau aufmerksam zu machen.
  • Halten Sie für Rettungs- und Polizeifahrzeuge eine Gasse frei. Bei einer dreispurigen Autobahn liegt dieser Korridor zwischen der mittleren und der linken Fahrspur.
  • Bleiben Sie trotz Staustress ruhig und entspannt. Wutausbrüche strapazieren die Nerven nur zusätzlich.
  • Falls es überhaupt nicht mehr vorwärts geht: Motor abstellen!
  • Verlassen Sie den Wagen nur im Notfall - auch wenn sich nichts mehr bewegt. Die Autobahn ist kein Wanderweg. Die Autotür - wenn überhaupt - nur mit größter Vorsicht öffnen. Unfallgefahr besteht etwa durch Motorradfahrer, die sich unerlaubterweise zwischen den Autos durchschlängeln.
  • Hat sich der Stau aufgelöst, versuchen Sie nicht, die verlorene Zeit durch Raserei wieder aufzuholen. Es genügt, zügig zu beschleunigen. Mit trägen Fahrzeugen wie Wohnwagengespannen nicht unmittelbar auf die Überholspur wechseln. Andernfalls löst sich der Stau weniger schnell auf.

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Dieses Thema im Programm:

45 Min | 09.05.2016 | 22:00 Uhr

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